Isabell Werth (Mitte) gewinnt die Deutsche Meisterschaft der Dressur Reiter vor Frederik Wandres und Charlott-Maria Schürmann. (Foto van Bebber)
Isabell Werth (Mitte) gewinnt die Deutsche Meisterschaft der Dressur Reiter vor Frederik Wandres und Charlott-Maria Schürmann. (Foto van Bebber)

Isabell Werth lässt die Konkurrenz deutlich hinter sich

Isabell Werth (Mitte) gewinnt die Deutsche Meisterschaft der Dressur Reiter vor Frederik Wandres und Charlott-Maria Schürmann. (Foto van Bebber)
Isabell Werth (Mitte) gewinnt die Deutsche Meisterschaft der Dressur Reiter vor Frederik Wandres und Charlott-Maria Schürmann. (Foto van Bebber)

Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve unterstrichen Isabell Werth und Wendy de Fontaine im heutigen Grand Prix Special ihre Top-Form, doch auch mit Nachwuchsstar Viva Gold brachte sich die Dressurreiterin aus Rheinberg erneut ins Gespräch.

Mit etwas mehr Turnierroutine als im vergangenen Jahr und einem leicht veränderten Trainingskonzept pilotierte Werth die Sezuan-Tochter zu 81,51 Prozent. Damit verwies sie das restliche Teilnehmerfeld deutlich auf die weiteren Plätze. „Entgegen meiner Mentalität versuche ich hier ein bisschen mehr easy going“, schmunzelt die Reiterin nach dem Ritt. Wie gut das funktioniert zeigt der Abstand zu Rang zwei. Dieser Betrug satte 3,6 Prozent. Besonders überzeugen konnte die Stute, wie schon in der Vergangenheit, in den Piaffen und Passagen. Hier zückten die Richter mehrfach die 10. Ein Fehler in den 2er Wechseln drückte das Gesamtergebnis und auch in den Einerwechseln können die Beiden noch keine Höchstnoten erzielen, zeigten sich aber deutlich unbeschwerter als zuvor.

Viva Gold unterstreicht seine Klasse

Mit 77,823 Prozent durfte Isabell Werth sich auch über diesen Platz in der Rangierungsliste freuen. Im Sattel von Viva Gold, einem Nachfahren ihrer einstigen Erfolgsstute Weihegold, hatte sie schon in Hamburg ein internes „Stallduell“ eröffnet. Der erst 10 jährige Fuchshengst präsentierte sich fokussiert und mit Ausdruck. Zeitweise dürfte er dabei allerdings noch mehr zur inneren Losgelassenheit finden. Dies zeigte auch, dass während der Prüfung immer wieder offene Maul. In der Piaffe bemüht er sich um maximale Lastaufnahme und schafft es auch in den Übergängen zu überzeugen. Auf Dauer darf der Hengst die Bewegung hier noch mehr durch den Körper bringen. In den Zweierwechseln schlich sich dann der Fehlerteufel ein. Die Einerwechsel ritt Werth dann frisch nach vorne. Alles in Allem merkt man diesem Nachwuchspferd an, dass er noch mehr Prüfungsroutine und Kraft entwickeln muss. Doch nicht nur das Rangierungsergebnis lassen bei diesem Paar auf noch viele weitere erfolgreiche Auftritte hoffen.

Silber für Frederic Wandres und Bluetooth OLD

Absolute Routiniers sind Frederic Wandres und Bluetooth OLD. 77,686 Prozent bedeuteten für die Beiden Rang drei im Grand Prix Spezial und Silber bei der Deutschen Meisterschaft. Sie sammelten dabei ihre Punkte recht gleichmäßig über die Prüfung verteilt. Der Braune hat vielleicht nicht diese eine Stärke in einer Lektion, über die die ganze Dressurwelt spricht, eben aber auch keine besondere Schwäche. Fehler in den Einerwechseln kosteten heute zwar Punkte aber insgesamt präsentierten die Beiden sich mit viel Sicherheit und Gelassenheit.

Charlott-Maria Schürmann gewinnt Bronze

„Insgesamt bemühen sich die Reiter ihre Pferde noch harmonischer vorzustellen“, fasst Henning Lehrmann, Chefrichter bei C, die Prüfung zusammen. Ein sehr gute Beispiel hierfür waren die Bronzemedaillengewinner Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Peral. Die Dante Weltino-Tochter ist nicht nur bildschön und bewegungsstark, sondern lässt sich von ihrer Reiterin auch fein auf dem Viereck präsentieren. Mit guter Bergauftendenz trägt sie auch die schwersten Lektionen vor. Dabei überzeugt das Paar mit einer gleichmäßigen Anlehnung und einem ruhigen Maul. Die elfjährige Stute geht genau wie Viva Gold in dieser Saison zum ersten Mal in dieser Klasse. Auch sie darf noch an Prüfungsroutine und Selbstverständlichkeit hinzugewinnen. In der zweiten Piaffe gab es ein Missverständnis zwischen Pferd und Reiterin und auch vor der zweiten hatten die Beiden noch ein Abstimmungsproblem. Insgesamt avanchierten Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl aber zu absoluten Publikumslieblingen. Mit 76,431 Prozent platzierten sich die Beiden in der Prüfung an vierter Stelle. In der Meisterschaftswertung hieß es dann Bronze für das Paar.

Rheinischer Zuchterfolg

Antonius Schulze-Averdiek dürfte sich über Rang zehn in dieser Prüfung besonders gefreut haben. Denn als Züchter zeichnet er für den im Rheinland eingetragenen Escolar’s Emil verantwortlich. Unter Thomas Wagner erzielte der bewegungsstarke Braune 71,804 Prozent.

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