Individual Gold Medalist Calvin Bockmann (GER) and Altair de la Cense

Individual Silver Medalist - Cerys Macaulay (GBR) and Kananaskis

Individual Bronze Medalist - Olivia Dutton (USA) and Jewelent

FEI Eventing World Championship U25 2026, on Sunday 26th July 2026.

Photo Credit: FEI/Benjamin Clark

Calvin Böckmann schreibt Geschichte

Calvin Böckmann und Altair de la Cense haben bei der Premiere der U25-Weltmeisterschaft in Millstreet Pferdesportgeschichte geschrieben. Der für das Rheinland startende 25-jährige Sportsoldat führte nach der Dressur, fiel nach dem Gelände zunächst auf den dritten Platz zurück und eroberte mit einer fehlerfreien Runde im abschließenden Springen die Spitze zurück. Mit 40,0 Minuspunkten wurde Böckmann der erste U25-Weltmeister der Vielseitigkeit. Gemeinsam mit der deutschen Mannschaft gewann er zudem die Silbermedaille in der Teamwertung.

Calvin Böckmann darf sich erster U25-Weltmeister nennen. Foto: FEI/Benjamin Clark

Die erste Weltmeisterschaft für Vielseitigkeitsreiter bis 25 Jahre wurde vom 21. bis 26. Juli im irischen Millstreet ausgetragen. Die neue Altersklasse soll die bisherige Lücke zwischen den Jungen Reitern, deren Championate bis zum Alter von 21 Jahren reichen, und dem internationalen Spitzensport der Senioren schließen. Die Weltmeisterschaft wurde auf dem Niveau einer CCI4-S-Prüfung* entschieden. Insgesamt stellten sich 39 Paare aus 14 Nationen der Premiere, fünf Länder gingen mit vollständigen Mannschaften an den Start.

Als Favorit nach Millstreet gereist

Calvin Böckmann startete als aktuelle Nummer eins der FEI-U25-Weltrangliste und amtierender Deutscher U25-Meister in die Weltmeisterschaft. Der Rheinländer gehörte damit bereits vor Beginn des Championats zu den aussichtsreichsten Medaillenkandidaten. Auch im Seniorenbereich hatte er sich längst etabliert: Bei der Europameisterschaft 2025 hatte er mit The Phantom of the Opera den vierten Platz erreicht.

In Millstreet setzte Böckmann auf seine erfahrene Altair de la Cense. Die 16-jährige braune Selle-Français-Stute stammt von Jenny de la Cense HN aus der Ninja von Harlem. Gezüchtet wurde sie von Diego und Filipa Horta E Costa; als Besitzer sind Jason, Liam und Simone Böckmann eingetragen. Böckmann kennt die Stute bereits seit seinen Nachwuchsjahren und hatte mit ihr schon vor der U25-WM zahlreiche internationale Erfolge erzielt.

Führung nach der Dressur

Calvin Böckmann und Altair de la Cense eröffneten das Championat mit einer starken Dressurprüfung. Das Paar erhielt insgesamt 456,0 Richterpunkte, entsprechend 72,38 Prozent, und ging mit einem Ergebnis von 27,6 Minuspunkten deutlich in Führung. Auch die Einzelwertungen der drei Richter unterstrichen die Qualität der Vorstellung: Bei Richter C erzielte das Paar 73,33 Prozent und Rang eins, bei Richter M 71,67 Prozent und ebenfalls Rang eins sowie bei Richter E 72,14 Prozent und Rang drei. In der Gesamtwertung bedeutete dies nach Abschluss der Dressur den ersten Platz.

Böckmann verschaffte sich damit einen Vorsprung auf die irische Senioren-EM-Teilnehmerin Jennifer Kuehnle mit Sammy Davis Junior, die mit 29,2 Minuspunkten Zweite war. Jasmine Underwood aus Großbritannien folgte mit Indian Girl G und 29,3 Minuspunkten auf Rang drei. Insgesamt blieben lediglich vier Paare in der Dressur unterhalb der Marke von 30 Minuspunkten.

Auch die deutsche Mannschaft startete erfolgreich. Neben Böckmann gehörten Nicholas Goldbeck mit Chintano, Linus Weiss mit Astrello und Ann-Catrin Bierlein mit Sir Scotty zum deutschen Team. Goldbeck erzielte 31,6 Minuspunkte, Weiss 33,8 und Bierlein 40,0. Nach der Dressur lag Deutschland knapp hinter Gastgeber Irland auf dem zweiten Platz der Mannschaftswertung; Großbritannien folgte auf Rang drei.

Den Geländekurs beendete Böckmann ohne Fehler, aber mit Zeitstrafpunkten. Foto: FEI/Benjamin Clark

Geländekurs kostet die Führung

Der Geländekurs in Millstreet war von dem international renommierten Parcourschef Mike Etherington-Smith entworfen worden. Bereits im Vorfeld war erwartet worden, dass neben den technischen Aufgaben vor allem die erlaubte Zeit einen entscheidenden Einfluss auf die Rangierung haben würde. Calvin Böckmann ging als erster deutscher Mannschaftsreiter auf die Strecke und blieb an sämtlichen Geländehindernissen ohne Fehler. Für das Überschreiten der erlaubten Zeit kamen jedoch 12,4 Minuspunkte hinzu. Das Paar benötigte 7:01 Minuten und beendete die Teilprüfung damit auf dem zehnten Rang der Gelände-Wertung. Das Zwischenergebnis erhöhte sich von 27,6 auf 40,0 Minuspunkte.

