Mit der richtigen Vorbereitung auf dem Abreiteplatz steht und fällt der Erfolg im Parcours. Foto: Equipics/Zachrau
Mit der richtigen Vorbereitung auf dem Abreiteplatz steht und fällt der Erfolg im Parcours. Foto: Equipics/Zachrau

In der Ruhe liegt die Kraft

Alle schwierigeren Sprünge wurden nochmal geübt, alle Linien sitzen – das Turnier kann kommen! Hier gilt es, eine weitere Hürde zu nehmen, bevor es in den Parcours geht: Die Vorbereitung auf dem Abreiteplatz ist entscheidend dafür, dass auch die Prüfung gelingt. Wir haben mit Christoph Brüse darüber gesprochen, worauf es beim Abreiten ankommt.

Die Prüfung steht kurz bevor, das Pferd soll optimal warm gemacht und mit dem richtigen Mindset in den Parcours starten. Daher sollte es bereits den Abreiteplatz mit einem positiven Gefühl verlassen und möglichst entspannt, aber ebenso motiviert den eigentlichen Parcours bewältigen. Christoph Brüse vom Sportpferdezentrum Köln ist seit Jahren national und international erfolgreich im Parcours und berichtet sowohl von seinen eigenen Erfahrungen, aber auch von den Erfahrungen, die er mit seinen Reitschülern gemacht hat. 

„Das Abreiten ist ein entscheidender Faktor für ein erfolgreiches Turnier.“  

Er sagt: „Das Abreiten ist ein entscheidender Faktor für ein erfolgreiches Turnier.“ Deswegen macht er sich immer einen genauen Plan, sobald die Prüfungszeiten feststehen. „Ich schaue zuerst: Wann kann ich den Parcours abgehen? Wann bin ich dran? Vorne in der Prüfung, in der Mitte, oder eher hinten? Habe ich mehrere Pferde dabei?“ Denn dann muss akribisch geplant werden, damit die Zeiten passen und das Pferd optimal aufgewärmt in die Prüfung starten kann. „Wenn ich einer der ersten Starter bin, reite ich vorm Parcoursabgehen schon ein bisschen ab“, erzählt er. Einfacher sei es, wenn ein mittlerer Startplatz zugelost wurde: „Dann schaue ich, dass ich so 15 Pferde vor meinem eigenen Start auf dem Pferd sitze, das sind ungefähr 30 Minuten vor dem Start. Dann reite ich erst einmal entspannt Schritt, trabe ein bisschen ab und fange circa acht Pferde, bevor ich dran bin, an zu springen“, berichtet er.  

Heiße Pferde brauchen Routine 

Wie er das Warm-Up gestaltet, hängt dann aber auch vom Pferd ab: „Wenn ich ein Pferd habe, das relativ heiß ist, entscheide ich mich oft dafür, die Schrittphase außerhalb des Abreiteplatzes zu beginnen. Vielleicht rund um den Stallbereich oder beim Anhängerparkplatz.“ Erst, wenn es ans Traben geht, nutzt Christoph Brüse für diese Kandidaten den Abreiteplatz. „Bei einem etwas blütigeren Pferd kann es schonmal sein, dass ich die Abreitezeit generell etwas verkürze und erst zehn Pferde, bevor ich dran bin, mit dem Warmreiten beginne und relativ schnell mehrere Sprünge hintereinander auf dem Abreiteplatz reite. Da beginne ich dann vielleicht auch erst mit dem Springen, wenn nur noch fünf Starter vor mir sind, damit das Pferd gar nicht so aufdrehen kann.“  

Denn – und das ist generell Brüses Devise – beim Aufwärmen sollte möglichst kein Stress aufkommen. „Heißere Pferde profitieren definitiv davon, wenn man immer die gleichen Abläufe plant und eine gewisse Routine eingehalten wird. Das gibt ihnen Sicherheit und sorgt dafür, dass gar keine große Hektik aufkommen kann.“ Wichtig sei dabei auch, dass der Reiter selbst einen kühlen Kopf bewahre und souverän mit viel Ruhe an die bevorstehende Prüfung herangehe.  

