Platz zwei in Grand Prix und Kür für Isabell Werth und Wendy in Amsterdam. Foto: FEI/Leanjo de Koster
Platz zwei in Grand Prix und Kür für Isabell Werth und Wendy in Amsterdam. Foto: FEI/Leanjo de Koster

Platz zwei für Werth & Wendy in Amsterdam

Platz zwei in Grand Prix und Kür für Isabell Werth und Wendy in Amsterdam. Foto: FEI/Leanjo de Koster
Platz zwei in Grand Prix und Kür für Isabell Werth und Wendy in Amsterdam. Foto: FEI/Leanjo de Koster

Es war eine spannende Dressur Weltcup-Etappe in Amsterdam! Zum ersten Mal seit den Europameisterschaften in Crozet trafen Isabell Werth und Wendy auf Charlotte Fry und Glamourdale. Außerdem unter anderem dabei: das britische Dreamteam Becky Moody/Jagerbomb, Charlotte Dujardin mit Alive and Kicking sowie aus Deutschland U25-Europameister Moritz Treffinger auf seiner ersten Weltcup-Tournee. Ein Resümee.

Die bisherigen Championatsbegegnungen zwischen den Weltmeistern Charlotte Fry und Glamourdale mit Isabell Werth und ihrer Olympia-Silber- und waren stets zugunsten des rheinisch-dänischen Duos ausgegangen. Doch diesmal mussten sie sich dem britischen Paar sowohl im Grand Prix als auch in der Kür knapp geschlagen geben.

Grand Prix

Im Grand Prix kam ein gegenüber der EM in Crozet stark verbesserter Glamourdale auf genau 80 Prozent. Wie immer punktete der Lord Loxley-Enkel im Trab in Traversalen und Verstärkungen. Auch die Passage-Reprisen werden immer wieder hoch bewertet. Die Piaffen waren nie die große Stärke des Rappen, aber auch sie klappten in Amsterdam recht sicher in Takt und Diagonalität, gut genug jedenfalls, dass die Richter ihm hier Wertnoten von 7 bis 8 gaben. Der starke Schritt war losgelassen, fleißig und mit guter Dehnungsbereitschaft, aber begrenzt in Über- und Vortritt, der versammelte Schritt geregelt. Im Galopp waren diesmal nicht nur die Wechseltouren und die Verstärkung ein Hingucker, sondern auch die Zick-Zack-Traversalen. Alles in allem kam das Paar auf genau 80 Prozent.

Isabell Werth und Wendy kamen auf 79,131 Prozent, wobei die Finnin Maria Colliander bei H sie bei 74,783 Prozent hatte und die Dänin Susanne Baarup gegenüber bei M den Ritt mit 81,957 Prozent bewertete. So hoch waren die anderen Kollegen nicht, aber tendenziell waren sie eher bei Baarup als bei Colliander, die allerdings insgesamt nicht ganz so freigiebig mit ihren Wertnoten war, wie die Kollegen und sich damit dicht am Wortsinn der Wertnoten hielt. Wendy wirkte auch bei ihrem ersten Auftritt in Amsterdam noch angespannt. Es fehlte an Losgelassenheit und Schwingen durch den Körper. Zwar war die Stute in keiner Weise eng, aber die Anlehnung blieb recht fest und zeitweise herrschte der Kandarenzügel vor. Der starke Schritt war gut, der versammelte Schritt noch geregelt. Im Galopp wurde die Spannung im Pferd noch deutlicher, besonders in den Wechseltouren, wobei sie bei den Einerwechseln zu Anfang auch noch einen Fehler hatte. Werth sagte später, da sei die Stute gestolpert. Die letzte Mittellinie war das Highlight der Aufgabe.

Kür

In der Kür siegte Glamourdale zu seinem „Glamourdale Airlines“-Musikmix aus allem Möglichen, was die Popkultur an Flugthemen im Laufe der Jahrzehnte hervorgebracht hat. Das reicht von Randy Crawford bis zu den Vengaboys. Mit 89,305 Prozent setzten sich Fry und Glamourdale gegen Werth und Wendy durch. Die Kür zelebriert die Stärken des Hengstes, kann aber nicht über die feste Anlehnung hinwegtäuschen, die sich noch stärker als im Grand Prix wie ein roter Faden durch die ganze Prüfung zog.

