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Doppelerfolg für Katrin Eckermann im Großen Preis bei Hetzel Spring Masters

Das Hetzel Spring Masters bot fünf Tage lang hochkarätigen Springsport.

Es waren nur noch die zwitschernden Vögel zu hören, als der US-Amerikaner Gursobha Singh auf Omonza DC als erster der vier Teilnehmer des an Spannung kaum zu überbietenden Stechens der Drei-Sterne-Springprüfung der schweren Klasse, Höhepunkt der fünftägigen Hetzel Spring Masters, in den hervorragend zu bereitenden Parcours einritt. Und das, obwohl zahlreiche Besucher am Rande des Geläufs standen oder auf der Tribüne saßen. Es war einfach nur gespenstisch still, da allesamt bis auf äußerste gespannt und höchst neugierig waren, wer denn nun die acht 1,50 Meter hohen Hindernisse des Stechparcours fehlerfrei in Bestzeit überwinden würde, um dieses Finale für sich zu entscheiden. Insgesamt 25 Starter hatten sich zuvor im Normalumlauf der starken Konkurrenz dieser Prüfung gestellt, zu der, wie auch an den vorangegangenen Tagen, der international versierte Parcourschef Peter Schumacher, der im kommenden Jahr auch die Kurse im Welt-Cup-Finale-Springen in Göteborg bauen wird, die Hindernisse erstellt hatte. Gewohnt fair, aber äußerst anspruchsvoll. Ein Raunen ging durch die Menge, als Omonza DC eine Stange herunter trat.  

Dann kam sie, die „Queen of Miami“, die den Grand Prix in Florida dreimal gewonnen hatte, die für den RV Kranenburg reitende Katrin Eckermann im Sattel von Iron Dames Cascajall NRW. Sie beendete den Parcours fehlerfrei in 40,20 Sekunden. Eine Zeit, die sie als Schlussreiterin mit ihrem zweiten Pferd Comilio (0/41,45) beinahe noch unterboten hätte. Das bedeutete den Doppelerfolg für Katrin Eckermann im Großen Preis der Spring Masters, in dem Franziska Müller, Hückeswagen, auf Calkato (0/44,00) Platz drei und Gursobha Singh (GA Arnhem/USA) auf Omonza DC (4/47,83) Rang vier belegte. Pech für Laurens Houben von der RSG Niederrhein, der auf Dark Grey einen Zeitfehlerpunkt im Normalumlauf hinnehmen musste.  

„Ich bin sehr zufrieden, habe tolle Pferde, die machen einfach Spaß. Auch erfahre ich große Unterstützung von meiner Familie und ein gutes Team“, so die überglückliche Eckermann. „Jeder weiß, dass Holger ein Perfektionist ist und dementsprechend ist auch sein Turnier. Sein ganzes Team ist unglaublich, vom Parkeinweiser bis zum Parcours-Dienst hat man das Gefühl, dass alle sogar dankbar sind, helfen zu dürfen. Ein Kompliment, das sich das gesamte Organisationsteam zweifellos verdient hat“, schob die strahlende Siegerin im Interview nach, die das erfolgreiche Reiten sowohl bei Vater Otmar Eckermann, ihrem Trainer und späteren Berufsausbilder Holger Hetzel, sowie Ex-Bundestrainer Kurt Gravemeier erlernt hat. Ihre Bilanz des Wochenendes fiel umso besser aus, da Eckermann praktisch das ganze Angebot des Turniers mit Pferden unterschiedlichen Alters nutzte. So wichtig internationale Top-Events wie in Miami Beach und Mexiko-City für Katrin Eckermann auch sind, ausgebildet und entwickelt werden Pferde woanders. Bei den guten nationalen und regionalen Turnieren in Europa, sowie eben bei Holger Hetzel.  

Sein Fazit gegenüber der Presse: “Also das Masters ist ja immer der Saisonauftakt für uns, wobei das kommende Young Horse Masters eigentlich das Hauptevent ist. Umso schöner war es, zu sehen, wie viele Leute hierherkamen. Das war für unsere Verhältnisse und die Region richtig gut. Zudem passte es auch prima, dass die Starterfelder nicht zu riesig waren. Für alle sehr angenehm und kurzweilig.” So blickt Hetzel bereits heute in Richtung der Tiemeyer x Hetzel Young Horse Masters, bei denen der Fokus auf jungen Springpferden und einer höchst attraktiven Ausschreibung liegt. Denn dieses Masters ist mit insgesamt 200.000 Euro Preisgeld das höchstdotierte Event für junge Springpferde in Europa.  

Rückblickend auf das Hetzel Spring Masters konnten auch Laurens Houben, der Keppelner Jörg Leon Zahn oder Hetzels Tochter Laura neben Katrin Eckermann je ein S-Springen gewinnen. An der Pfalzdorfer Buschstraße wurde mit den Qualifikationen für die Al Shira`aa Bundeschampionate, Youngster-Prüfungen, klassischen Springen für Profis und Amateure sowie dem Großen Preis auf Drei-Sterne-Niveau fünf Tage Springsport vom Feinsten gezeigt und Einiges geboten. Hierzu trugen auch Reiter aus Schweden, Bolivien, Italien, Österreich, Japan, den USA und Finnland bei und sogar Nachwuchsreiter aus Südafrika, Namibia und Simbabwe, die Holger Hetzel coacht und die sich in Goch auf das Springsportereignis des Jahres, die Weltmeisterschaften in Aachen, vorbereiten. 

Stephan Derks 

Foto: Stephan Derks

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