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Spannender Sport

Julia de Ridder verwandelte auch ihren diesjährigen Start in Aachen in eine Platzierung.

Wer heute Vormittag durch die Soers gestreift ist, konnte es sofort hören: Die große Begeisterung, die Pferde bei Menschen auslösen. Genauer gesagt bei jungen Menschen, denn im Rahmen des Kindertages hatte der Veranstalter die Aachener Schulkinder eingeladen, die mit ihren Lehrern in Scharen auf das Turniergelände strömten.

Voller Begeisterung erlebten die Kinder spannenden Sport und erfreuten sich an den Pferden und ihren Reitern, die im Parcours Höchstleistungen zeigten. Das ist genau der richtige Weg, um dem Nachwuchs den Pferdesport näher zu bringen und das besondere Gefühl zu schüren, welches jeder kennt, der einmal einen Tag in der Soers verbracht hat. Hat man diese besondere Atmosphäre einmal genossen, möchte man immer wieder herkommen. Und wer weiß – vielleicht saß ja ein Aachen-Sieger oder eine Aachen-Siegerin der Zukunft auf der Tribüne.

Doch nicht nur den Kindern wurde toller Sport geboten. Im Parcours boten vier Prüfungen hochkarätigen Sport. Und auch auf dem Dressurviereck ging es heute zum ersten Mal um Sieg und Platzierungen. Mit dabei auch wieder rheinische Viereckskünstler, die man in Aachen bereits gut kennt. Julia de Ridder hatte dabei eine kurze Anfahrt, kommt sie doch quasi aus der Nachbarschaft und durfte bereits mehrfach ins Deutsche Bank Stadion einreiten. Dieses Mal hatte sie Diamantinos mitgebracht. Einen Sohn des Dankeschön, den sie seit vergangenem Jahr auf Turnieren vorstellt. Zuletzt konnte das Paar sich in Kronberg platzieren. Und auch im heutigen Prix St. Georg trabten die beiden erneut zum Erfolg. Mit 70,176 Prozent gingen sie an vierter Stelle auf die Ehrenrunde. In der Prüfung zeigte der Wallach sich bewegungsstark und konnte besonders in den Übergängen Punkte sammeln. Sieger dieser Prüfung war Frederic Wandres mit seinem Nachwuchspferd Quizmaster. Sie überzeugten besonders in den Traversalen und im Schritt und konnten die Prüfung mit 73,97 Prozent beenden. Rang zwei sicherten sich Charlott Maria Schürmann und Dante`s Pearl, die kürzlich noch in Balve überzeugen konnten. Das bewegungsstarke Nachwuchspferd zeigte sich zwar im versammelten Schritt ein wenig spannig, insgesamt war die Vorstellung aber von viel Harmonie geprägt. Diamante Negro galoppierte mit seiner Reiterin Juliane Brunkhorst an dritter Stelle auf der Ehrenrunde. Diese beiden wurden mit 72,088 Prozent bewertet. Auch diese beiden konnten besonders in den Traversalen punkten.

Platz vier hieß es am Ende für Julia de Ridder im Prix St.Georg

Während es im morgigen Nationenpreis auf dem Dressurviereck um ein möglichst gutes Teamergebnis und besonders für die deutschen Reiter auch noch um die begehrten Tickets zur Olympiade geht, gingen heute bereits 22 Reiter im Grand Prix der 4*-Tour an den Start. Als einziges Paar knackten die Engländerin Charlotte Fry und Glamourdale die 80 Prozentmarke und galoppierten damit zum Sieg. Das Paar hatte offenbar im Winter noch einmal an den Piaffen gearbeitet und konnte in der Passage die ersten Neunen im Protokoll sichern. Bekannt ist Glamourdale unter anderem für seine große Galoppade. Heute erhielt er für den starken Galopp zwei Mal die Idealnote Zehn. Und auch für einzelne Fliegende Wechsel und das abschließende Halten finden sich Zehnen im Protokoll des Paares. Rang zwei sicherten sich DSP Quantaz und Isabell Werth. 75,543 Prozent waren sich die Richter sich auch bei diesem Paar über die Rangierung komplett einig. Auf der Deutschen Meisterschaft in Balve hatten Werth und der Braune noch mit Fehlern zu kämpfen, war Quantaz mehr bei seiner Reiterin und ließ sich besser auf die Aufgabe ein. In der zweiten Piaffe zückte die Chefrichterin bei C eine neun, und auch ansonsten wurden die Piaffen gut bewertet. An dritter Stelle reihte sich Frederic Wandres im Sattel von Duke of Britain ein. Wandres geht morgen als Teamkollege von Isabell Werth auch im Nationenpreis an den Start und hat mit Duke of Britain bereits Championatserfahrung. Heute schloss das Paar den Grand Prix mit 73,913 Prozent ab.