Das Problem bei den aufgeregteren Kandidaten: Drehen sie bereits auf dem Abreiteplatz zu sehr auf, kann es im eigentlichen Parcours nicht so rund laufen. „Das bedeutet nicht, dass es nicht auch gut gehen kann, aber es ist definitiv besser, wenn sie möglichst entspannt in den Parcours starten“, ist der Springreiter überzeugt. „Bevor es in den Parcours geht, reite ich noch kurz Schritt und sobald ich einreite, sind diese Pferde dann sowieso voll da.“ 

Herrscht Hektik auf dem Abreiteplatz, sollte der Reiter Ruhe bewahren und sich auf sein Pferde konzentrieren. Foto: Equipics/Zachrau

Warm-Up statt Abreiten 

Bei Pferden, die in der Turnieratmosphäre entspannter sind, entscheidet sich Christoph Brüse dafür, das gesamte Warmreiten auf dem Abreiteplatz zu absolvieren. „Wir starten mit sechs bis zehn Minuten Schritt, dann wird locker getrabt und galoppiert.“ Christoph Brüse findet das deutsche Wort „Abreiten“ eher schwierig: „Im Englischen heißt es ja Warm-Up und das ist deutlich treffender“, sagt er. „Das Pferd wird aufgewärmt, also in der kompletten Zeit auf dem Abreiteplatz warm gemacht.“ Dabei lege er den Fokus darauf, dass es sich dehnen kann und immer einer Vorwärts-Abwärts-Tendenz gegeben ist. „Erst kurz, bevor ich dran bin, nehme ich das Pferd wirklich auf und stelle es an die Hilfen. Die eigentliche Arbeitsphase beginnt dann erst im Parcours selbst.“

 „Die eigentliche Arbeitsphase beginnt dann erst im Parcours selbst.“ 

Nach 15 bis 18 Minuten nimmt er auf dem Abreiteplatz die ersten Sprünge, bis dahin wurde das Pferd entspannt in allen Gangarten gelockert. „Mit dem Springen beginne ich in etwa, wenn noch sieben Starter vor mir dran sind“, sagt der Trainer. Hier gilt: Klein anfangen und mit jedem Sprung etwas höher legen. „In der Regel beginne ich mit zwei kleinen Steilsprüngen, dann wird drei Loch höher gemacht. Klappt das gut, gehen wir nochmal drei Loch höher, dass man quasi einen mittelhohen Steilsprung hat.“ Dann ist der Oxer dran, der ebenfalls zunächst klein gesprungen und dann nach und nach erhöht wird. 

Christoph Brüse betont: „Das Wichtigste ist, dass das Pferd locker springt und auf dem Abreiteplatz auf keinen Fall überfordert wird. Mit jeder Überforderung entsteht auch eine Stresssituation, die wir vor dem Start auf keinen Fall erzeugen wollen. Oberste Priorität hat immer, dass das Pferd locker abspringt.“ Der Abreiteplatz sei nicht dafür da, sich Mut anzuspringen und alles noch höher zu machen als es später im Parcours ist. „Es geht vor allem darum, das Pferd so vorzubereiten, dass es konzentriert und motiviert Sprung eins im eigentlichen Parcours nimmt.“ Selbst bei heißen Pferden sollte der Reiter nicht das Ziel haben, es bereits beim Abreiten auszupowern. „Dann ist schnell in der eigentlichen Prüfung schon die Luft raus.“ 

Einen kühlen Kopf bewahren 

So gut die Planung zur Prüfung hin auch ist: Manchmal werden Pferd und Reiter schon beim Abreiten mit unvorhergesehenen Situationen konfrontiert, die es dann zu lösen gilt. Beispielsweise: Das Pferd scheut immer wieder in einer Ecke oder der Testsprung will nicht so recht gelingen. Dann gilt es: kühlen Kopf bewahren. „Wenn ich merke, dass sich mein Pferd aus irgendeinem Grund verspannt, versuche ich, den Stress so gering wie möglich zu halten“, erklärt Christoph Brüse. Gäbe es beispielsweise eine Ecke – „beliebt“ ist zum Beispiel die mit dem Pommes-Stand – zeigt der Bereiter sie seinem Pferd ganz in Ruhe. „Wenn es im Galopp-Trab nicht vorbeigehen will, versuche ich es erst im Schritt, bringe wieder Ruhe rein und halte das Stresslevel so gering wie möglich.“ Auf dem Abreiteplatz sollte jeglicher „Streit“ vermieden werden. „Es bringt gar nichts, das Pferd dann mit Druck in die Ecke zu zwingen, weil man meint, es müsste das doch lernen.“ Das Turnier sei der falsche Ort, um an solchen Dingen zu arbeiten. „In der Kürze der Zeit, die man dann noch hat, und auch in Hinblick auf die bevorstehende Prüfung ist das der falsche Weg.“ Das Pferd werde eher zusätzlich verunsichert, als dass es etwas lerne. „Oberste Priorität hat, dass man eine Wohlfühlatmosphäre schafft.“ Sollte eine Ecke problematisch sein, verlege er die Aufwärmphase eben in eine andere.  

