Auftakt nach Maß: Das deutsche Dressurteam liegt in Führung. Foto: Thamm
Auftakt nach Maß: Das deutsche Dressurteam liegt in Führung. Foto: Thamm

Deutschland führt zum WM-Auftakt

Auftakt nach Maß: Das deutsche Dressurteam liegt in Führung. Foto: Thamm
Auftakt nach Maß: Das deutsche Dressurteam liegt in Führung. Foto: Thamm

Bei strahlendem Sommerwetter haben die Dressurreiter am heutigen Dienstag, den 11. August 2026, die Weltmeisterschaft im Aachener Allianz-Park eröffnet. Das Pferdesport-Ereignis des Jahres, das nach 2006 nun sein Comeback auf dem berühmten Turniergelände in der Soers feiert, sorgte ab Sekunde eins für Gänsehautfeeling bei Reitern, Pferden und Zuschauern. 

Es ist die internationale Top-Elite des Reitsports, die sich dieser Tage in Aachen trifft, um ihre Weltmeister in den Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Voltigieren, Vierspänner-Fahren und Para-Dressur zu küren. Wie dicht ebendiese Elite besetzt ist, zeigte sich bereits in der ersten Dressurprüfung des elftägigen Mega-Events: Die erste Hälfte der insgesamt 91 Starterpaare im Lambertz-Preis, einem Grand Prix, der über das Teamfinale und die Einzelqualifikation gleichermaßen entscheiden wird, bot großartigen Sport und jede Menge Spannung.

Frederic Wandres und Bluetooth OLD avancieren zum Overnight-Leader. Foto: Thamm
Frederic Wandres und Bluetooth OLD avancieren zum Overnight-Leader. Foto: Thamm

Nach 45 Startern sieht es für Deutschland vielversprechend aus: Frederic Wandres und sein vierbeiniger Erfolgspartner, der 16-jährige Oldenburgerwallach Bluetooth OLD, stehen nach einer starken Runde mit ansprechenden Traversalen, gelungenen Galoppwechseln und energischen Verstärkungen mit 75,963 Prozent an der Spitze der Ergebnisliste und avancieren somit zum Overnight-Leader. „Die Piaffen gehen noch besser”, resümierte der Reiter selbst, zeigte sich aber dennoch zufrieden: „Trotzdem erstmal eine saubere, fehlerfreie Runde und ein super Ergebnis, auch für die Mannschaft.”

Raphael Netz und Great Escape Camelot bestritten ihr WM-Debüt erfolgreich. Foto: Thamm
Raphael Netz und Great Escape Camelot bestritten ihr WM-Debüt erfolgreich. Foto: Thamm

Und auch Raphael Netz verließ das eindrucksvolle Stadion, in dem beim CHIO Aachen normalerweise die Springreiter zuhause sind, mit einem Grinsen im Gesicht. Im Sattel des niederländisch gezogenen Wallachs Great Escape Camelot bestritt der 27-Jährige sein WM-Debüt absolut erfolgreich, wobei vor allem die tolle Anlehnung des Pferdes, die feine Einwirkung des Reiters und das harmonische Zusammenspiel der beiden hervorzuheben sind. Mit 73,338 Prozent rangieren sie momentan an dritter Stelle. Entsprechend viel Lob fand der in Bayern beheimatete Reiter nach dem gemeinsamen Auftritt für seinen 15-jährigen Braunen: „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich hatte ein ganz, ganz tolles Reitgefühl. Camelot hat sich in diesem Stadion nochmal fünf Zentimeter größer gemacht, als er es sonst schon tut, und ich bin unheimlich froh und dankbar, mit diesem Pferd hier einreiten zu dürfen.”

Becky Moody und Jagerbomb stehen an zweiter Stelle der Zwischenwertung. Foto: Thamm
Becky Moody und Jagerbomb stehen an zweiter Stelle der Zwischenwertung. Foto: Thamm

Mit ihren überzeugenden Leistungen haben Frederic Wandres und Raphael Netz aber nicht nur sich selbst in eine gute Ausgangsposition gebracht, sondern auch das deutsche Team, das vor den Mannschaften aus Großbritannien und Australien die Zwischenwertung anführt. Großen Anteil am Erfolg der britischen Equipe hat übrigens Becky Moody. Mit ihrem selbstgezogenen KWPN-Wallach Jagerbomb ritt sie zu 73,820 Prozent und Platz zwei in der laufenden Wertung. Ihr Ritt zeugte von der enormen Qualität des zwölfjährigen Pferdes, die vor allem in den Verstärkungen zu bewundern war, aber auch von dessen Aufregung in der beeindruckenden Kulisse des Allianz-Parks, die ein paar Flüchtigkeitsfehler zur Folge hatte. „Some of it was the best we’ve done, some of it was really bad”, fasste Becky Moody die Situation dennoch mit einem Lachen zusammen, und ergänzte: „but that’s dressage.”

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