Das Team um Matthias Alexander Rath hat beschlossen, dass das Deutsche Dressur-Derby künftig ohne Pferdewechsel entschieden werden soll.
Ja, es gab in den 1990er-Jahren schon einmal eine Zeit, in der es keinen Pferdewechsel mehr beim Deutschen Dressur-Derby in Hamburg gab. Doch in den vergangenen Jahren war es wieder fester Bestandteil des Derby-Wochenendes in Klein-Flottbek. Allerdings mit immer weniger Zuspruch seitens der Aktiven. Nun haben die Veranstalter die Konsequenzen gezogen und entschieden, dass es zwar weiterhin einen Derby-Sieger geben wird, aber keinen Pferdewechsel mehr. Stattdessen geht das Blaue Band künftig an das beste Paar aus Grand Prix und Kür.
Hintergrund der Entscheidung
Turnierchef Matthias Alexander Rath sagt, es gebe drei Gründe für die Entscheidung und zählt auf: „die Rückmeldungen der Reiter, die der Zuschauer und die Beobachtungen der vergangenen Jahre“. Zwar gebe es einige Reiter, die ausgesprochen gerne Prüfungen mit Pferdewechsel reiten, aber das sei heutzutage die deutliche Minderheit.
Was die Entscheidung ebenfalls beeinflusst hat, waren die guten Erfahrung mit der Einführung der Fünf-Sterne-Tour im vergangenen Jahr. „Isabell Werth war da, Ingrid Klimke war da – um nur zwei herausragende Namen zu nennen – und beide haben bereits angekündigt, dass sie auch 2026 Hamburg wieder in ihre Planungen einbeziehen wollen, beide voraussichtlich mit ihren Toppferden Wendy und Vayron“, stellt Rath in Aussicht.
Für die Zuschauer sei der Pferdewechsel sicher hochinteressant, aber die Zuschauer hätten ihnen im vergangenen Jahr wiederbespiegelt, dass das Herz der Hamburger Dressurfans noch mehr für den hochklassigen Fünf-Sterne-Dressursport schlägt als für den Pferdewechsel.
Vielfalt soll bleiben
Eine Prüfung mit Pferdewechsel bleibt dennoch: das Pony-Derby. Das wird auch weiterhin im Finale mit Ponytausch entschieden. Das U25-Derby war bereits im vergangenen Jahr nicht mehr durchgeführt worden.
Neben der Fünf-Sterne-Tour wird es eine Drei-Sterne-Tour mit Grand Prix und Grand Prix Special geben. Außerdem haben die Grand Prix-Reiter die Möglichkeit, ihre Nachwuchspferde an den Start zu bringen. Nach der gelungene Premiere ist Hamburg erneut Station des Louisdor-Preises.
Außerdem wird es eine kleine Tour mit Prix St. Georges und Intermédiaire I geben.
„Entscheidung nicht leicht gemacht“
Das diese Entscheidung ein Bruch mit der Tradition der Veranstaltung ist, habe man berücksichtigt, sagt Rath. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass diese Änderung einen Einschnitt in die Geschichte des Deutschen Dressur-Derbys bedeutet. Wir haben uns die Entscheidung überhaupt nicht leichtgemacht. Aber nach Abwägung aller Aspekte sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass das Derby mit Pferdewechsel vielleicht nicht mehr optimal in die heutige Zeit passt. Ich halte den Pferdewechsel immer noch für eine äußerst spannende und interessante Prüfungsform, aber im Rahmen des Dressur-Derbys wird es nun in der Fünf-Sterne-Kombinationswertung ausgetragen.“
Wie gehabt wird der Sieger im Almased Deutschen Dressur-Derby am Sonntag in der Anrecht-Investment Dressurarena gekürt, am Sonntag steht die Fünf-Sterne-Kür auf dem Programm. Die Reiter der Fünf-Sterne-Tour können wie im vergangenen Jahr entscheiden, ob sie nach dem Grand Prix am Freitag, entweder den Grand Prix Special am Samstag oder die Grand Prix Kür am Sonntag als zweite Prüfung wählen. Wer Derby-Sieger werden will, muss sich allerdings für die Kür entscheiden, denn nur die zählt.





