Heilende Schlaufe: Immer mehr Pferdebesitzer schwören auf pulsierende Magnetfeldtherapie. Foto: Equipics/Zachrau
Heilende Schlaufe: Immer mehr Pferdebesitzer schwören auf pulsierende Magnetfeldtherapie. Foto: Equipics/Zachrau

Selbstheilungskräfte ankurbeln 

Es ist ein zentrales Thema, das nicht nur Mediziner, sondern auch Wissenschaftler seit Jahren beschäftigt: Wie lässt sich Heilung beschleunigen? In dem Bereich der Pferdetherapie gibt es die verschiedensten Geräte, die eine schnellere Regeneration versprechen. Eines davon ist die pulsierende Magnetfeldtherapie – hier sorgen über eine Schlaufe übertragene Impulse dafür, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers angekurbelt werden. 

Einer, der auf genau diese Therapie schwört, ist Martin Sterzenbach. Der erfahrene Springreiter ist mehrfacher rheinische Meister und wurde 2019 deutscher Berufsreiterchampion. Er kam nur durch Zufall zu der gepulsten Magnetfeldtherapie: „Ich hatte eine stark entzündete Achillessehne und auch meine Schulter machte Probleme. Ich konnte kaum noch laufen oder den Arm hochheben. Da traf ich auf jemanden mit einem Equitron-Gerät, der meinte, dass er mich schmerzfrei bekommen würde.“ Der Pferdewirt konnte sich nicht vorstellen, dass die Behandlung irgendeinen Erfolg haben würde, startete dennoch den Versuch. „Nach nur zwei Behandlungen konnte ich wieder laufen und meinen Arm bewegen“, erinnert er sich. „Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich brauche auch so ein Gerät!“ Gesagt, getan, das erste Therapiegerät zog in den heimatlichen Stall und Sterzenbach konnte nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Pferden helfen. Mittlerweile ist der Dorstener jedoch auf einen anderen Hersteller umgeschwenkt und vertritt das Unternehmen Hofmag in Nordrhein-Westfalen. Behandelte er anfangs nur seine eigenen Pferde, platzt sein Kalender jetzt mit Kundenterminen aus allen Nähten. „Wer es einmal probiert hat, erzählt Bekannten davon, die sich oder ihre Tiere dann auch behandeln wollen. Das spricht sich einfach sofort herum und wird zum Selbstläufer“, sagt Sterzenbach. 

Schnellere Regeneration 

Dabei durchdringen die kurzen und hochintensiven, gepulsten Magnetwellen das Gewebe und sollen so auf zellulärer Ebene die natürlichen Selbstheilungsmechanismen des Körpers stimulieren. Der Hersteller wirbt damit, dass pulsierende Magnetfelder die köpereigene Regeneration von Knorpel-, Knochen- und Bindegewebszellen beschleunigen und Entzündungen abbauen können. Zudem soll die PEMF-Technologie (pulsed electromagnetic fields) des Hofmags die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessern, Verletzungen vorbeugen und das Immunsystem ankurbeln. „Mittlerweile ist die Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen“, sagt Sterzenbach. Dabei bezieht er sich auf das Dissertations-Forschungsprojekt von Andrea Good, Tierphysiotherapeutin aus Großbritannien, die eine Blindstudie durchführte.  

Die Therapiegeräte versprechen schnellere Heilung bei den verschiedensten Diagnosen. Foto: Equipics/Zachrau
Die Therapiegeräte versprechen schnellere Heilung bei den verschiedensten Diagnosen. Foto: Equipics/Zachrau

Hofmag: das besagt eine Studie 

Im Rahmen ihrer Untersuchung lieh Good eine Hochintensitäts-PEMF-Maschine von Hofmag aus, um deren Auswirkungen auf muskuloskelettale Schmerzen bei Pferden zu untersuchen. Die Therapeutin wendete das Gerät über fünf Tage täglich 30 Minuten lang an. Zur Forschungsgruppe gehörten 22 Pferden im Alter von vier bis 25 Jahren mit unterschiedlichen Haltungsformen. Neun davon bildeten die Kontrollgruppe an, die nicht behandelt wurde, 13 gehörten zur Behandlungsgruppe. Während des Versuchs wurden sie unter denselben Lebens- und Arbeitsbedingungen gehalten wie in ihrem normalen Leben vor der Studie. Keines der Pferde wurde als lahm eingestuft, aber alle hatten in irgendeinem Maße muskuloskelettale Schmerzen. Sie wurden von ihrem behandelnden Tierarzt daraufhin überprüft, keine schwerwiegende Vorerkrankung zu haben. Des Weiteren erhielt keines der Pferde Medikamente. Die Besitzer wurden gebeten, während der gesamten Dauer der Studie keine weitere muskuloskelettale Therapie durchzuführen. 