„Oberste Priorität hat, dass man eine Wohlfühlatmosphäre schafft.“ 

Ein weiterer Stressfaktor beim Abreiten können die Mitreiter sein: „Am schönsten ist es natürlich, wenn alle Reiter und Helfer zusammenarbeiten und aufeinander Rücksicht nehmen.“ Das sei jedoch nicht immer gewährleistet: „Aber es gibt immer wieder die Leute, die meinen, einen Sprung länger zu belegen und wenig Rücksicht auf die anderen nehmen. Oder diejenigen, die spät zum Abreiten kommen und dann noch schnell, schnell möglichst viele Sprünge machen wollen.“ Auch hier gilt: Nicht ärgern, sondern die Ruhe bewahren. „Einfach die anderen machen lassen und abwarten und locker weiterreiten, bis der Sprung dann frei ist“, rät Christoph Brüse. Genau deswegen sei es wichtig, immer genügend Zeit zum Abreiten einzuplanen. „Dann kann mich auch so eine Situation nicht stressen“, ist er überzeugt. 

Aufeinander Rücksicht nehmen 

Auch seien es nicht unbedingt die Mitreiter, die Stress auf dem Abreiteplatz aufkommen lassen. „Das können durchaus auch die Personen am Rand sein, wie vielleicht Pfleger, Trainer oder auch die Eltern, die Unruhe stiften, weil sie dafür sorgen wollen, dass ihr Reiter nicht zu kurz kommt und sich optimal vorbereiten kann.“  

Grundsätzliche seien Helfer beim Abreiten jedoch wichtig, denn sie sorgen dafür, dass die Sprünge höhergestellt werden. „Optimalerweise kennen sie Pferd und Reiter genau und man hat vorher mit ihnen besprochen, wie viele Aufwärmsprünge – Steil und Oxer – für das Pferd optimal sind. Dann muss vor Ort gar nicht mehr viel gesprochen werden und das Abreiten funktioniert reibungslos.“ Für Christoph Brüse ist diese Helferin meist seine Pflegerin Marie, aber auch seine Lebensgefährtin Christina Frenken ist oft mit dabei, wenn es zeitlich passt. Stehen besonders schwere Prüfungen an, wird er darüber hinaus auch schonmal von seinem Trainer Heinrich Leikert begleitet. „Das ist dann natürlich das Optimum, dann bekommt man schon beim Abreiten ein kurzes Feedback, was man vielleicht besser machen kann.“ 

Genau deswegen versucht Christoph Brüse im Laufe der Saison auch immer mal wieder seine eigenen Schüler beim Turnier zu begleiten. „Vor allem bei den ländlicheren Turnieren klappt das immer mal, wenn ich auch mit meinen Nachwuchspferden vor Ort bin.“ Auch wenn das oft nur ein, zwei Mal in einer Saison möglich ist: Hilfreich für die Entwicklung ist die Turnierbegleitung auf jeden Fall. „So fallen mir vielleicht noch einmal ganz andere Dinge auf, die beim Training gar kein Problem darstellen.“ Schließlich herrsche beim Turnier noch eine ganz andere Anspannung, unter der sich manchmal Fehler einschleichen, die sonst nur selten passieren.  

