
Das schwedische Falsterbo war am Wochenende Schauplatz der letzten Etappe der FEI-Nationenpreisserie der Dressurreiter. Deutschland gewann nicht nur die Etappe, sondern damit auch die Gesamtwertung der Serie,
Allzu schwer hatte es die deutsche Mannschaft nicht. Bei der sechsten und zugleich letzten Nationenpreis-Etappe waren nur drei Teams am Start. Hartmut Lammers war als Equipechef mitgereist und führte ein Trio mit noch nicht allzuviel Erfahrung in Nationenpreisen an: Tessa Frank mit Lavaletta (67,087/4.), Evelyn Eger auf Tabledance (67,391/3.) und – sozusagen als Anchorwoman – Svenja Kämper-Meyer mit ihrer selbstgezogenen Amanyara M (69,609/1.).
Mit 204,087 Punkten setzten die drei sich gegen die Niederlande (197,978) und die schwedischen Gastgeber durch (197,283). In keiner Mannschaft konnte ein Paar die 70 Prozent-Marke knacken. Für die Niederlande ritten Liesbeth Geven auf Iago (66,152/6.), Floor van Kampen mit Geronimo (65,261/7.) und Jacco Doornwaard auf It’s Easy (66,565/5.)
Die Schweden wurden vertreten durch Mads Hendeliowitz im Sattel von Autograf Q (65,0/8.), Caroline Darcourt im Sattel von Bournonville (69,261/2.) und Mattias Jansson auf Delgado (63,022/9.).
Dritter Sieg
Für Deutschland ist es nun das dritte Sieg in Folge in der FEI-Nationenpreisserie der Dressurreiter. Bei fünf Starts war Falsterbo der vierte Sieg. Da könnte man an einen Inflationseffekt denken. Doch Helmut Lammers sagt: „Die Nationenpreisserie ist sehr gut für unsere Cheftrainerin Monica Theodorescu. Sie bekommt einen Überblick darüber, wie Reiter und Pferde sich entwickeln. Dann hat man immer drei oder vier gute Reiter zusammen in einem Team und das ist sehr gut für die Zukunft. Man schaut ja nicht nur auf die Olympiateams, sondern auch auf die anderen Mannschaften – die in vier Jahren vielleicht ein Olympiateam sind.“
Zumal es bei der Auswahl von Championatsmannschaften ja nicht nur darum geht, wie die Reiter sich schlagen, wenn sie als Einzelkämpfer bei Turnieren im Einsatz sind. „Wir haben drei ziemlich junge Reiterinnen aus Deutschland hier“, sagte Lammers weiter. „Sie haben viel Erfahrung, national und international. Aber in einem Nationenpreis zu reiten ist etwas Besonderes.“ So können die Paare einerseits üben, mit Druck umzugehen und andererseits beweisen, dass sie es können.
Dass ein Nationenpreiseinsatz immer aufregend ist, bestätigt Svenja Kämper-Meyer: „Ich war heute etwas nervös, weil es immer mit ein wenig mehr Druck verbunden ist, letzter Reiter zu sein.“ Aber auf ihre einstige Louisdor-Finalistin Amanyara M kann sie sich verlassen: „Mein Pferd war sehr konzentriert heute. Ich konnte von Punkt zu Punkt reiten- Das ist es, was sie wirklich gut macht, denn wenn sie ins Viereck kommt, weiß sie, was sie zu tun hat.“
Evelyn Eger gehörte bereits zum Saisonauftakt zum siegreichen Team beim Nationenpreis in Wellington. Zu der zehnjährigen Totilas-Tochter Tabledance hat sie eine besondere Beziehung. Kein Wunder, sie kennen sich ja auch schon seit fünf Jahren. Eger sagt: „Für mich ist dieses Pferd superbesonders. Sie hat die freundlichste Seele. Ich habe in der U25 Serie mit ihr angefangen und bin dann in die Serie für Nachwuchs-Grand Prix-Pferde gewechselt. Von daher war es ein großer Schritt für uns in den Grand Prix-Sport und nun sind wir hier. Uns verbindet eine tiefe Beziehung“, sagt die Bereiterin vom Hof Kasselmann.
Tessa Frank sagte: „Es ist eine absolute Ehre für mich, Deutschland im Nationenpreis auf dieser Weltbühne vertreten zu dürfen. Es usr überwältigend für uns.“ Zu ihrer Vorstellung mit Lavaletta sagte sie: „Wir hatten ein paar kleine Fehler in der Galopparbeit. Aber ich freue mich so über das Pferd, weil sie wirklich alles versucht und wir beide sind nicht sehr erfahren im Grand Prix-Sport. Ich bin einfach glücklich, in diesem Team mit diesen tollen Leuten zu sein.“





