Sieger im Weltcup-Springen von Leipzig: Steve Guerdat und Iashin Sitte. Foto: FEI/Sportfotos-lafrentz.de
Sieger im Weltcup-Springen von Leipzig: Steve Guerdat und Iashin Sitte. Foto: FEI/Sportfotos-lafrentz.de

Guerdat genial in Leipzig

Sieger im Weltcup-Springen von Leipzig: Steve Guerdat und Iashin Sitte. Foto: FEI/Sportfotos-lafrentz.de
Sieger im Weltcup-Springen von Leipzig: Steve Guerdat und Iashin Sitte. Foto: FEI/Sportfotos-lafrentz.de

Seine Rückenprobleme hat Steve Guerdat wieder im Griff – und die Konkurrenz im Parcours ebenfalls, wie man in Leipzig gesehen hat, am Samstag im Championat und am Sonntag gleich nochmal im Weltcup-Springen.

Was für ein Wochenende für den Schweizer Steve Guerdat mit Siegen in den beiden wichtigsten Springen des Wochenendes von Leipzig! Nachdem er am Samstag mit Is-Minka den Kollegen keine Chance gelassen hatte, sattelte er Sonntag im Weltcup-Springen den Bamako de Muze-Sohn Iashin Sitte. Die beiden waren erstes Paar im Stechen. Eigentlich eine etwas unglückliche Startposition. Aber Guerdat sagte, er habe sowieso die Erfahrung gemacht, dass es meistens schief ging, wenn er versucht hat, mit dem eher klein galoppierenden Iashin Sitte schneller zu sein als die Konkurrenz auf Pferden mit mehr Raumgriff. Für ihn sei es das beste, sich ganz darauf zu konzentrieren, was für Iashin am besten funktioniert. In dem Fall hilft es, wenn man erster Reiter im Stechen ohne Vergleichsmöglichkeiten ist. So bereitete der geniale Reiter seinem kongenialen Partner einen perfekten Parcours. Ein, zweimal klapperte es, aber alles blieb liegen. Lediglich zum letzten Oxer musste Guerdat den Fuchs einmal zu viel zurücknehmen. Das war ein Sekundenbruchteil, der der Konkurrenz eine Chance hätte bieten können. Doch niemand von den zehn noch folgenden Paaren konnte sie nutzen.

Was nach Guerdat passierte

Michael Jung war mit seinem neun Jahre jungen Heros Z nah dran, aber ein Abwurf machte den Traum vom Sieg ohnehin zunichte. Trotzdem, dieser Hors la Loi II-Enkel könnte den dreifachen Olympiasieger der Vielseitigkeit auch im Springsport ganz nach oben bringen. In Leipzig wurde es Rang sechs.

Besser lief es für den Vorjahres-Zweiten, Simon Delestre. Der Franzose hatte mit dem zehnjährigen Schimmel Gatsby du Tillard ein interessant gezogenes Talent mitgebracht, das allerdings noch nie ein Stechen dieser Kategorie gegangen war. Doch der Selle Français-Wallach machte seinen Verwandten Jalisco B und Mic Mac du Tillard, die beide aus seinem direkten Mutterstamm kommen, alle Ehre, als er seinen Reiter in fehlerfreien 43,25 Sekunden ins Ziel trug. Das war gut genug für Platz zwei.

Gerrit Nieberg, der sich in allen drei Prüfungen von Leipzig bestens in Szene setzen konnte, hatte für das Highlight des Wochenendes sein bestes Pferd gesattelt, den Riesenbecker Global Champions Tour-Sieger Ping Pong van de Lentamel. Der ist ähnlich wie Guerdats Iashin nicht mit allergrößten Galoppsprung gesegnet, dafür aber wendig. Einen haarigen Moment gab es im Parcours der beiden an der zweifachen Kombination. Vielleicht hatte Ping Pong sich vor der Wasserspiegelung des Liverpools am Aussprung erschreckt, jedenfalls machte er kurz Anstalten, zur Seite wegzubrechen, aber Nieberg reagierte blitzschnell, rahmte ihn zwischen Zügel und Schenkelhilfen ein um ihn wieder geradezurichten und gab einen energischen Impuls, so dass Ping Pong sich doch traute, zuzuspringen. So kamen sie fehlerfrei ins Ziel und die Zeit von 44,54 Sekunden reichte knapp um Norwegens Johan-Sebastian Gulliksen mit Colonello auf den vierten Platz zu verweisen.

Zwischen Gulliksen und Jung auf Rang sechs schob sich noch der Deutsche Meister, Mario Stevens. Sein Starissa war ebenfalls fehlerfrei gewesen. Philipp Schulze-Topphoff und Carla NRW komplettierten als Siebte den deutschen Erfolg in dieser Prüfung.

Weltcup-Gesamtwertung

In der Weltcup-Gesamtwertung hat sich Steve Guerdat nun dank dieses Erfolgs trotz des verletzungsbedingt späten Saisoneinstiegs auf Rang zehn der Westeuropa-Liga vorgeschoben. Damit hat er nun beste Aussichten auf einen Platz unter den Top 18 der WEL, die beim Finale in Fort Worth, Texas, im April dabei sein dürfen.

In Führung liegt nach wie vor Basel-Sieger Richard Vogel. Johan-Sebastian Gulliksen konnte sich dank seiner Platzierungen in Basel und jetzt in Leipzig an zweiter Stelle einreihen. Willem Greve (NED) ist damit Dritter, punktgleich mit Österreichs Max Kühner. Titelverteidiger Julien Epaillard rangiert an fünfter Stelle. Der einzige Deutsche außer Vogel in Final-Reichweite ist Daniel Deußer auf Platz sechs.

Alle Ergebnisse aus Leipzig sowie den aktuellen Stand der Weltcup-Rangliste finden Sie hier.

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