
In der Geschäftsführung des Oldenburger Pferdezuchtverband hatte es in den vergangenen Jahren Veränderungen gegeben. Unter anderem wurde der langjährige Geschäftsführer Heiner Kanowski entlassen. Die darauffolgende gerichtliche Auseinandersetzung endete gestern mit einem Vergleich. Seither hatte André Hahn die Geschäfte des Verbandes geführt. Doch auch er verlässt Vechta nun. Neu dorthin wechselt der ehemalige Geschäftsführer des Westfälischen Pferdestammbuchs, Carsten Rotermund.
Seit 2009 war Heiner Kanowski Geschäftsführer des Oldenburger Verbandes gewesen. Im Frühjahr 2023 war er mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Im Mai folgte die Kündigung. Es ging damals um eine Entscheidung von Kanowski als Geschäftsführer. Er habe Gelder freigegeben, die er nicht ohne Weiteres hätte freigeben dürfen, hieß es. Der Verband klagte zudem auf Schadensersatz.
Kanowski zog einen Anwalt zu Rate, die Angelegenheit landete vor Gericht. Das Arbeitsgericht Oldenburg entschied am 17. Januar 2024 zugunsten von Kanowski. Die Kündigung war damit unwirksam und die Schadensersatzklage unbegründet. Doch der Oldenburger Verband ging in Berufung und die Streitsache landete vor dem Landesarbeitsgericht Niedersachsen. Dieses folgte der Einschätzung des Arbeitsgerichts in allen Punkten. Damit war die Kündigung unwirksam, aber die Sache noch nicht beendet. Das ist erst seit gestern der Fall, als vor dem Arbeitsgericht Oldenburg ein Vergleich geschlossen werden konnte.
Der Oldenburger Verband gab daraufhin eine Pressemitteilung heraus, in der er Kanowski von allen Vorwürfen freispricht. „Die seitens des Vereins ursprünglich erhobenen Vorwürfe haben sich rechtlich und inhaltlich als unbegründet erwiesen“, heißt es von Seiten des Verbandes. Und weiter: „Die Trennung erfolgt aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die weitere Ausrichtung der Verbände im besten Einvernehmen nach 17 Jahren engagierter und herausragender Tätigkeit als Geschäftsführer.“
OL-Präsident Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff und Christoph Rowold als 1. Vorsitzender des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg International (OS) haben die Erklärung unterzeichnet.
Hahn geht, Rotermund kommt
Nach dem Ende der Tätigkeit von Heiner Kanowski hatte André Hahn dessen Aufgaben übernommen. Im April 2023 wurde er kommissarischer Geschäftsführer. Im November desselben Jahres wurde ihm die Leitung beider Verbände, OL und OS, offiziell übertragen. Er habe in dieser „wichtigen Übergangszeit hervorragende Arbeit geleistet“. Doch nun wolle der Schwiegersohn von Gerd Sosath sich verstärkt seiner Familie widmen und sich beruflich „neu orientieren“, heißt es von Seiten des Oldenburger Verbandes.
So lange er noch in Vechta beschäftigt ist, wird er dabei helfen, Carsten Rotermund einzuarbeiten. Der ehemalige Geschäftsführer des Westfälischen Pferdestammbuchs wird „besonderer Vertreter des Vorstands“, teilt der Oldenburger Verband mit. Am 1. Januar tritt er seine Stelle an.
Rotermund war früher bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) beschäftigt und wechselte dann zum Westfälischen Pferdestammbuch. Bis Anfang September war er dort als Geschäftsführer beschäftigt. Das Verhältnis endete abrupt mit einer sofortigen Freistellung aufgrund eines „nicht mehr vorhandenen Vertrauensverhältnisses“.