Vor allem nach der Winterpause helfe vielen Reitern diese mentale Unterstützung: „Da fehlt es noch ein bisschen an Routine, was die Turniere draußen angeht und die Reiter sind oft noch aufgeregter als sonst. Da ist es nie verkehrt, wenn ihnen jemand am Rand Sicherheit gibt.“  

Richtiges Management bei mehreren Starts 

Eine besondere Herausforderung bei den Turnierstarts ist es, wenn gleich mehrere Pferde eine Prüfung laufen sollen. „Vor allem in den Jungpferdeprüfungen nutzen wir gerne jedes Turnier aus, um möglichst vielen Pferden zu ermöglichen, Turniererfahrungen zu sammeln.  Dann kann es schonmal sein, dass man zwei oder drei Pferde in einer Prüfung hat.“ Oft gehen sich die Startzeiten aus, sind in der Zeiteinteilung jedoch zwei Starts zu dicht aufeinander geplant, tritt Christoph Brüse schon mal den Weg in die Meldestelle an: „Wenn zwischen meinen beiden Pferden nur zehn oder zwölf andere Starter liegen, bitte ich auch mal darum, dass vielleicht fünf Minuten Pause eingeplant werden, damit auch das zweite Pferd ausreichend Zeit zum Warmmachen bekommt.“  

Denn selbst, wenn das zweite Pferd in der Prüfung bereits vom Pfleger vorbereitet und warm geführt wird, sollte es auch unterm Sattel noch ohne zu großen Stress auf den Parcours vorbereitet werden können. Dann ist Timing alles: Ist der erste Ritt absolviert, geht es direkt aufs zweite Pferd – das erste wird dann vom Pfleger noch Schritt geführt. „Auch die Abwärmphase ist für mich wichtig. Nach der Prüfung trabe ich locker noch ein paar Runden aus und beende das Ganze dann im Schritt. Das sind dann nochmal zehn bis 15 Minuten.“ Wenn die Zeit es zulässt und nicht schon das nächste Pferd in den Startlöchern steht, handhabt Christoph Brüse das nach jedem Ritt so. „Gerade nach einer schweren Prüfung bin ich kein Fan davon, wenn der Reiter direkt beim Ausritt vom Pferd springt und es dem Pfleger in die Hand drückt. Das Pferd hat für mich eine enorme Leistung erbracht, dann nehme ich mir auch die Zeit, einen entspannten gemeinsamen Abschluss zu finden.“ 

Sollte auf dem Turnier ein Problem entstehen, arbeitet Christoph Brüse mit seinen Pferden entspannt auf dem heimatlichen Platz daran. Foto: Rebecca Thamm

Mehrtägige Turniere entspannt gestalten 

Auch Turniere, die über mehrere Tage gehen, benötigen ein ausgeklügeltes Management, zu dem nicht nur das entspannte Auf- und Abwärmen gehört. „Wenn das Pferd vormittags geht, muss es nachmittags nochmal Schritt geführt oder geritten werden und darf die Seele ein bisschen baumeln lassen, indem man noch einmal grasen geht“, beschreibt der Reiter den Ablauf. „Hat es einen freien Tag zwischen den Prüfungen, achte ich darauf, dass das Pferd zwei, dreimal rauskommt und bewegt wird.“ Ist das Pferd am Prüfungstag erst nachmittags im Einsatz, wird es morgens schon einmal locker gearbeitet. „Wichtig ist, dass die Zeit im Stall an allen Tagen nicht so lang ist.“  

Bei den jüngeren Pferden nehmen sich Christoph Brüse und sein Team außerdem die Zeit, ihnen schon einmal in Ruhe das Gelände zu zeigen. „Für die Youngster ist das sehr wichtig, vor allem, wenn die die ersten Übernachtungsturniere anstehen. Sie müssen sich erst einmal an das Stallleben außerhalb ihrer gewohnten Umgebung gewöhnen. Da ist es auch gut, wenn man ihnen schon einmal alles zeigt und sie vielleicht auch den Abreite- und Prüfungsplatz einmal gesehen haben.“ 

