Hans-Thorben Rüder – mit Courage zum zweiten Sieg im Großen Preis von Münster nach 2011. Foto: Agravis-Cup
Hans-Thorben Rüder – mit Courage zum zweiten Sieg im Großen Preis von Münster nach 2011. Foto: Agravis-Cup

Münster: Hans-Thorben Rüder gewinnt Großen Preis

Hans-Thorben Rüder – mit Courage zum zweiten Sieg im Großen Preis von Münster nach 2011. Foto: Agravis-Cup
Hans-Thorben Rüder – mit Courage zum zweiten Sieg im Großen Preis von Münster nach 2011. Foto: Agravis-Cup

Der 100. Geburtstag des Reitturniers in der Halle Münsterland endete gestern mit einem verdienten Sieger im Großen Preis, dessen toller Erfolg jedoch in den Hintergrund rückte angesichts eines Unglücks, das sich während des Stechens ereignete.

2011 hatte der Grevener Hans-Thorben Rüder schon einmal den Großen Preis von Münster gewonnen. Nun konnte er diesen Erfolg wiederholen. Mit seiner sportlichen Captain Fire-Tochter Courage war er in fehlerfreien 34,42 Sekunden Schnellster des achtköpfigen Stechens. Nur drei Hundertstelsekunden langsamer: Johannes Ehning auf der Mylord Carthago-Tochter Classic Donna, Platz zwei. Für ihn ist es nun das dritte Mal, dass er in Münster Zweiter wurde. Da stellt sich ein gewisser Fatalismus ein: „Wenn mir heute Morgen jemand gesagt hätte, dass ich Zweiter im Großen Preis bin, dann hätte ich das unterschrieben“, so Ehning. Hinter ihm reihte sich mit einem stilistisch feinen Ritt Kathrin Müller im Sattel der Big Star-Tochter Beauty Queen Z ein (0/35,59).

Rechte Jubelstimmung hat sich trotz der drei verdienten Top drei und vieler weiterer guter Ritte dennoch nicht eingestellt. Der Grund dafür war ein Unfall der elfjährigen Stute Casa Blue von Katrin Eckermann. Die Kranenburgerin war im Stechen auf dem Weg zu einem Steilsprung in einer Wendung. Casa Blue sprang, landete und konnte plötzlich vorne rechts nicht mehr auftreten. Eckermann reagierte sofort und war bereits aus dem Sattel gesprungen, als die Stute noch gar nicht wirklich zum Stehen gekommen war. Das Tierärzteteam war sofort da, um ihr in den Vorraum den Halle zu helfen, wo der Notfalltransporter bereit stand. Für den Transport wurde Casa Blue stabilisiert und medikamentös versorgt, dann ging es nach Telgte.

In der Halle Münsterland war es derweil mucksmäuschenstill. Die Anspannung war zum Greifen nah, bei allen Beteiligten, auch den Reitern. Zwar wurde das Stechen fortgesetzt, aber dass sowohl ein Gerrit Nieberg als auch ein Philipp Schulze-Topphoff jeweils eine Distanz so falsch einschätzten, dass sie gleich den ganzen Sprung abräumten, zeigte: Dies war ein Schock für alle. Hier passierte nichts. Was Casa Blue passiert ist, war ein tragisches Unglück. Trotzdem – oder gerade deshalb – saß der Schock tief. Oliver Schulze Brüning hätte als Vorsitzender des Kreisverbands Münster bei der Siegerehrung eigentlich etwas zum 100. Jubiläum von Verband und Turnier sagen sollen. Aber auch er war gedanklich noch bei den Ereignissen. „So etwas lässt niemanden kalt …“, brachte er es auf den Punkt. Nun heißt es Daumen drücken für Casa Blue.

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