Nach den Europameisterschaften in Crozet ist nun die WM in Aachen das nächste Ziel für João Pedro Moreira und Fürst Kennedy. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Nach den Europameisterschaften in Crozet ist nun die WM in Aachen das nächste Ziel für João Pedro Moreira und Fürst Kennedy. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

João Pedro Moreira, der Portugiese vom RV Graf von Schmettow-Eversael

Nach den Europameisterschaften in Crozet ist nun die WM in Aachen das nächste Ziel für João Pedro Moreira und Fürst Kennedy. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Nach den Europameisterschaften in Crozet ist nun die WM in Aachen das nächste Ziel für João Pedro Moreira und Fürst Kennedy. Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Vor 13 Jahren kamen João Pedro Moreira und seine Frau Marta nach Deutschland, um bessere Dressurreiter zu werden. Heute gehört er zur Weltspitze, sie zieht die Fäden im Hintergrund und zusammen leben sie ihren Traum – der allerdings nicht frei von Rückschlägen war. 

Gemeinsam mit Drosa Fürst Kennedy OLD erlebte João Pedro Moreira ein äußerst erfolgreiches Jahr 2025: Er qualifizierte sich für das Kürfinale der FEI Dressur-Europameisterschaft in Crozet (FRA) und belegte den dritten Platz in der Kür des FEI Dressur-Weltcups™ in Mechelen (BEL). Doch diesen Erfolgen war eine Zeit vorausgegangen, in der das Leben von Fürst Kennedy am seidenen Faden hing. Das war eine Zeit, in der das Ehepaar Moreira um ein Familienmitglied bangte. Eines, das sie hier in Deutschland gefunden haben. 

Vor 13 Jahren verließen João und seine Frau Marta ihre Heimat Portugal gen Deutschland mit dem Ziel, sich reiterlich zu verbessern und es an die Weltspitze im Viereck zu schaffen. Beide haben bereits in Portugal ihren Lebensunterhalt mit der Reiterei bestritten – was bei den Eltern nicht gerade auf Verständnis stieß, denn beide kommen aus pferdefernen Familien. So haben beide auf Wunsch ihrer Familien auch andere Berufe erlernt. Marta studierte Anglistik, ihr Mann ließ sich in Traditionell Chinesischer Medizin und Akupunktur ausbilden. Sein Wissen kommt noch immer gelegentlich zur Anwendung. Sein Beruf sind jedoch die Pferde. Und zwar in der Art, wie er und seine Frau sich das vorstellen. 

Von null bis Grand Prix

In ihrem Stall in Lienen beherbergt das Paar nur Pferde, die langfristig ausgebildet werden. Marta sagt: „Nur so wollen wir arbeiten. Wir behandeln Pferde nicht wie Maschinen. Dank unserer Partner können wir dieser Vision treu bleiben. Wenn wir es nicht so machen könnten, würden wir es gar nicht tun.“ Und ihr Mann ergänzt: „Wir investieren viel in junge Hengste; die Arbeit mit ihnen macht uns großen Spaß“, sagt João. Seine Zukunftshoffnungen ruhen auf dem nun sechsjährigen Oldenburger Hengst Drosa Venturini. „Wenn er sich weiterhin so gut entwickelt, könnten wir die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden anpeilen“, so João.

Er reitet alle Pferde selbst, auch die jüngsten. „Manchmal ist es ganz schön aufregend“, gibt er zu. „Aber es macht uns wirklich Spaß. Wir starten auf Grand-Prix-Niveau und wollen große Championate reiten, doch die Arbeit mit den Pferden in jungen Jahren ist uns genauso wichtig. Wir glauben, dass die Bindung und das Vertrauen, die man durch das gemeinsame Aufwachsen von Anfang an aufbaut, etwas ganz Besonderes ist.“

