Krönte sich zum Bundeschampion der fünfjährigen Dressurponys: D'uplo B NRW unter Pauline Kesting. (Foto: Nilkens)
Krönte sich zum Bundeschampion der fünfjährigen Dressurponys: D'uplo B NRW unter Pauline Kesting. (Foto: Nilkens)

D’uplo B NRW wird zum zweiten Mal Bundeschampion

Krönte sich zum Bundeschampion der fünfjährigen Dressurponys: D'uplo B NRW unter Pauline Kesting. (Foto: Nilkens)
Krönte sich zum Bundeschampion der fünfjährigen Dressurponys: D’uplo B NRW unter Pauline Kesting. (Foto: Nilkens)

Nachdem er bereits im letzten Jahr bei den vierjährigen Stuten und Wallachen gewann, avancierte D’uplo B NRW heute erneut zum Bundeschampion in der Konkurrenz der fünfjährigen Dressurponys. Der von Dating AT abstammende Wallach trabte unter Pauline Kesting zu Höchstnoten und ließ dabei 15 weitere Finalisten hinter sich – ein großartiger Doppelerfolg für das Rheinland.

Auch am heutigen Finaltag übernahm Nicole Nockemann, die selbst international als Richterin tätig ist, die Kommentierung der Dressurprüfungen in der Clip my Horse.tv-Arena in Warendorf. Nach dem Auftritt von Pauline Kesting und D’uplo B NRW in der Dressurponyprüfung der Klasse L, welcher schon von den Zuschauern mit großem Applaus quittiert wurde, kam sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Pauline, du hast das Publikum auf deiner Seite – und die Richter auch.” Besonders gelobt wurde die junge Rheinländerin für ihren intelligent und mit viel Übersicht gestalteten Ritt, bei dem sie jede Lektion sehr gut vorbereitete. Dass D’uplo B NRW eine tolle Einstellung mit sich bringt, wurde ebenfalls anerkennend erwähnt – doch das konnte heute sowieso jeder sehen, der die Finalprüfung der fünfjährigen Dressurponys verfolgt hat. Bewegungs- sowie ausdrucksstark und zugleich in sich ruhend drehte er seine Runden auf dem anspruchsvollen Prüfungsplatz. „Im Trab hast du dein Pony regelrecht zelebriert, besonders die gut herausgearbeiteten Tempounterschiede haben uns sehr gefallen, ebenso wie die zufriedene Maultätigkeit”, führte Nicole Nockemann die einzelnen Bewertungskriterien weiter aus und verlas eine 8,8 für den Trab. Im Schritt präsentierte sich der von Dating AT x Voyager abstammende Wallach sicher im Takt und folgte stets der Zügelführung seiner Reiterin, wofür er mit einer 8,5 belohnt wurde. Auch im Galopp gab es die 8,8 für das gute Gerittensein und die bereits sehr hohe Lastaufnahme des Falben. Bestnoten von 9,0 erzielte er zudem in seiner Durchlässigkeit und im Gesamteindruck, sodass D’uplo B NRW sich mit einem Endergebnis von 8,82 klar in Führung brachte. Nach ihm kamen zwar noch ein paar weitere qualitätsvolle Titelanwärter ins Viereck – doch mit seiner herausragenden Leistung sicherte sich der von Viktoria Charlotte Braun gezüchtete Wallach am Ende verdient die Goldmedaille.

Und während dieses so typvolle, gelassene Sportpony die Meisterehrung sichtlich genoss, zeigte sich seine Besitzerin, Lisa Erlemeyer, glücklich und stolz. Denn nachdem sie ihr Pony 2024 noch selbst erfolgreich auf dem Bundeschampionat vorgestellt hatte, bestätigte sich auch ein Jahr später ihre hervorragende Ausbildungsarbeit anhand der tollen Präsentation von Pauline Kesting. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die 17-jährige Krefelderin den Wallach erst seit kurzer Zeit reitet – und das auch nur gelegentlich. „Ich reite ihn jetzt circa seit einem halben Jahr, wir trainieren ab und zu, aber hauptsächlich reitet ihn Lisa Erlemeyer”, erzählt sie. Und auch die junge Reiterin ist begeistert von der „Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlt” – auch wenn ihr Highlight beim Reiten ganz klar der Galopp ist. Doch Pauline Kesting wurde heute nicht nur mit der begehrten Meisterschärpe ausgezeichnet – obendrein erhielt sie den Tierschutzpreis, was unter anderem mit ihrem geschmeidigen Sitz und der sinnvollen Aufbauphase der Arbeit mit ihrem Pony begründet wurde.