Die Testerin, welche in Massage und Rehabilitation beim Pferd qualifiziert war, wurde nicht darüber informiert, welches Pferd welcher Behandlungsgruppe zugeteilt wurde. Am Tag null führte sie vier Bewertungen für jedes Pferd durch. Anschließend erhielten die Pferde in der Behandlungsgruppe die vorgeschriebene Behandlung von täglich 30 Minuten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, während die Kontrollgruppe keine Behandlung erhielt. Es gab kein festgelegtes Protokoll, welche Körperregion des Pferdes behandelt wurde; vielmehr konzentrierte sich die Behandlung auf die Bereiche, die jedes einzelne Pferd benötigte.  

Die einzigen Pferde, die sich in allen vier Bewertungskategorien, die sich vor allem auf die Beweglichkeit und die Reaktion auf Druck bezogen, verbesserten, waren diejenigen in der Behandlungsgruppe. Einige Pferde aus der Kontrollgruppe verbesserten sich zwar in einigen Bereichen, aber diese Verbesserung war im Vergleich eher geringfügig. Zusammenfassend stellte Andrea Good fest, dass das Hofmag-Gerät eine signifikant positive Wirkung auf muskuloskelettale Schmerzen bei Pferden in Bezug auf Muskeltonus, passive Beweglichkeit der Gliedmaßen und Wirbelsäule sowie Schmerzmodulation habe.  

HOFMAG 

Mit kurzen und hochintensiven, gepulsten Magnetwellen durchdringt das Hofmag-Therapiegerät das Gewebe und stimuliert auf zellulärer Ebene die natürlichen Selbstheilungsmechanismen des Pferdes. Das Gerät erzeugt SYNU-Wellen basierende, sich abwechselnde magnetische Felder, dringt über 20 cm tief ins Gewebe ein und liefert schnellere Ergebnisse aufgrund einer längeren Exposition gegenüber dem magnetischen Feld. Die pulsierende Magnetfelder können die köpereigene Regeneration von Knorpel-, Knochen-und Bindegewebszellen beschleunigen und Entzündungen abbauen. Die PEMF-Technologie (pulsed electromagnetic fields) verbessert auch die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Muskeln. Hofmag beugt Verletzungen z. B. des Bewerbungsapparates vor, aktiviert das Immunsystem und steigert die Leistungsfähigkeit des Tieres.  

Das Hofmag verfügt über fünf verschiedene, austauschbare Schlaufentypen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen.  

Prominente Nutzer des Equitrons sind beispielsweise Jessica von Bredow-Werndl und Simone Blum. 

Weitere Infos: www.hofmagtherapy.com

Equitron: Studienergebnisse 

Auch zur Wirkung des Equitrons wurde eine Studie durchgeführt. Die repetitive periphere Magnetstimulation (rPMS) gilt schon seit Ende der 1970er Jahre als sicher und wirksam bei der Behandlung von Knochenbruchheilungsstörungen. Sie wird bei der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, einschließlich verzögerter Wundheilung (Beispiel: diabetischer Fuß), Verletzungen des Weichteilgewebes und zur Begrenzung chronischer oder post-operativer Schmerzen. Die Firma healthfactories GmbH hat aufbauend auf mehrjähriger Erfahrung im Bereich der rPMS-Therapie Geräte entwickelt, welche die kontrollierte und reproduzierbare Generierung von pulsierenden, elektromagnetischen Feldern mit einer hohen, magnetischen Flussdichte von bis zu 100 millitesla (mT) erlaubt – HECT (High Energy Cell Treatment).  

Bei der Studie, die von der Firma healthfactories GmbH in Zusammenarbeit mit dem Biologen Prof. Dr. Andreas Traweger umgesetzt wurde, galt es,  die molekularen und zellulären Wirkmechanismen von HECT zu untersuchen – hierbei im Speziellen in Bezug auf Verletzungen an Sehnen und Bändern von Pferden.  

Anhand von 3D Zellkulturmodellen, welche eine Entzündung im Sehnengewebe simulieren, konnte die Forschungsgruppe um Prof. Traweger zeigen, dass durch die Anwendung von HECT die Aktivität von ca. 5400 Genen verändert wird. Dadurch werden zelluläre Prozesse ausgelöst, welche eine anti-entzündliche Wirkung (sogenannte Zytoprotektion) vermitteln und den Auf- und Umbau von Sehnengewebe ermöglichen. Zusätzlich konnten die Forscher zeigen, dass mittels HECT die Zelltod-Rate (sog. Apoptosen), welche durch ein entzündliches Geschehen stark erhöht ist, deutlich vermindert wird. 

Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse laut den Wissenschaftlern, dass HECT die negativen Prozesse eines unkontrollierten, entzündlichen Stimulus vermindert und somit regenerative Prozesse unterstützt, welche den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Diese Wirkmechanismen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit auf andere Gewebe und Erkrankungen übertragbar, da es sich um fundamentale, zelluläre Prozesse handele, die bei der Wundheilung eine Rolle spielten. 

Equitron – High Energy Cell Treatment (HECT) 

equitron-pro ist ein veterinärmedizinisches Therapiesystem, welches mit hohen Energien Pulse im Nano-Sekundenbereich erzeugt und über eine Behandlungsschlaufe an die betroffene Stelle induziert. High Energy Cell Treatment (HECT) ist auch bekannt als Repetitive Periphere Magnet Stimulanz (RPMS). Über die Behandlungsschlaufe, die auf die zu therapierenden Körperstellen aufgelegt wird, werden kurze, jedoch extrem starke Energiefelder mit bis zu 120 Millionen Watt an den Körper abgegeben und über 20 cm tief induziert, um so die Selbstheilungskräfte (Geneexpression) um ein Vielfaches zu erhöhen. Die Behandlung erfolgt berührungsfrei, sodass sie auch an offenen Wunden oder bei besonders sensiblen Pferden möglich ist. Die Intensität der Energieimpulse kann für jeden Patienten optimal dosiert werden. Dadurch wird das Pferd an die Therapie gewöhnt. Der Hersteller beschreibt: „Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Körpers um ein Vielfaches erhöht. equitron-pro wirkt auf zellulärer Ebene und hat einen direkten und positiven Einfluss auf die Genexpression des Körpers- zum Beispiel entsteht durch einen Unfall eine offene Wunde oder ein Bruch, sorgt die Genexpression dafür, dass die Wunde möglichst schnell geschlossen wird und der Bruch wieder heilt. Es werden Signale von den betroffenen Stellen ausgesendet, im Gehirn verarbeitet und anschließend in den Zellen die entsprechenden Gene aktiviert. Durch die Aktivierung der Gene werden Proteine hergestellt. Nach nur einer Behandlung mit equitron-pro wird die Produktion dieser Proteine gesteigert – und somit der Heilungsprozess beschleunigt. So kann auch die Bildung von Narbengewebe verhindert werden.“  

Prominente Nutzer des Equitrons sind beispielsweise Christian Ahlmann und Isabell Werth. 

Weitere Infos: www.equitron-pro.com 

Anwendung in der Praxis 

Martin Sterzenbachs Hofmag-Gerät ist seit der Anschaffung quasi im Dauereinsatz, manch ein Besitzer bringt sein Pferd sogar in seinen Stall, um eine intensivere Behandlung zu ermöglichen. „Neben der Lockerung der Muskulatur konnten wir schon geschädigte Gelenke, Sehnenschäden und sogar Knochenbrüche erfolgreich behandeln“, sagt der Experte. „Die Heilungszeit ließ bei regelmäßiger Behandlung mindestens um die Hälfte verkürzen.“ Denn: Bei schwerwiegenderen Verletzungen empfiehlt es sich, zweimal täglich zu behandeln und das möglichst für 10 bis 15 Minuten auf höchster Stufe. „Ich habe es nicht selten, dass Tierärzte staunen, wie schnell beispielsweise Sehnen heilen.“  

13 Intensitätsstufen gibt es beim Hofmag sowie verschiedene Schlaufen für verschiedene Körperbereiche. Sterzenbachs Erfahrung nach können Knochen, Sehnen und Bänder mit der höchsten Stufe behandelt werden – denn diese Bereiche sind weniger empfindlich als beispielsweise die Muskulatur. Auch wenn manche Pferde den Schlaufen am Körper zunächst einmal skeptisch begegnen, so sei es noch nie vorgekommen, dass er ein Pferd nicht therapieren konnte oder es eine Sedierung brauchte. „In der Regel merken sie sehr schnell, wie gut ihnen die Behandlung tut.“   

Auch zur Lockerung verspannter Muskulatur tragen die Impulse bei. Foto: Equipics/Zachrau
Auch zur Lockerung verspannter Muskulatur tragen die Impulse bei. Foto: Equipics/Zachrau