Dadurch musste Böckmann seine Führung zunächst abgeben. Die Britin Alice Casburn übernahm mit dem erfahrenen Topspin und 36,1 Minuspunkten die Spitze. Der Ire Tom Nestor folgte mit Cooley Diamond Dancer und 37,1 Minuspunkten auf Platz zwei. Böckmann lag mit 40,0 Minuspunkten an dritter Stelle. Das Spitzentrio trennte vor dem abschließenden Springen weniger als ein Hindernisfehler, sodass die Entscheidung weiterhin offen war.

Deutsches Team fällt zunächst auf Rang drei zurück

Auch die übrigen deutschen Mannschaftsreiter standen im Gelände vor anspruchsvollen Aufgaben. Ann-Catrin Bierlein und Sir Scotty absolvierten eine besonders schnelle Runde. Mit lediglich 3,2 Zeitstrafpunkten arbeiteten sie sich um fast 30 Plätze nach vorne und lagen vor dem Springen mit 43,2 Minuspunkten auf Rang sechs. Linus Weiss und Astrello kamen ebenfalls ohne Hindernisfehler ins Ziel. Durch 21,6 Zeitstrafpunkte erhöhte sich ihr Ergebnis auf 55,4 Minuspunkte. Nicholas Goldbeck und Chintano schieden dagegen nach einem Sturz aus. Beide waren schnell wieder auf den Beinen, konnten die Prüfung jedoch nicht fortsetzen. Auch der als Einzelreiter gestartete Rheinländer Konstantin Harting beendete den Geländeritt mit Botswana nach zwei Vorbeiläufern vorzeitig.

Durch Goldbecks Ausscheiden hatte die deutsche Mannschaft kein Streichergebnis mehr zur Verfügung. Mit zunächst 138,6 Minuspunkten fiel Deutschland auf den dritten Platz zurück. Großbritannien übernahm mit 121,1 Minuspunkten die Führung vor Irland mit 125,8 Punkten.

Verfassungsprüfung verändert Ausgangslage

Vor dem abschließenden Springen kam es am Sonntagmorgen zu einer weiteren entscheidenden Wendung. Sowohl Großbritannien als auch Irland konnten bei der zweiten Verfassungsprüfung nur noch drei Pferde vorstellen. Damit verfügten auch diese Mannschaften über kein Streichergebnis mehr, und jeder Fehler im Springparcours musste vollständig in das Teamergebnis einfließen. Zu den Pferden, die nicht mehr zum Springen antraten, gehörten die bis dahin führende Alice Casburn mit Topspin sowie die zunächst zweitplatzierte Jennifer Kuehnle mit Sammy Davis Junior.

Der strahlende Weltmeister auf dem Podium. Foto: FEI/Benjamin Clark

Fehlerfreie Runde entscheidet die WM

Calvin Böckmann ging als vorletzter Starter in den Springparcours. Der Druck war erheblich: Ein Abwurf hätte vier zusätzliche Minuspunkte bedeutet und die Tür für die Konkurrenz erneut geöffnet. Böckmann ließ sich davon jedoch nicht beeinflussen und absolvierte mit Altair de la Cense eine fehlerfreie Runde in 80,68 Sekunden. Weder Hindernis- noch Zeitfehler kamen hinzu. Das Paar behielt daher sein Ergebnis von 40,0 Minuspunkten. Der letzte noch verbliebene irische Medaillenkandidat, Tom Nestor mit Cooley Diamond Dancer, musste anschließend vier Abwürfe hinnehmen. Damit stand fest, dass Calvin Böckmann die Einzelwertung gewonnen hatte. Als erster Titelträger einer neu geschaffenen Weltmeisterschaft verewigte er sich zugleich in den Geschichtsbüchern des internationalen Vielseitigkeitssports. Die Silbermedaille gewann die Britin Cerys Macaulay mit Kananaskis, Bronze ging an die US-Amerikanerin Olivia Dutton mit Jewelent.

Im entscheidenden Springen ließ sich Calvin Böckmann den Sieg nicht nehmen und gewann Gold. Silber ging an die Britin Cerys Macaulay, Bronze an Olivia Dutton aus den USA. Foto: FEI/Benjamin Clark

Mannschaftssilber für Deutschland

Neben dem Einzelgold trug Calvin Böckmann entscheidend zur deutschen Silbermedaille in der Mannschaftswertung bei. Deutschland beendete die Weltmeisterschaft mit 168,6 Minuspunkten auf dem zweiten Platz. Die Goldmedaille ging mit 149,7 Minuspunkten an Großbritannien. Gastgeber Irland gewann mit 180,0 Minuspunkten Bronze.

Das Deutsche Team gewann Mannschaftssilber, Gold ging an Großbritannien, Bronze an Irland. Foto: FEI/Benjamin Clark

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