Bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden gab es gleich mehrere Platzierungen für rheinische Reiterinnen. Besonders nah an die Medaillenränge kam Linda Weiß, die mit Viva Diamond OLD im Finale der sechsjährigen Dressurpferde Vierte wurde.
Isabell Werth mit V-Power und Beatrice Hoffrogge mit Lodovico OLD erreichten ebenfalls das Finale dieser Altersklasse. Bei den Siebenjährigen qualifizierte sich Charlotte Tollhopf mit Galleria’s Fancy Fergie FRH für die Entscheidung.
Die Weltmeisterschaften bilden jedes Jahr eine der wichtigsten internationalen Standortbestimmungen für junge Dressurpferde. In drei Altersklassen – fünf-, sechs- und siebenjährige Pferde – werden die Weltmeister ermittelt. 2026 gingen die drei Weltmeistertitel an drei unterschiedliche Zuchtgebiete beziehungsweise Nationen: Einfach Imposant B wurde Weltmeister der Fünfjährigen, Faustino G gewann bei den Sechsjährigen und Odi Murona setzte sich bei den Siebenjährigen durch.
Fünfjährige: Deutscher Dreifacherfolg
Auch wenn in der Altersklasse der fünfjährigen Dressurpferde kein rheinischer Reiter in den hier betrachteten Ergebnissen vertreten war, verlief die Entscheidung aus deutscher Sicht besonders erfolgreich: Alle drei Medaillen gingen an Pferde aus deutscher Zucht. Den Weltmeistertitel gewann der Hannoveraner Einfach Imposant B mit Kira Laura Soddemann. Der Escolar-Sohn setzte sich im Finale mit 92,6 Prozent an die Spitze. Bereits in der Qualifikation hatte das Paar den besten Eindruck hinterlassen und bestätigte diese Leistung im Finale. Silber ging an den Oldenburger Global Amour OLD mit Alexander Yde Helgstrand, Bronze an die Oldenburger Stute Weihe’s Happiness OLD mit Alina Schneider. Damit belegten drei Pferde deutscher Zucht das komplette WM-Podium der Fünfjährigen.

Werth und V-Power stark in der Qualifikation
Bei den sechsjährigen Dressurpferden waren gleich drei rheinische Reiterinnen im Finale vertreten. Isabell Werth stellte den 2020 geborenen Hengst V-Power vor. Der Sohn des Viva Gold überzeugte bereits in der ersten Qualifikation und erhielt 88,2 Prozent. Damit belegte das Paar den vierten Platz. Im Finale konnte das Paar das hohe Ergebnis aus der Qualifikation allerdings nicht ganz wiederholen. Mit 83,6 Prozent belegten Isabell Werth und V-Power schließlich Rang sieben.
Viva Diamond OLD verpasst WM-Medaille
Noch näher an das Podium kam Linda Weiß mit Viva Diamond OLD in der Altersklasse der sechsjährigen Dressurpferde. Die 2020 geborene Oldenburger Stute von Vitalis hatte bereits vor Verden internationale WM-Erfahrung gesammelt: Als Fünfjährige war sie 2025 Vizeweltmeisterin geworden. Auch ein Jahr später gehörte sie erneut zur internationalen Spitze. In der ersten Qualifikation erzielten Linda Weiß und Viva Diamond OLD 87,2 Prozent und belegten damit Rang fünf. Im Finale steigerte sich das Paar noch einmal: Mit 85,8 Prozent erreichten Linda Weiß und Viva Diamond OLD den vierten Platz und verpassten damit eine weitere WM-Medaille nur knapp.

Hoffrogge und Lodovico OLD im Finale
Komplettiert wurde das rheinische Trio bei den Sechsjährigen durch Beatrice Hoffrogge und Lodovico OLD. Der 2020 geborene Oldenburger Hengst hatte bereits vor seinem Auftritt in Verden auf nationaler Ebene auf sich aufmerksam gemacht. 2025 war Lodovico OLD Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde geworden. In Verden erreichte er in der ersten Qualifikation 82,4 Prozent und Rang elf. Damit gehörten sie zu den zwölf besten Paaren und qualifizierten sich direkt für das Finale. Auch dort landete das Paar auf Rang elf (80,4 Prozent).
Faustino G wird Weltmeister
An der Spitze der Sechsjährigen führte in Verden kein Weg an Faustino G vorbei. Der dänische Wallach von Blue Hors Farrell aus einer Sezuan-Mutter gewann unter Betina Jæger bereits die erste Qualifikation und bestätigte seine Favoritenrolle anschließend im Finale. Mit 91,0 Prozent sicherte sich das Paar den Weltmeistertitel.
Auch Silber ging nach Dänemark: Dizzy belegte mit Merita Hagren den zweiten Platz. Die Bronzemedaille gewann der Hannoveraner Hengst Sir Gribaldi, vorgestellt von Beatrice Arturi. Damit war Sir Gribaldi das erfolgreichste Pferd deutscher Zucht in der Entscheidung der Sechsjährigen.
Tollhopf im Finale
Auch in der Altersklasse der siebenjährigen Dressurpferde war das Rheinland im Finale vertreten. Charlotte Tollhopf ging mit der 2019 geborenen Hannoveraner Stute Galleria’s Fancy Fergie FRH von For Romance I an den Start. In der ersten Qualifikation erzielte das Paar 75,511 Prozent. Das bedeutete Rang zehn und zugleich die direkte Qualifikation für das Finale. Galleria’s Fancy Fergie FRH hatte bereits vor ihrem Auftritt in Verden Erfahrungen auf großer Bühne gesammelt. Die Stute gehörte schon in jüngeren Altersklassen zu den erfolgreichen deutschen Nachwuchspferden und hatte sich auch auf Bundeschampionatsebene einen Namen gemacht. Im Finale der Siebenjährigen kamen Charlotte Tollhopf und Galleria’s Fancy Fergie FRH auf 74,372 Prozent und belegten damit Rang 13.
Odi Murona Weltmeisterin
Besonders spannend verlief die Medaillenentscheidung der Siebenjährigen. Nach der Qualifikation gehörte Charlotte Dujardin mit Secret Agent zu den großen Favoriten auf den Titel. Im Finale setzte sich jedoch Tessa Kole mit Odi Murona durch. Die KWPN-Stute von Blue Hors Farrell aus einer Johnson-Mutter erreichte 83,429 Prozent und wurde damit Weltmeisterin der siebenjährigen Dressurpferde. Charlotte Dujardin und Secret Agent mussten sich mit 83,115 Prozent nur knapp geschlagen geben und gewannen Silber. Die Bronzemedaille ging an Theresa Rosenkilde mit Brandtbjerg’s Divya, die 80,979 Prozent erreichten.
Andrea Zachrau
WERTH Isabell (GER), V-Power_SL_1341-011-2527(1): Rang Sieben für Isabell Werth und V-Power in der Altersklasse der sechsjährigen Dressurpferde.
Fotos: Lafrentz





