Ein gutes Beispiel für das Gesamtpaket, das stimmen muss: die Stute Weihegold. Foto: Archiv Lafrentz
Ein gutes Beispiel für das Gesamtpaket, das stimmen muss: die Stute Weihegold. Foto: Archiv Lafrentz

Isabell Werth: „Das Gesamtpaket gewinnt“

Ein gutes Beispiel für das Gesamtpaket, das stimmen muss: die Stute Weihegold. Foto: Archiv Lafrentz
Ein gutes Beispiel für das Gesamtpaket, das stimmen muss: die Stute Weihegold. Foto: Archiv Lafrentz

Derzeit findet in den Niederlanden die wichtigste Zuchtveranstaltung des Jahres statt, die Hengstkörung, die traditionell von diversen Rahmenveranstaltungen begleitet wird. So fand erstmals ein Kongress zum Thema Dressurpferdezucht unter dem Titel „Shaping the future of dressage“ statt. Mit dabei waren aus Deutschland Isabell Werth und Christine Arns-Krogmann.

Isabell Werth und Christine Arns-Krogmann kennen sich bestens. Schließlich war Arns-Krogmanns Stute Weihegold jahrelang Werths erfolgreichstes Pferd. Und für Arns-Krogmann war sie das Fundament, auf dem nicht nur ihre eigene Zucht aufbaut, sondern mittlerweile beinahe ihr ganzes Leben. Das kommt nicht von Ungefähr. Arns-Krogmann entdeckte die Stute bei Züchterin Inge Bastian, da war sie noch gar nicht angeritten. Doch Arns-Krogmann wollte unbedingt eine Don Schufro-Stute und Weihegold hatte nicht nur den bewährten Mutterstamm der Weissena hinter sich, sondern vor allem Bewegungen, die Arns-Krogmann überzeugten. Mit viel Überredungskunst gelangte „Weihe“ schließlich in ihren Besitz, wurde Stutenchampionesse in Oldenburg, nahm an Bundeschampionaten und Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde teil. Dann gelangte sie zusammen mit Beatrice Hoffrogge in den Stall von Isabell Werth. Der Rest ist Geschichte. Über den Sieg in Nürnberger Burg-Pokal und Louisdor-Preis führte der Weg in den Spitzensport und unter den Sattel von Isabell Werth, mit der die Rappstute zusätzlich zu Silber in der Einzelwertung Mannschaftsolympiasiegerin wurde, mehrfache Europameisterin und dreifache Weltcup-Siegerin.

Weihegold ist ein gutes Beispiel für eine Isabell Werths Kernaussagen in der Diskussionsrunde: „Die richtige Kombination zu finden ist sehr wichtig in der Zucht. Man muss Stärken und Schwächen in Einklang bringen. Aber wenn die Zucht und der Sport schließlich zusammenkommen, dreht sich alles um das richtige Match zwischen Pferd und Reiter und das ganze Team drumherum“, so die achtfache Olympiasiegerin. Sie muss es also wissen, wenn sie sagt: „Schlussendlich ist nicht immer das beste Pferd Olympiasieger geworden. Das Gesamtpaket siegt. Die richtige Partnerschaft mit dem Reiter, das gesamte Team, das muss zusammenkommen mit der Elastizität und der Rittigkeit, und dem Talent des Pferdes für die schwierigen Aufgaben. Dynamik, Leichtigkeit und Ausdruck müssen bestmöglich zusammenkommen.“

Woran erkennt man gute Pferde?

Neben Werth und Arns-Krogmann saßen auch die Engländerin Emma Blundell, bekannt durch das Gestüt Mount St. John und als Besitzerin von unter anderem Cathrine Laudrup-Dufours Freestyle, sowie Hengsthalter Eugene Reesink auf dem Podium. Eine Frage, mit der die fünf sich unter der Moderation von Dirk Willem Rosie beschäftigt haben, war die nach der Pferdebeurteilung. Hier waren sich alle Beteiligten einig, egal ob es um Fohlenbeurteilung geht oder um die Frage, welches Pferd das Zeug zum Grand Prix-Pferd hat – Pferde zu beurteilen lernt man durch Beobachtung. Und das am besten live, wie Christine Arns Krogmann empfiehlt. Ebenfalls wichtig: die Fehlerkultur. Eine Lebensweisheit von Eugene Reesink: „Fehler zu machen, ist in Ordnung – so lange man daraus lernt.“

Die eigenen Stuten kritisch beurteilen

Christine Arns Krogmann, die mit Weihegold und deren Töchtern inzwischen Dutzende gekörte und prämierte Hengste, hoch dekorierte Stuten sowie Bundeschampions gezogen hat, sagt, zentral sei die objektive Betrachtung der eigenen Stute. „Der Schlüssel in der Zucht ist der kritische Blick zur eigenen Stute. Werden Sie nicht betriebsblind. Viele Züchter merken gar nicht, dass ihre Stute nicht gut genug ist.“

Es geht aber nicht nur um die objektive Beurteilung der Stute, weiß Reesink: „Viele Züchter wissen zu wenig über ihre eigenen Stuten. Es ist wichtig, den Stutenbestand zu selektieren und nur mit den Besten zu züchten – sowohl wirtschaftlich für den Verkauf als auch für den Sport.“

Quelle: kwpn.nl

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