„Man muss immer pro Pferd denken.“ 

Gerade bei den jungen Pferden kann es trotz aller Vorbereitungen auch vorkommen, dass nicht alles nach Plan läuft. Auch wenn das selten passiert: Entsteht ein besonderer Schreckmoment schon auf dem Abreiteplatz, wägt der Profi ab, ob es an diesem Tag wirklich Sinn macht, die Prüfung zu reiten, oder nicht. „Man muss immer pro Pferd denken. Und wenn man das Gefühl hat, dass es durch eine Verweigerung oder vielleicht sogar einen Sturz einen Schreck bekommen hat, ist es wichtig, wieder Ruhe reinzubringen. Es kann auch sein, dass es dann besser ist, die Prüfung sausen zu lassen und dann lieber zuhause wieder Sicherheit und Vertrauen aufzubauen, bevor das nächste Turnier ansteht.“ Etwas auf Krampf zu versuchen, gehe meist schief und zerstöre mehr, als dass es helfe. „Dann summieren sich die negativen Erfahrungen und es wird im Nachgang schwerer, das wieder gerade zu biegen.“  

Entscheidung im Sinne des Pferdes 

Selbst wenn es ein negatives Erlebnis gab, kann Routine im heimatlichen Stall das schnell vergessen lassen. „Aber wenn man es riskiert und dann im Parcours eine weitere Baustelle dazukommt, die man so nicht eingeplant hat, dann ist der Schreck vielleicht noch größer und man hat mehrere Wochen was davon.“ Daher solle man immer im Sinne des Pferdes entscheiden und so mögliche Probleme bereits im Keim ersticken.  

Gleiches gelte übrigens auch dafür, wenn der Reiter kein gutes Gefühl auf dem Abreiteplatz hat, ohne dass es einen besonderen Auslöser gab. „Wenn ich merke, dass mein Pferd sich anders verhält als sonst und ich das Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, sollte ich mein Glück nicht noch herausfordern und es trotzdem weiterreiten. Dann muss man die Prüfung auch mal canceln.“ 

Anders sei es, wenn das Pferd bereits zwei anstrengende Tage hinter sich hatte und deswegen mit einem leichten Muskelkater zu kämpfen habe: „Dann helfe ich ihm und reite ein bisschen länger vorwärts-abwärts und mache vielleicht den ein oder anderen Sprung mehr. Manchmal braucht der Körper dann etwas länger, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.“  

Kommt es zu Problemen auf dem Abreiteplatz, liegt es häufig aber gar nicht am Pferd selbst. Zunächst sollte der Reiter immer sich selbst hinterfragen: Mache ich mir gerade besonderen Stress? Könnte tiefes Durchatmen und sich sortieren helfen, wieder Ruhe reinzubringen? Denn oft ist es das Nervenkostüm des Reiters, das auch das Pferd unmittelbar beeinflusst und es unsicher werden lässt.  

Christoph Brüse rät daher, dass sich der Reiter einen genauen Plan fürs Turnier macht, der auch eingehalten wird. „Dazu gehören nicht nur Pünktlichkeit, sondern auch das richtige Timing, damit zu keiner Zeit Hektik und damit Stress aufkommen kann.“ Wer vorher schon genau weiß, wie der Ablauf nach dem Abgehen des Parcours aussehen soll, wann er mit dem Warmreiten beginnen und wie viele Sprünge er auf dem Abreiteplatz wann machen will, wird deutlich entspannter in die Prüfung starten können. „Gewohnte Abläufe bringen Routine“, betont der Trainer. 

Routine durch gewohnte Abläufe 

Ein wichtiger Faktor ist dann auch, dass sich der Reiter ganz auf sich auf sein Pferd konzentriert und auch keine Hektik an sich ranlässt. „Ich muss lernen, Störgeräusche von außen auszublenden – ganz egal, ob das aufgeregte Eltern am Rand oder hektische Mitreiter sind. Das hört sich banal an, aber wenn ich mich in einem Tunnel befinde und mich nur auf mich und mein Pferd konzentriere, kann ich später auch mit einem ganz anderen Fokus in die Prüfung starten.“  

Dann stehe einem erfolgreichen Abschneiden im Parcours nichts mehr im Wege – auch dank einer entspannten und konzentrierten Aufwärmphase. 

Der RRP-Experte: CHRISTOPH BRÜSE

Foto: Thamm

Christoph Brüse betreibt gemeinsam mit seiner Familie das Sportpferdezentrum Köln. Dort bildet er nicht nur Pferde aus, sondern unterstützt auch andere Reiter als Trainer. Der 37-Jährige ist selbst sowohl national als auch international erfolgreich im Parcours unterwegs. 

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