Dafür schien Wendy in der Kür in Amsterdam angekommen zu sein und zeigte sich losgelassener als noch im Grand Prix. Die Einerwechsel gelangen fehlerfrei, die Zweier allerdings nicht. Auch die Kür war nicht ganz frei von Spannungsmomenten, aber es waren weniger als noch im Grand Prix und Isabell Werth kam immer wieder zum Nachgeben. 87,580 Prozent erhielt das Paar.

Harmonie-Preis für das Paar auf Rang drei

Das Amsterdamer Publikum hatte die Möglichkeit, das ihrer Meinung nach harmonischste Paar mit einem Sonderpreis zu ehren. Diese Ehre wurde dem britischen Duo Becky Moody und Jagerbomb zuteil. Der Dante Weltino-Sohn ist derzeit eines der reellsten Pferde im internationalen Sport. Sicherlich ist er nicht so spektakulär in seinen Möglichkeiten wie in Glamourdale oder eine Wendy. Aber dieses Paar besticht durch das, was Dressur eigentlich ausmacht: die Erfüllung der Kriterien der Skala der Ausbildung. Das wurde sowohl im Grand Prix als auch in der Kür mit einem dritten Platz belohnt. Im Grand Prix erreichten die beiden ein neues Personal Best von 77,239 Prozent. In der Kür wurden es 85,130 Prozent.

Konkurrenz im den Harmonie-Preis hatten Moody und Jagerbomb in Gestalt von Moritz Treffinger und Fiderdance. Der U25-Europameister bestreitet seine erste Weltcup-Saison und konnte sich mit seinem Medaillenpferd Cadeau Noir bereits gut in Szene setzen. Diesmal hatte er den 17-jährigen Fidertanz-Sohn Fiderdance dabei, auch dies ein Hengst des Gestüts Bonhomme. Es gelang dem elegant zu Pferde sitzenden Baden-Württemberger aufs Schönste, den Dunkelfuchs zu fordern ohne ihn zu überfordern und so das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Ein achter Platz mit 78,660 Prozent waren der Lohn. Damit ist Treffinger nun Achter des Weltcup-Rankings und kann sich Hoffnungen auf einen Startplatz im Finale in Fort Worth machen. Ob er den dann nutzt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Becky Moody hat jedenfalls angekündigt, nach Texas reisen zu wollen, sollte sie sich qualifizieren.

Alive and Kicking – der Name ist Programm

Die sportlichen Zukunftshoffnungen von Charlotte Dujardin ruhen nach dem Verkauf ihres Imhotep an Diana Porsche auf der Westfalen-Stute Alive and Kicking. Und „Alive“ ist diese All at Once-Tochter! Um nicht zu sagen, vor allem im Grand Prix war sie noch etwas zu lebendig und übereifrig. Man sieht, dass es ihr noch an Prüfungsroutine fehlt. Amsterdam war das zweite Weltcup-Turnier. Im Grand Prix war alles noch etwas hektisch. Dadurch fehlte es an Losgelassenheit und Erhabenheit. Wobei das Talent der Stute insbesondere in den Lektionen höchster Versammlung unübersehbar ist. Der Takt in Piaffe und Passage ist wie ein Metronom, die Pirouetten könnten kleiner kaum sein. Die Stute bringt einen unglaublichen Arbeitswillen mit und Charlotte Dujardin weiß, wie man reiten muss, um keinen einzigen Punkt liegen zu lassen. So wurden sie im Grand Prix Fünfte (73,044) hinter obigem Top-Trio sowie der Niederländerin Marieke van der Putten auf Zantana (74,826) und in der Kür nach Fehlern in den Einerwechseln Sechste (79,955) hinter den Finalsiegern von 2024, Patrik Kittel und Touchdown (81,880), sowie erneut van der Putten/Zantana (80,185).

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