
Über ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk konnte sich dieses Jahr Dressurausbilderin Beatrice Hoffrogge freuen.
Das Gestüt Schafhof hat den nun sechsjährigen Oldenburger Hengst Lodovico an Baronin und Baron Amely und Wolf von Buchholtz verkauft. Das Ehepaar gehört zu den langjährigen Förderern von Beatrice Hoffrogge, schon als sie noch mit Nachnamen Buchwald hieß und für Isabell Werth ritt. Damals ermöglichten sie ihr, den De Niro-Sohn Daily Pleasure zu reiten. Der war einst Bundeschampion und später u.a. mit Holga Finken erfolgreich bis Grand Prix. Für Beatrice Hoffrogge wurde er ein wichtiger Lehrmeister.
Mit dem elfjährigen Dancelli v. Dante Weltino hat Beatrice Hoffrogge aktuell ein weiteres Pferd der Familie von Buchholtz unter dem Sattel. Ihn hat sie von der ersten Reitpferdeprüfung bis Klasse S gefördert und er soll den Weg weiter Richtung Grand Prix gehen.
Bundeschampion Lodovico
Damit ist Lodovico also das dritte Pferd, das Hoffroge für Baronin und Baron von Buchholtz reitet. Der lackschwarze Oldenburger ist ein Sohn des Lord Europe, der gerade das Stars von Morgen-Finale in Münster gewonnen hat.
Lodovico war Reservesieger seiner Körung in Münster-Handorf 2022. Dort wurde er vom Gestüt Schafhof ausgestellt und stand anschließend über die Auktion zum Verkauf. Offiziell wurde er für 401.000 Euro nach Thailand zugeschlagen, als Besitzer war bei der FN aber immer das Gestüt Schafhof verzeichnet, auch noch, als der Rappe längst im Turniersport aktiv war. So war es auch die damalige Bereiterin des Gestüts Schafhof, Judith Sarda Mañe, die mit ihm die erste Reitpferdeprüfung absolvierte.
Vier- und fünfjährig war es dann zunächst Judith Sarda Mañes Nachfolgerin auf dem Schafhof, Julia Torrallardona, die den Hengst vorstellte. Im Juli 2025 ging er sein erstes Turnier mit Lena Haßmann. Die beiden kannten sich also erst wenige Monate, ehe sie den Titel in Warendorf holten. Aber sie hatten sich anscheinend gesucht und gefunden – acht Starts, sieben Siege. Lediglich in der Finalqualifikation zum Bundeschampionat waren sie „nur“ Vierte. Im Finale selbst waren sie dann allerdings wieder ganz vorn.
Neues Kapitel mit Beatrice Hoffrogge
Nun wird der Rappe seine Karriere also unter Beatrice Hoffrogge fortsetzen, wie Eurodressage zuerst berichtet hat, und Hoffrogge bestätigte dies. „Ich fand ihn schon zweijährig bei der Körung toll, aber damals konnten wir ihn nicht kaufen. Dann sah ich ihn letztes Jahr in einer Prüfung mit Lena (Haßmann) und dachte noch, dass das ja ein richtig cooles Pferd geworden ist.“
Damals ahnte sie noch nicht, dass sie das richtig coole Pferd wenige Monate später schon würde nach Hause holen können. „Die Besitzer haben gesagt, sie hätten gerne noch mal ein jüngeres Pferd, wollten aber eigentlich ein großes Pferd und keinen Hengst“, so Hoffrogge und schmunzelt, denn Lodovico hat eine normale Größe und ist Hengst. Dass er zum Verkauf steht, erfuhr sie durch ihre ehemalige Chefin Isabell Werth.
„Ich fahre ja immer noch regelmäßig zum Training zu ihr und habe ihr erzählt, dass wir auf der Suche nach einem guten jungen Pferd sind. Sie kannte Lodovico nicht, aber Klaus-Martin Rath hatte ihr ein Video von ihm gezeigt. Also schlug sie mir ihn vor und ich sagte, den kenne ich!“ So fuhren die Hoffrogges, Isabell Werth und das Ehepaar von Buchholtz gemeinsam zu Lena Haßmann, um Lodovico auszuprobieren und: „Wir fanden ihn alle richtig toll! Ich saß da drauf und dachte, boah, geil!“ Damit war die Entscheidung gefallen. „Schön, rittig, intelligent, er bringt alles mit“, schwärmt seine neue Reiterin. „Er hat nicht nur drei überragende Grundgangarten, sondern ein unheimlich großes Versammlungspotenzial. Das kann man jetzt schon spielerisch antesten.“ Kurz vor Weihnachten kam Lodovico in Dorsten an und macht Hoffrogge seither jeden Tag Freude.
Was die Pläne für die kommende Saison angeht: „Er soll ein paar Turniere gehen, aber wir haben noch gar keinen festen Plan. Das langfristige Ziel ist der Grand Prix und was auf dem Weg dahin reinpasst, nehmen wir gerne mit, weil es Spaß macht, aber es ist kein Muss“, erklärt sie. Mit anderen Worten, möglicherweise geht der Bundeschampion auch dieses Jahr in Warendorf und eventuell auch bei der WM-Qualifikation, aber das bleibt abzuwarten, wie die Dinge sich entwickeln.
Auf jeden Fall solle er aber erst einmal Hengst bleiben, auch wenn er vorerst nicht in den Deckeinsatz geht. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, beschreibt Hoffrogge. „Als Ausbilderin und Reiterin macht es vieles einfacher. Aber ich habe von vielen Züchtern gehört, die ganz begeistert von den Fohlen sind. Doch so bleiben uns alle Möglichkeiten offen, dass wir ihn vielleicht später nochmal aufstellen.“





