Das Team Norka Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald sicherte sich seinen vierten WM-Titel. Foto: van Bebber
Das Team Norka Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald sicherte sich seinen vierten WM-Titel. Foto: van Bebber

WM Voltigieren: Kürzeit im Allianz-Park

Das Team Norka Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald sicherte sich seinen vierten WM-Titel. Foto: van Bebber
Das Team Norka Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald sicherte sich seinen vierten WM-Titel. Foto: van Bebber

In den Kür-Durchgängen fielen am Samstag die ersten Medaillenentscheidungen bei der Voltigier-Weltmeisterschaft in Aachen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie eng Glück und Pech auf internationalem Top-Niveau beieinanderliegen. Für die rheinischen Teilnehmer gab es am Ende einmal Gold und einmal Bronze – eine starke Bilanz.

Titelverteidigung geglückt

Mit einer spektakulären Kür präsentierten sich die Kölner Voltigierer auf absolutem Weltklasse-Niveau. Foto: Thamm
Mit einer spektakulären Kür präsentierten sich die Kölner Voltigierer auf absolutem Weltklasse-Niveau. Foto: Thamm

Die Stimmung im Allianz-Park hätte besser nicht sein können. Sommerliche Temperaturen, volle Zuschauerränge und weltklasse Sportler, die mit ihren Auftritten für so viel Stimmung im Voltigierstadion sorgten, dass der Jubel bis in die Zeltstadt zu hören war. Besonders, als das Team NORKA Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald – als Letzte von insgesamt 16 Voltigiergruppen – zur Mission Titelverteidigung antrat. Schon in der Pflicht hatten Gianna Ronca, Philip Goroncy, Larina Helpertz, Yara Jolie Scheel, Fabio Ring und Bela Lehnen ihre Ambitionen deutlich gemacht. Mit einer phänomenalen Kür konnte das Kölner Erfolgsteam gemeinsam mit Westfalenwallach Equador NRW und Longenführerin Alexandra Knauf nach 2018, 2022 und 2024 dann seinen nunmehr vierten Weltmeistertitel nach Hause holen. Zahlreiche Neunernoten im Protokoll führten zu 8,745 Punkten in der Kür und zu 8,477 Punkten in Summe, die den klar verdienten Sieg bedeuteten. Silber ging an die Mannschaft aus Frankreich, die auf Fürst Fridolin HDC an der Longe von Sirine Abousaid insgesamt 8,200 Punkte erzielte. Zu 7,900 Punkten und Bronze voltigierten die österreichischen Athleten auf dem Rücken von Broadway NH, longiert von Martina Seyrling. 

Eine Medaille, ein Sturz

Bela Lehnen holte Bronze bei den Herren. Foto: Thamm
Bela Lehnen holte Bronze bei den Herren. Foto: Thamm

Im Einzelvoltigieren der Herren gab es in den letzten Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Gold und Silber, das im Titelgewinn für Quentin Jabet gipfelte. Der Franzose hatte bereits die Pflicht gewonnen, in der Technik dann aber das Nachsehen hinter Sam dos Santos aus den Niederlanden gehabt. In der Kür hatte dann wieder Quentin Jabet die Nase vorn, der sich mit 9,122 Punkten und deutlichem Abstand an die Spitze setzte. 8,794 Gesamtpunkte erbrachten dem Sportler, der vom niederländisch gezogenen Wallach Estado IFCE und von Loic Devedu an der Longe durch den Wettbewerb begleitet wurde, die Goldmedaille. Silber ging somit an Sam dos Santos, dessen Schwester Emy das Familienpferd Hero sicher an der Longe hielt. Die Kür dieses Trios wurde mit 8,449 Punkten bewertet, unter dem Strich standen schließlich 8,508 Punkte. 

Mit Bronze bei den Herren sicherte sich Bela Lehnen eine weitere Medaille an diesem spannenden Turniertag. Der Athlet vom Voltigierverein Köln-Dünnwald konnte sich in allen drei Wertungsprüfungen beständig auf hohem Niveau präsentieren und nach zwei dritten Plätzen in Pflicht und Technik auch die Kür als Drittbester abschließen. Spektakulär und zugleich elegant, zeigte er auf dem Rücken des Mecklenburgers Max akrobatische Höchstleistungen, die mit 8,617 Punkten bewertet wurden. Insgesamt verbuchten der 21-jährige Voltigierer und seine Longenführerin Alexandra Knauf schließlich 8,448 Punkte auf ihrem Konto.

Thomas Brüsewitz hatte dieses Jahr etwas Pech. Foto: Thamm
Thomas Brüsewitz hatte dieses Jahr etwas Pech. Foto: Thamm

Für den Kölner Routinier Thomas Brüsewitz lief die diesjährige Weltmeisterschaft unterdessen nicht wie erhofft. Nach Rang neun in der Pflicht, konnte sich der 32-Jährige in der Technik auf den vierten Platz vorarbeiten und den Medaillenrängen damit deutlich näherkommen. Der Traum von Edelmetall zerplatzte jedoch nach einem Sturz in der Kür. Passiert war ihm nichts, er konnte seine Vorstellung zu Ende bringen – mit dem dreizehnten Platz rückte das Podium jedoch in weite Ferne. 

Deutsche Damen nicht zu schlagen

Im Einzelvoltigieren der Damen blieben die Medaillen allesamt im eigenen Land. Nachdem sie schon Pflicht und Technik gewonnen hatte, war Alice Layher als klare Titelfavoritin in die Kür gestartet – und wurde dieser Rolle mit einer rundum gelungenen Darbietung mehr als gerecht. 9,357 Punkte waren von der Konkurrenz nicht zu schlagen, die Goldmedaille war ihr sicher. Diese erturnte sich die Voltigiererin mit beeindruckenden 9,041 Gesamtpunkten, wobei sie von FBW Candy, einer Stute aus der deutschen Sportpferdezucht, und Daniel Zembrot an der Longe unterstützt wurde. Der Silberrang ging, wie erwartet, an Kathrin Meyer. Mit ihrem Pferd Capitain Claus OLD und Longenführerin Gesa Bührig beendete sie alle Durchgänge hinter Alice Layher auf dem zweiten Rang – so auch die Kür, in der sie 9,116 Punkte erzielte. Ihr Gesamtergebnis belief sich auf 8,862 Punkte. Zur Bronzemedaillengewinnerin avancierte Annemie Szemes, die in Pflicht und Technik als Vierte und Fünfte das Stadion verließ, mit einer starken Kür aber nochmal einige Punkte gutmachen konnte. Auf dem Rücken von Rubinio, longiert von Nina Vorberg, voltigierte sie hier zu 8,814 Punkten. Ihr Endergebnis von 8,436 Punkten reichte schließlich für einen Treppchenplatz bei den Weltmeisterschaften 2026.

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