
Für 15 Gruppen aus insgesamt 13 Förderschulen mit unterschiedlichen Förderbedarfen (rund 100 Kinder und Jugendliche) aus dem gesamten Rheinland gab es zum Start in ihre Sommerferien eine Herausforderung ganz besonderer Art. Sie nahmen teil am Rheinischen Förderschul-MOVIE-CUP, der vom Pferdesportverband Rheinland e.V. und dem in Frechen-Buschbell beheimateten PRZ Frechen e.V. erstmals veranstaltet wurde.
Das MOVIE ist ein Voltigier-Trainingsgerät, das die Bewegung eines galoppierenden Pferdes realistisch nachahmt. Peter Höppner, der Erfinder des MOVIES stellte dem PRZ ein kindgerechtes MOVIE für diese Veranstaltung zur Verfügung. Das Voltgieren auf dem MOVIE benötigt Mut, Körperbeherrschung, Konzentration und vor allem eine große Portion Teamgeist. Üblicherweise voltigieren die Schulgruppen auf den Pferden der unterschiedlichen Pferdesportbetriebe und Vereine des Rheinlands. Um allen Schulen die Möglichkeit zu geben, ihr Können zu zeigen, wurde diesmal auf das echte Pferd verzichtet. Durch die Kooperation mit den jeweiligen Pferdesportbetrieben und Vereinen haben die Kinder und Jugendlichen über ein Schuljahr hinweg die Möglichkeit, durch handlungsorientiertes Lernen mit dem Pferd ganz besondere motorische und psychosoziale Erfahrungen zu machen.
Für die Reittherapeutin Isabell Rietling und die Voltigiertrainerin Yvonne Büschel von der St. Nikolaus-Schule Kall sind es ganz außergewöhnliche Erfahrungen, die die Kinder machen. „Kinder finden beim Voltigieren in der Gruppe einen ganz neuen Zugang zu sich und ihren Fähigkeiten. Sie überwinden die eigenen Ängste und lernen, zu erkennen und darauf zu achten, wenn jemand gerade Hilfe benötigt“, beschreiben sie ihre Beobachtungen nach dem ersten Voltigierjahr mit Kindern mit kognitivem Förderbedarf. Unterstützung in der Ausbildung der Pädagog*innen kommt vom Team des Pferdesport- und Reittherapie-Zentrums (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen, die in Kooperation mit dem Pferdesportverband Rheinland unter Federführung von Theresa Schulze-Pröbsting neue Wege gehen, indem sie das Format Rheinischer Förderschul-MOVIE-CUP gemeinsam entwickelt haben.
PRZ-Betriebsleiterin Inga Nelle berichtet über die Entwicklung des Voltigiersports für Menschen mit Behinderung: „Damit Menschen mit Behinderung die sehr vielfältigen positiven Eigenschaften des Voltigiersports für sich erfahren können, kommt es darauf an, dass immer mehr Pferdebetriebe und Vereine sich für Schulprojekte für Förderschulen sowie den Para-Voltigiersport öffnen und hier entsprechende Aus- und Fortbildungen erhalten.“
Die Richterin Meike Flüchten war beeindruckt davon, wie gut die Kinder und Jugendlichen von den Lehrer*innen und Voltigierpädagog*innen auf den MOVIE-CUP vorbereitet wurden. Die Gruppen in ihren Schul-T-Shirts oder Voltigiertrikots zeigten Einzel- und Doppelübungen zur selbst gewählten Musik. Die zahlreichen Zuschauer unterstützten die Sportler*innen mit viel Applaus. „Wir haben heute eine sehr positive Stimmung unter den Teilnehmenden erlebt. In dieser Atmosphäre sind alle weit über sich hinausgewachsen, haben gezeigt, was sie können, ihre eigenen Grenzen dabei überschritten, sich gegenseitig aufmerksam zugeschaut und unterstützt“, resümierte Inga Nelle.
Zu einem Wettbewerb gehören selbstverständlich auch Pokale, Schleifen und Preise. Die Gold-Kraemer-Stiftung stellte Sachpreise zur Verfügung, der Pferdesportverband Rheinland stifte die Preisschleifen und einen besonderen Preis gab es von der Stiftung Deutscher Voltigiersport, die an die teilnehmenden Förderschulen ein Lehrbuch der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) übergab, um ihnen für die weitere Trainingsarbeit kindgerechte Fachliteratur zur Verfügung zu stellen. Diese Veranstaltung war ein voller Erfolg und wird für das Jahr 2026 wieder geplant und hoffentlich weiterhin von allen unterstützt.



Peter Worms, Inga Nelle und Anja Reinhardt
Fotos: Peter Worms