Champions League der Dressur

Dass sie deutsche Pferde reiten, ist kein Zufall. Die hiesige Dressurszene, die deutsche Zucht, all das lag ihrem Entschluss zugrunde, sagt Marta. „In Deutschland ist man vom Dressursport umgeben.“ João zieht den Fußballvergleich heran: „Ich bin ein großer Fußballfan, und hier in Deutschland zu reiten ist wie in der Champions League zu spielen“, sagt er. „Man ist unter den besten Reitern, den besten Pferden, den Champions. Dieses Umfeld spornt einen an, härter zu arbeiten und an sich selbst zu glauben.“

Familienmitglied Kennedy 

Auch sein aktuelles Spitzenpferd Kennedy, bzw. korrekt Drosa Fürst Kennedy OLD, hat João von der Pike auf selbst ausgebildet hat. Das „Drosa“ im Namen der Moreira-Pferde leitet sich von ihrem Besitzer Roberto Pedrosa vom Haras do Drosa (BRA) ab. Kennedy ist ein Fürsten-Look-Sohn aus der Zucht des Gestüts Lewitz, wo auch Zukunftshoffnung Venturini zur Welt kam. Kennedy war zweieinhalbjährig, als João Pedro Moreira ihn entdeckte. Fünf- und sechsjährig präsentierte sich das Paar beim Bundeschampionat, sechs- und siebenjährig bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. 

Gerade der letzte Auftritt in Ermelo war eine kleine Sensation, als der Rappe mit beispielhafter Leichtigkeit und von seinem Reiter feinfühlig in Szene gesetzt auf Platz vier des Finales tanzte. Das war schon was!

Neunjährig Grand Prix 

Die Turniersaison 2023 nutzte João Pedro Moreira, um Kennedy für den nächsten Schritt vorzubereiten, für Grand Prix. 2024 ging er nun neunjährig in Le Mans seinen ersten Grand Prix und wurde mit knapp 70 Prozent auf Anhieb Fünfter. Bis Mitte des Jahres hatten die beiden sich schon auf gut 74 Prozent im Grand Prix nach vorne gearbeitet. Sie wurden sogar für die Olympischen Spiele in Paris nominiert. Ein Traum ging in Erfüllung. Allerdings kam dann doch alles ganz anders.

Bangen um Kennedy

Denn nur einen Tag vor dem olympischen Grand Prix erlitt Fürst Kennedy eine schwere Kolik. „Er fühlte sich im Training fantastisch und war topfit“, erinnert sich João. „Zum Glück haben wir die Kolik rechtzeitig bemerkt. Er wurde operiert, und damit begann der lange Weg der Genesung.“

Die Operation war im Juli. Bis Anfang November musste Kennedy absolute Ruhe halten. Erst Mitte November konnte er wieder Schritt gehen und im Dezember wurde er vorsichtig wieder geritten. Doch dann erholte er sich erstaunlich schnell. „Kennedy war immer sehr gesund, und seine Genesung war unglaublich“, sagt João. „Er ist so ein unkompliziertes Pferd. Dank seines Charakters ist alles so einfach mit ihm. Er ist uns sehr wichtig, ein Familienmitglied, ein Freund.“

Marta: „Nach der Operation war uns nur wichtig, dass er überlebt und sich als Pferd erholt. Erst danach kam der Sport überhaupt wieder infrage.“ Das sportliche Comeback gelang im März in Herning, wo das Paar im Grand Prix direkt wieder den dritten Platz belegen konnte. Im Juni schrieben sie Geschichte, als sie als erstes Paar unter portugiesischer Flagge den Großen Dressurpreis von Wiesbaden gewannen und bei ihrem ersten Championat in Crozet konnten sie sich auf Anhieb fürs Kür-Finale qualifizieren. 

Ziel WM

Mit Blick auf die Zukunft steht die FEI Dressur-Weltmeisterschaft 2026 in Aachen ganz oben auf Joãos Wunschliste. „Langsam, aber stetig arbeiten wir darauf hin“, sagt er. „Fürst Kennedy kennt mittlerweile alle Bewegungsabläufe gut. Er ist erst zehn Jahre alt, und jetzt können wir uns auf die Verfeinerung konzentrieren. Es ist wunderbar zu sehen, wie er reift, sowohl als Pferd als auch als Sportler.“

Dies ist eine bearbeitete Pressemitteilung der FEI

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