Fesselträgerschaden: Schnellere Heilung 

Ein Beispiel für ein Pferd, das er behandelt hat: „Das Pferd hatte einen Fesselträgerschaden, die Tierärzte hatten empfohlen, mindestens ein Dreivierteljahr das Training zu pausieren. Vom Einsatz eines Hofmags rieten sie ab, das bringe sowieso nichts. Die Besitzerin hat sich dennoch dafür entschieden und fuhr nach sechs Wochen zum Ultraschall-Kontrolltermin. Der Tierarzt fiel aus allen Wolken und konnte nicht glauben, wie gut die Verletzung in der kurzen Zeit schon geheilt war.“ 

Und auch eines seiner eigenen Pferde konnte Sterzenbach erfolgreich zur schnellen Genesung verhelfen. „Ich hatte eine Stute, die sich einer Kolik-OP unterziehen musste. Die Ärzte rieten zu mindestens drei Monaten Pause. Ich habe die Schlaufe täglich eine Viertelstunde auf die Narbe gehalten – nach dreieinhalb Wochen schaute ein Tierarzt drauf und versicherte mir, dass die Stute problemlos wieder antrainiert werden könnte.“  

Anwendungsbereiche  

Schmerztherapie  

Behandlung der Schmerzursache, nicht nur der Symptome: Pulsierende Magnetfelder können den Zellstoffwechsel verbessern und die Selbstheilungskräfte anregen. Sie können schmerzlindernd, entzündungshemmend und geweberegenerierend wirken. 

Regeneration 

Entzündung sind natürliche Abwehrreaktion des Körpers mit dem Ziel, den Auslöser bzw. die Ursache zu beseitigen. PEMF beschleunigt diesen reaktiven Prozess und aktiviert die Regeneration von Zellen und Geweben. Pulsierende Magnetfelder können als begleitende Therapie die Rehabilitationszeiten deutlich verkürzen. 

Stimulation von Faszien und Muskeln  

Die Therapie beugt muskulären Verspannungen, Muskelkrämpfe und Muskelverhärtungen mit gepulsten, elektromagnetischen Wellen vor. Die PEMF-Therapie verbessert die Sauerstoffversorgung der Muskeln, löst verklebte Faszien und dringt in schwer zugängliche Bereiche vor. 

Laminitis – Hufrehe behandeln  

Bei akuten, schmerzhaften Prozessen wie Hufrehe (Laminitis) reduzieren die gepulsten Magnetwellen Schmerzen und Beschwerden. Als begleitende therapeutische Maßnahme können sie lindern die Entzündung lindern und den Heilungsprozess beschleunigen. 

Knochen- und Wundheilung 

Knochenprobleme (z. B. Brüche, Knochenfissur, Spat, Überbeine etc.) und offene Wunden verursachen erhebliche Schmerzen. Sie führen häufig zu langen Stehzeiten bei Pferden. PEMF-Therapie unterstützt und kann den Heilungsprozess deutlich verkürzen. 

Leistung und Wohlbefinden steigern 

Magnetfeldimpulse erhöhen die Energiezufuhr, aktivieren das Immunsystem und fördern das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft von Pferden, Hunden und anderen Kleintieren. Sie können dopingfrei Erkrankungen und Verletzungen vorbeugen. 

Quelle: www.martin-sterzenbach.de 

Schulterbruch erfolgreich behandelt 

Ein Beispiel für einen erstaunlichen Behandlungserfolg mit dem Equitron-pro ist die Geschichte des Wallachs Amari, der sich bei einem Sturz die Schulter, den zweiten Brustwirbel und vier Rippen brach. Es folgte eine Therapie mit dem Equitron-pro, High Energy Cell Treatment – bereits zwei Tage nach der ersten Behandlung waren die Blutergüsse und somit die Schwellung des Bereichs verschwunden. Nach sechsmaliger Behandlung war rein äußerlich kaum noch sichtbar, dass die Schulter frakturiert war. Eine anschließende Ultraschalluntersuchung durch den behandelnden Orthopäden Sascha Schmitz offenbarte: Amaris Schulterblatt war wieder zusammengewachsen – mittlerweile ist der Wallach wieder top fit und kann die Schulter in allen Bewegungen normal belasten.

Der RRP-Experte: MARTIN STERZENBACH

Martin Sterzenbach
Martin Sterzenbach

Martin Sterzenbach ist Pferdewirt, Hufschmied, mehrfacher rheinischer Meister, Deutscher Berufsreiterchampion 2019 und kann 200 Siege im S-Springen vorweisen. Seit einigen Jahren ist er zudem als Hofmagtherapeut unterwegs und Ansprechpartner für die innovative Magnetfeldtherapie.

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