Katrin Eckermann zwei Mal null

Das Auftaktspringen im Parcours sicherte sich Richard Vogel im Sattel von Phenyo van het Keysersbos. Kurz vor Ende der Prüfung galoppierte das Paar auf den heiligen Rasen. Erst seit kurzem zusammen im Parcours unterwegs, ritt Vogel trotz der fehlenden gemeinsamen Erfahrung eine schnelle Runde. Bewusst auf Sieg geritten sei er jedoch nicht. An zweiter Stelle galoppierte mit Denis Lynch ein Ire auf der Ehrenrunde, der ebenfalls für schnelle Runden bekannt ist. Im Sattel von Iberio blieb er ebenfalls fehlerfrei. Genau wie sein an dritter Stelle platzierte Landsmann Shane Sweetnam, der Irandole du Flot gesattelt hatte. Das Finale des Deutschen Springpokals der U25-Reiter konnte Enno Klaphake gewinnen. Damit galoppierte er quasi in den Hufspuren seiner großen Schwester Laura Klaphake, die diese Prüfung einst ebenfalls gewinnen konnte. Enno Klaphake setzte sich in einem acht Teilnehmer starken Stechen gegen die starke Konkurrenz durch. NC Verso Red Wine war hierbei sein vierbeiniger Sportpartner. Als amtierende Deutsche Meisterin der U25-Reiter war auch Mylen Kruse eine heiße Anwärterin auf den Sieg. Am Ende platzierte sie sich mit Lovelight an zweiter Stelle. Und auch der Reiter auf Rang drei hat schon große Erfolge gefeiert. So konnte er dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge das Hamburger Derby gewinnen. In Aachen ritt er allerdings nicht sein Derby-Pferd, sondern DSP Kontendra. Unterstützt wird diese Prüfungsserie übrigens von Holger Hetzel, der als Landestrainer der rheinischen Springreiter auch auf dieser Ebene den Nachwuchsspringsport nachhaltig unterstützt. Auch seine Tochter Laura hatte sich für die Finalprüfung empfehlen können. Gestern noch an vierter Stelle platziert, muss sie ihren Start heute zurückziehen. Ihre Stute fühlte sich am Morgen nicht hundertprozentig gut an. Und auch wenn Laura Hetzel gerne noch einmal auf den rheinischen Rasen galoppiert wäre, entschied sie sich zum Wohle des Pferdes auf den Start zu verzichten.

Nach der Platzierung der U25-Reiter wurde in einem weiteren Springen der 5*-Tour nach Siegern und Platzierten gesucht. Das Siegerpaar profitierte im anspruchsvollen Parcours von der langjährigen gemeinsamen Erfahrung. Der Mexikaner Eugenio Garza Perez pilotierte den 16-jährigen Victer Finn DH Z fehlerfrei durch beide Phasen. Das Paar hat sich über Junge Reiter-Prüfungen bis hin zu Championaten zusammen entwickelt und kann nun eine goldene Schleife in Aachen zur gemeinsamen Erfolgsgeschichte hinzufügen. Die zweite silberne Schleife des Turniers sicherten sich Richard Vogel und Cydello. Der Reiter ist aktuell auf einer wahren Erfolgswelle unterwegs und beendete erneut beide Phasen schnell und fehlerfrei. Und auch auf Rang drei gesellte sich ein erfolgsverwöhnter Name in die Platzierungsliste ein. Auch Ben Maher und Exit Remo konnten beide Phasen fehlerfrei beenden. Dies gelang auch Katrin Eckermann mit Chao Lee. Die beiden sicherten sich zwar keine Platzierung unter den Top Ten, hatte aber einen guten Start in das Turniergeschehen. Und auch ihre zweite Runde im heutigen Aachener-Parcours konnte Katrin Eckermann fehlerfrei beenden. Gemeinsam mit Iron Dames Cala Mandia NRW qualifizierte sie sich für das Stechen im Preis von Europa. Dort fiel dann eine Stange, sodass das Paar am Ende an an elfter Stelle platziert war. Der Sieger des Springens hatte heute bereits die erste Ehrenrunde des Tages angeführt. Richard Vogel war auch im Preis von Europa das Maß aller Dinge. Dieses Mal im Sattel von Cepano Baloubet galoppierte er der Konkurrenz überlegen davon. An zweiter Stelle reihten sich Mclain Ward und Callas vor Jana Wargers auf Dorette ein. 

Fotos: Rebecca Thamm & Luisa Poose 

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