
Die FEI Generalversammlungen sind seit 2009 auch die Gelegenheiten, bei denen die FEI Awards verteilt werden. Dieses Jahr ging der für den „Reiter des Jahres“, den „Best Athlete“ an den belgischen Dressur-Europameister Justin Verboomen.
Vor nicht ganz einem Jahr, am 29. November 2024, bestritten Justin Verboomen und Zonik Plus in Kronenberg, Niederlande, ihren ersten internationalen Grand Prix. Niemand kannte dieses Paar. Sie wurden Dritte mit 71,739 Prozent. Jetzt, ein Jahr später, sind sie Europameister, haben sich beim CHIO Aachen auf der Siegertafel verewigt und führen die Weltrangliste an. Kein Wunder, dass Justin Verboomen sagt: „Ich hätte niemals gedacht, wie weit diese Reise für uns gehen würde.“
Nun wurde er im Rahmen der Publikumswahl der FEI-Awards zum „Best Athlete“ gewählt und setzte sich dabei unter anderem gegen Richard Vogel durch. „Den Peden Bloostock Best Athlete Award zu gewinnen, war nichts was ich erwartet habe. Ich wollte einfach meine besondere Verbindung mit Zonik mit allen teilen, dass die Menschen seinen Geist und unsere Geschichte sehen.“
Diese Geschichte begann schon, als Zonik zweijährig war. Damals entdeckte Verboomen den bildschönen Rheinländer Rappen in Portugal, kaufte ihn und machte einen Weltstar aus ihm. Er selbst ist in einer Familie von Reitlehrern groß geworden. Pferde gehörten für ihn also immer dazu.
Wie er das vergangene Jahr erlebt hat und welche Momente besonders bewegend waren, hat Verboomen im FEI-Interview erzählt:
Rising Star
In eine Pferdefamilie geboren wurde auch der neue FEI Rising Star, Tom Wachman. Die Familie des 20-jährigen irischen Springreiters betreibt das berühmte Coolmore Stud, das inzwischen um den Betriebszweig Coolmore Showjumping erweitert wurde, wo sich Tom, sein Bruder Max und seine Schwester Alice unter der Anleitung von Trainer Cian O’Connor verwirklichen.
Wachman war dieses Jahr mit dem vormals von Kendra Claricia Brinkop hoch erfolgreich vorgestellten Tabasco de Toxandria mehrfach null in Nationenpreisen für Irland – etwa bei den Nations League Etappen in Ocala und Rotterdam sowie vor heimischem Publikum in Dublin, wo sie mit zwei fehlerfreien Ritten zum dritten Platz des Teams beitrugen. „Ich habe das Glück, mit super Pferden und einem großartigen Team hinter mir arbeiten zu können“, sagt der neue FEI Nachwuchsstar des Jahres.
Pflegerin des Jahres
Der FEI Best Groom Award, der die Stars hinter den Kulissen feiert, ging 2025 an Sanne Melsen. Sie ist die gute Seele im Turnierstall des neuen Mannschaftseuropameisters und Global Champions Tour-Gesamtsiegers Gilles Thomas aus Belgien. Das bedeutet: Sie ist die Glückliche, die sich unter anderem um Superstar Ermitage Kalone kümmern darf.
„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, diese Auszeichnung bedeutet mir nichts, denn das tut sie!“, kommentierte Sanne Meisen. „Und das nicht nur für mich, sondern für mein ganzes Umfeld und jeden in dem Sport. Es ist ein Zeichen der Anerkennung.“
FEI Inspire Award
Diese Auszeichnung ging an das Projekt „Beat as One – Stable Management Challenge“. Junge pferdebegeisterte Menschen in Shanghai haben dabei gelernt, wie man sich um Pferde kümmert, so dass sie artgerecht gehalten werden und sich wohlfühlen. Es ging dabei um das Erlernen der Fertigkeiten und die Aneignung von Wissen, aber auch um die Entwicklung von Empathie und Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Partner Pferd.
Der stellvertretende Generaldirektor der Sportverwaltung von Shanghai, Lin Lu nahm den Award entgegen und erklärte unter anderem: „Der Preis unterstreicht unsere Mission, die Ausbildung mit Fokus auf das Wohlergehen der Pferde in den Mittelpunkt der Reitsportkultur zu rücken. Indem wir Horsemanship und professionelles Stallmanagement vorantreiben, hoffen wir, dass wir nachhaltige Strukturen schaffen und Werte etablieren, die ein Leben lang erhalten bleiben. So können wir hoffentlich sicherstellen, dass die Sorge für die Pferde und der Respekt ihnen gegenüber das Herz des Sports bleiben.“





