

Wo auf dem Tünglerhof an der Urseler Straße 11 sonst Tempo, Wendigkeit und fehlerfreie Ritte im Parcours gefragt sind, bestimmten am zweiten Februarwochenende Ruhe, Präzision und höchste Konzentration das Bild. Das zweitägige Dressurturnier in dem Pensions- und Ausbildungsstall von Julia und Stefan Miß erwies sich als voller Erfolg. Für Teilnehmer ebenso wie für die zahlreichen Zuschauer, die hochklassigen Sport in familiärer Atmosphäre erleben durften. „Wir haben tollen Pferdesport gesehen und erleben dürfen. Auch haben wir viel Lob für die äußeren Rahmenbedingungen erfahren, das wir gerne an unser hoch motiviertes Team weitergeben möchten“, erklärten Julia und Stefan Miß zufrieden nach zwei intensiven Turniertagen auf heimischem Boden. Dabei präsentierte sich die Anlage in hervorragendem Zustand, was beste Voraussetzungen für einen gelungenen Start in die neue Saison bedeutete.
Zu den sportlichen Höhepunkten zählte unter anderem die Dressurprüfung der Klasse M**. Hier waren sehr gut ausgebildete Pferde gefragt, die über Kraft, Durchlässigkeit und Konzentration verfügten und die Skala der Ausbildung bis hin zur Versammlung souverän beherrschten. Ein solches Pferd stellte Marina Welbers vom RV Graf Haeseler Sonsbeck vor. Mit ihrem achtjährigen Wallach Monsieur-Utopia absolvierte sie die auswendig zu reitende Aufgabe makellos. Der Sohn des Expression ließ sich an der Kandare geradezu leicht führen, ohne dabei Rhythmus oder Balance einzubüßen. Am Richtertisch, besetzt mit Rolf-Peter Fuß, Andrea Schmittert und Jürgen Jahn, wurde jede fein abgestimmte Hilfe der Reiterin ebenso aufmerksam registriert wie die hohe Lektionssicherheit des Pferdes. Einhelliges Urteil: die beste Vorstellung in dieser Prüfung. Mit jeweils 70 Prozent lagen die Richter eng beieinander, 71,03 Prozent bedeuteten schließlich den verdienten Sieg. Beifall brandete auf, als Welbers die Siegerschleife entgegennahm. Bereits zuvor hatte sie mit Monsieur-Utopia die M-Dressur für sich entschieden (71,04 Prozent) und damit ein überaus erfolgreiches Wochenende weiter komplettiert. In dieser Prüfung sicherte sich Regine Mispelkamp aus Sevelen, die noch im September bei der Para-Europameisterschaft im niederländischen Ermelo Gold in der Kür gewann, auf Highlander Delight’s Rang drei (70,160 Prozent) hinter Greta Stracke (Krefeld) mit Frederika (70,630 Prozent).
Großen Sport bot auch die S-Dressur auf Kandare, die höchstdotierte Prüfung des Turniers. Hier setzte sich Julie Sofie Schmitz-Heinen vom RFV Dhünn im Sattel von Attractive mit starken 71,980 Prozent an die Spitze. Hinter ihr platzierte sich Niklaas Feilzer, Bereiter aus dem Stall von Dressur-Ikone Isabell Werth. Das siegreiche Paar überzeugte mit herausragenden Momenten in einer anspruchsvollen Aufgabe. Ein harmonisches Zusammenspiel von Reiterin und Pferd, das vom Publikum mit viel Applaus gewürdigt wurde. „Dieses Turnier passte super in meinen Kalender, weil man gerade jetzt frisch in die Saison einsteigt und die Pferde aus der Winterpause herausholt, um Turnierluft zu schnuppern“, erklärte Schmitz-Heinen. Auch Niklaas Feilzer betonte die exzellenten Bedingungen auf dem Tünglerhof, die insbesondere jungen Pferden einen gelungenen Wiedereinstieg in den Turniersport ermöglichten. Ein weiterer Höhepunkt war die S-Dressur auf Trense. Mit beeindruckenden 79,958 Prozent gewann Charlotte Tollhopf aus Wickrath auf Galleria’s Fancy Fergie FRH. Annabel Frenzen (Krefeld) folgte mit Segafredo (77,719 Prozent) auf Rang zwei. Marina Welbers bewies erneut ihre Konstanz und belegte mit ihrem zweiten Pferd Oliviera (75,654 Prozent) den vierten Platz.
Überhaupt war es das Wochenende der Marina Welbers. Bereits zum Auftakt entschied sie eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A mit Irons Double D (Wertnote 8,4) für sich. In der anschließenden L-Dressur belegte sie Rang vier, während ihre Vereinskollegin Anja Langenberg mit Zabalou (Wertnote 7,5) siegte. Langenberg sicherte sich zudem die Goldschleife in der L-Dressur auf Trense und rundete damit das starke Abschneiden des RV Graf Haeseler Sonsbeck ab.
Neben den sportlichen Erfolgen war es vor allem die Atmosphäre, die das Turnier auf dem Tünglerhof auszeichnete. Die Mischung aus professioneller Organisation, gepflegter Anlage und persönlicher Betreuung sorgte für zufriedene Gesichter bei Aktiven und Besuchern gleichermaßen. So bleibt das zweitägige Dressurturnier in Xanten nicht nur als sportlich hochklassige Veranstaltung in Erinnerung, sondern auch als stimmungsvoller Auftakt in die neue Saison, mit feiner Reitkunst, verdienten Siegern und Gastgebern, die einmal mehr bewiesen haben, dass der Tünglerhof eine feste Adresse im regionalen Turnierkalender ist.
Stephan Derks
Fotos: Familie Miß





