
Der Wettergott meinte es nicht gut mit Teilnehmern und Zuschauern der Grand Prix-Kür unter Flutlicht am Samstagabend beim Chiemsee Pferdefestival. Doch auch strömender Regen konnte Jessica von Bredow-Werndl und Diallo nicht aufhalten.
Mit Wertnoten knapp unter 80 Prozent für die technische Ausführung und 84 bis 89 Prozent für die B-Note sicherten sich die vierfache Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl nach dem Grand Prix auch die Kür des Chiemsee Pferdefestivals auf Gut Ising. Was die Aubenhausenerin besonders gefreut haben dürfte: Trotz Wetter, Flutlicht und Regenschirmen schien Diallo in der Kür noch entspannter zu sein als im Grand Prix und ging eine schöne Prüfung zu französischen Akkordeon-Klängen, Perry Comos „Magic Moments“ von 1957 und Shirley Basseys „Big Spender“.
Bruder Benjamin Werndl kommentierte die Ritte und resümierte: „Das war gut, Jessi!“ Besonders angesichts dessen, dass Diallo nach dem kometenhaften Start in Hagen, München und Balve in Aachen Nerven zeigte. „Natürlich ist das im ersten Jahr noch ein Kennenlernen“, ordnete Benjamin Werndl ein. Alles in allem sei man aber froh, ein Pferd zu haben, „das mit nur zehn Jahren schon so sicher“ ist . Das war jetzt die zweite Kür des Paares und die Vorbereitung auf die Hallensaison mit den Weltcup-Turnieren. „Ich bin sehr zufrieden als dein Bruder und dein Mit-Trainer“, grinste Werndl und fügte dann in Anspielung auf einen dicken Taktfehler im letzten starken Trab noch hinzu: „Heute morgen haben wir uns noch darüber unterhalten, wie man das Zulegen am besten Reitet. Das letzte war jetzt nicht ideal …“ Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Am Sieg konnte der Lapsus aber nichts ändern.
Rheinische Erfolge auf Gut Ising
Platz zwei in der Kür ging ins Rheinland, denn hier trumpften Leonie Krull von der Reitsportgemeinschaft Nierst e.V. und ihre All at Once-Tochter All We Need auf, gefolgt von U25 Europameister Moritz Treffinger im Sattel von Fiderdance. Krull und ihre selbstgezogene Rheinländer Stute gewannen zudem den Grand Prix Special am Sonntag mit 71,634 Prozent und ließen dabei Benjamin Werndl mit Quick Decision hinter sich (70,915). Mit ihrem zweiten Pferd Sternenwanderer belegte Krull zudem Platz drei im Special.
Auch die Werndls haben seit einiger Zeit ein Pferd aus rheinischer Zucht in ihrem Stall: den nun sechsjährigen Vogue. Der Vitalis-Sohn aus der Zucht von Pastor Herbert Werth aus Moers begann seine Karriere einst als Prämienhengst der NRW-Hauptkörung, war dann Preisspitze des Hengstmarkts, ging zu Helgstrand Dressage und wurde dreijährig Bundeschampion. Dann wurde er nach Aubenhausen verkauft, gehört nun der EE Imvest GmbH, der Familie Viessmann. Auf Gut Ising wurde er von Benjamin Werndl in einer Dressurpferdeprüfung Klasse M vorgestellt und belegte mit 8,8 Rang zwei. Die Einzelnoten: Trab 9,2, Galopp 8,8, Schritt 8,5, Durchlässigkeit 8,5, Gesamteindruck 9,0.
Sieger war mit 8,82 der Österreichische Warmblüter Scandic v. Secret-Scuderia unter dem Münchener Rudolf Widmann.