Den Vizetitel sicherten sich Mia Steinbusch und Dark Chocolate J. (Foto: Nilkens)
Den Vizetitel sicherten sich Mia Steinbusch und Dark Chocolate J. (Foto: Nilkens)

Der Titel des diesjährigen Vizebundeschampions geht ebenfalls ins Rheinland, zumindest aus reiterlicher Sicht. Denn Mia Steinbusch, am Start für den RV Würselen 1925, hatte gleich drei Ponys für das Finale qualifiziert und fand sich schließlich mit Dark Chocolate J auf dem Silberrang wieder. Auch für dieses Paar war Nicole Nockemann voll des Lobes: „Das war wirklich schönes Reiten von X bis X”, fasste sie die sehr gleichmäßig und präzise gerittene Prüfung zusammen. Dark Chocolate J, ein in Westfalen gezogener Wallach von D-Day AT x FS Don’t Worry, wurde für seinen überzeugenden Trab mit einer 8,2 belohnt und für seinen taktsicheren Schritt mit einer 8,3. Im Galopp wünschte man sich noch etwas mehr Beugung in der Hinterhand, was sich in der Wertnote 7,8 äußerte. Die Durchlässigkeit dieses gefälligen Ponys wurde dann wieder überdurchschnittlich gut mit einer 8,4 benotet. Und auch im Gesamteindruck zollten die Richter dem von Nicole Junk gezogenen Braunen mit einer 8,2 Begeisterung. Das Gesamtergebnis belief sich somit auf 8,18 Punkte und brachte die Silbermedaille.

Auf dem Bronzerang sortierte sich ein schicker Hengst in Sonderfarbe ein: Gold Design von Golden Grey x Cartier Deluxe. Der Isabelle aus der Zucht von Patrischa-Jana Schulte, Zuchtverband Weser-Ems, präsentierte sich unter Lilly Kasselmann fleißig und aktiv im Trab, wobei Nicole Nockemann insbesondere die Trabverstärkungen positiv hervorhob. Neben einer 8,5 für den Trab erhielt der Hengst eine 8,8 für seinen taktsicheren und mit viel Schulterfreiheit ausgestatteten Schritt sowie eine 7,4 für den Galopp, in dem man sich noch mehr Engagement und Bergauftendenz gewünscht hätte. „In der Durchlässigkeit müssen wir berücksichtigen, dass die Anlehnung noch stabiler und gleichmäßiger werden muss, weshalb hier eine 6,8 vergeben wird”, erläuterte Nicole Nockemann. „Gerade im Hinblick auf den tollen Schritt und Trab belohnen wir den Gesamteindruck aber wieder mit einer 7,8.” Insgesamt erhielten Gold Design und seine Reiterin also 7,86 Notenpunkte.

Platz vier für Agata Zakhrabekova und Glücksbote. (Foto: Nilkens)
Platz vier für Agata Zakhrabekova und Glücksbote. (Foto: Nilkens)

Auf Rang vier fand sich mit Agata Zakhrabekova eine weitere rheinische Reiterin wieder. Am Start für den RFV Hüls, hatte sie es mit Glücksbote, einem aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems stammenden Pony, ins Finale geschafft. Von einer „einnehmenden Trabarbeit mit federndem Abdruck und viel Schulterfreiheit” schwärmte Nicole Nockemann nach der Vorstellung dieses Paares, das dementsprechend mit einer 8,2 für den Trab belohnt wurde. Der Schritt des Glück Auf A x Going East-Nachkommen müsste allerdings noch deutlicher zum Schreiten kommen – hier gab es eine 6,6. Im Galopp punktete der Wallach mit einer energischen, gut bergauf angelegten Galoppade und gelungenen Übergängen, was mit einer 8,3 quittiert wurde. In der Durchlässigkeit sorgten unter anderem ein sicheres Rückwärtsrichten und Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen für die Bewertung von 8,0. Auch insgesamt konnte der von Andrea Nöllgen gezogene Braune das Richterkollegium überzeugen, sodass die Perspektivnote von 7,9 zu einem Endergebnis von 7,8 führte.

Last but not least platzierte sich Mia Steinbusch mit einem weiteren Pony auf Rang zehn – und zwar mit No Diggity B WE, einer Stute des Zuchtverbands Weser-Ems. „Hier sahen wir ein lebhaft abfußendes, engagiertes Pony, das sich heute aber noch nicht immer ganz locker präsentieren konnte”, resümierte Nicole Nockemann. Die Tochter von Magic Friday EB WE x FS Numero Uno zeigte unter ihrer Reiterin einen geregelten, energischen Trab, für den sie die Wertnote 7,6 erhielt. Der gleichmäßige Schritt wurde mit einer 7,8 bepunktet. Der Galopp, der zukünftig mit noch mehr Tragkraft ausgestattet werden könnte, erhielt die Bewertung 7,2. In der Durchlässigkeit schlugen heute ein Umspringen und eine daraus resultierende, kurze Störung im Prüfungsablauf zu Buche, und zwar mit einer 6,8. „Die guten Grundgangarten dieses Ponys ergeben im Gesamteindruck aber dennoch eine 7,3”, betonte Nicole Nockemann. Insgesamt 7,34 Notenpunkte bedeuteten somit einen Platz unter den Top Ten in diesem hart umkämpften Finale.

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