Der Allianz Park in Aachen stand drei Tage lang ganz im Zeichen der internationalen Para-Dressur. Beim CPEDI3* im Rahmen des CHIO Aachen CAMPUS Turniers zeigten 46 Reiterinnen und Reiter aus 22 Nationen eindrucksvoll, wie viel Präzision, Harmonie und sportliche Qualität in diesem Sport steckt.
Gleichzeitig war das Turnier die erste wichtige Standortbestimmung für die deutschen Para-Dressurreiter mit Blick auf die Weltmeisterschaften – und lieferte vielversprechende Ergebnisse. In der Teamwertung mussten sich die Deutschen nur knapp geschlagen geben und belegten mit 433,851 Punkten Rang zwei hinter Dänemark (436,020 Punkte). Die Schweden wurden Dritter. Für Deutschland gingen Heidemarie Dresing mit Poesie, Regine Mispelkamp mit Pramwaldhof’s Bayala OLD sowie Isabell Nowak mit Siracusa OLD an den Start.
Heidemarie Dresing nicht zu schlagen
Überragende Akzente setzte einmal mehr Heidemarie Dresing in Grade II. Mit ihrer Stute Poesie dominierte sie das gesamte Wochenende und gewann alle drei Prüfungen. Bereits im FEI Para Grand Prix A zeigte sie eine überzeugende Vorstellung und sicherte sich mit 76,38 Prozent souverän den Sieg. Im Grand Prix B konnte sie sich nochmals steigern und gewann auch diese Prüfung mit starken 78,222 Prozent. Mit einer ausdrucksstarken und harmonischen Vorstellung in der Kür erzielte sie 81,878 Prozent und ließ der Konkurrenz erneut keine Chance.

Gianna Regenbrecht ging mit ihrem Wallach Tomorrowland ebenfalls in Grade II an den Start und zeigte über das gesamte Turnier hinweg konstante Leistungen. Im FEI Para Grand Prix A belegte sie mit 65,115 Prozent den siebten Platz. Im Grand Prix B erreichte sie mit 60,333 Prozent ebenfalls Rang sieben. In der abschließenden Kür konnte sich das Paar nochmals steigern und kam mit 66,423 Prozent erneut auf den siebten Platz. Damit präsentierte sich Gianna Regenbrecht mit stabilen Ergebnissen über alle drei Prüfungen hinweg und bestätigte ihre Form auf internationalem Niveau.
Zwei Siege für Mispelkamp
Auch in Grade V war nicht nur das Rheinland, sondern auch Deutschland bestens vertreten. Regine Mispelkamp knüpfte mit Pramwaldhof’s Bayala OLD an ihre starke Form an und präsentierte sich beim CPEDI3* in Aachen in herausragender Form. In Grade V dominierte sie mit ihrer Stute Pramwaldhof’s Bayala OLD bereits die beiden Grand Prix-Prüfungen: Sowohl im FEI Para Grand Prix A als auch im Grand Prix B setzte sie sich jeweils an die Spitze des Feldes und sicherte sich souverän die Siege. Mit 70,342 Prozent im Grand Prix A und einer weiteren Steigerung auf 73,07 Prozent im Grand Prix B unterstrich das Paar seine konstante Leistung. Auch in der abschließenden Kür zeigten Mispelkamp und Bayala eine ausdrucksstarke, harmonische Vorstellung. Mit 77,608 Prozent belegte sie den zweiten Platz und rundete damit ein äußerst erfolgreiches Turnierwochenende ab.

Konstante Leistungen von Nowak
Isabell Nowak ging beim CPEDI3* in Aachen mit ihrem Hengst Siracusa OLD an den Start und zeigte über alle drei Prüfungen in Grade V konstante Leistungen. Im FEI Para Grand Prix A erreichte sie mit 66,539 Prozent den siebten Platz. Im anschließenden Grand Prix B konnte sie sich steigern und belegte mit 69,298 Prozent Rang fünf. Auch in der abschließenden Kür bestätigte sie ihre Form und wurde mit 72,517 Prozent ebenfalls Fünfte.

Guter Einstand für Jennifer Angus
Aus rheinischer Sicht besonders erfreulich verlief das Turnier für Jennifer Angus in Grade III. Die gebürtige Kanadierin, die seit einigen Jahren in Deutschland trainiert, konnte sich im Verlauf des Turniers deutlich steigern und erreichte mit Day-Lights Soulmate in der Kür einen starken vierten Platz. Ihr Weg in den internationalen Parasport ist dabei noch vergleichsweise jung: „Mein erstes internationales Turnier war vor etwa drei Jahren – das war unglaublich spannend“, berichtete Angus im Gespräch. Die Entscheidung, nach Europa zu gehen, sei ganz bewusst gefallen: Sie habe in Deutschland trainieren wollen, „dort, wo das Zentrum des Dressursports ist.“ Auch vom Turnier in Aachen zeigte sie sich beeindruckt. Die Bedingungen im Allianz Park bezeichnete sie als außergewöhnlich: „Alles ist perfekt organisiert, sauber, und die Menschen sind unglaublich freundlich. Es ist eine großartige Erfahrung, hier zu sein.“
In Grade IV zeigte Anna-Lena Niehues mit Vive L’amour ebenfalls konstante Leistungen. Nach zwei zweiten Plätzen in den Grand Prix-Prüfungen behauptete sie sich auch in der Kür mit Rang vier und unterstrich ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem stark besetzten Feld.
Fütterer-Sommer: Positives Fazit
Neben den sportlichen Ergebnissen spielte auch die besondere Atmosphäre eine zentrale Rolle. Fairness, gegenseitige Unterstützung und ein respektvolles Miteinander über Nationengrenzen hinweg prägten das Turnier und machten es zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.
Auch Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer zog ein positives Fazit – mit Blick auf die Bedeutung des Turniers im weiteren Saisonverlauf. Gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr ebenfalls in Aachen stattfinden, habe diese Veranstaltung eine besondere Rolle gespielt. „Eine Weltmeisterschaft in Aachen ist etwas ganz Besonderes – vor heimischer Kulisse und an einem der bedeutendsten Orte des Pferdesports überhaupt“, sagte sie. Zugleich sei das Turnier ein wichtiger Bestandteil des Sichtungswegs gewesen: „Dass wir hier bereits im Stadion starten konnten, ist für uns eine Besonderheit und ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung.“ In den kommenden Wochen folgen weitere Stationen, bevor die endgültige Nominierung für die Weltmeisterschaften feststeht.

Testlauf für die WM
Für Turnierleiterin Nina Strang war das internationale Para-Turnier ein wichtiger Testlauf im Hinblick auf die Weltmeisterschaften. Dabei ging es nicht nur um sportliche Abläufe, sondern auch um organisatorische und strukturelle Aspekte. „Für uns ist das ein Testlauf, um zu sehen, wie viele zusätzliche Abläufe und Personen wir berücksichtigen müssen“, erklärte sie. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Barrierefreiheit. Bereits im Vorfeld wurde das Gelände umfassend analysiert und angepasst, etwa durch neue Leitsysteme und bauliche Veränderungen, um die Wege für alle Beteiligten zugänglicher zu gestalten. Auch im Ablauf der Prüfungen gibt es Besonderheiten, etwa bei der Zeitplanung, die auf die individuellen Bedürfnisse der Athleten abgestimmt wird.





