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Teresa Leowald gewinnt Preis der Besten

Das Internationale Vielseitigkeitsturnier in Radolfzell bot einen vielversprechenden Blick auf den deutschen Nachwuchs. Im Rahmen des Preis der Besten wurden in den Klassen CCI3*-S (Junge Reiter), CCI2*-S (Junioren) sowie im Pony-Nationenpreis CCIOP2*-S die besten Talente ermittelt – ganz vorne mit dabei waren auch zwei rheinische Starterinnen.

Sieg in Zwei-Sterne-Prüfung

Traditionell markiert der Preis der Besten den Auftakt in die Nachwuchssaison, erneut wurde er im Rahmen des etablierten Turniers der Familie Vogg am Bodensee ausgetragen. In der Konkurrenz der Junioren konnten gleich zwei rheinische Reiterinnen ganz vorne mitreiten: Teresa Leowald hatte DJ Continus gesattelt und Milla Staade hatte mit Christ William und Casablanca gleich Pferde am Start. „Natürlich hofft man immer auf eine Platzierung, aber aktuell gibt es unglaublich viele starke Junioren. Mir war bewusst, dass es alles andere als einfach wird, vorne mitzureiten oder sogar eine Medaille zu gewinnen“, berichtete Teresa Leowald.

„Das war definitiv unsere beste Geländerunde“ – Teresa Leowald

Nach der Dressur mit 28,1 Punkten auf Rang drei liegend, übernahm sie nach dem Gelände die Führung in der mit 24 Paaren stark besetzten Prüfung. „Das Gelände war wirklich anspruchsvoll und dem Niveau absolut gerecht. Gleichzeitig war alles top organisiert, also der Boden war hervorragend und generell waren die Bedingungen richtig gut“, erzählt die Ratingerin. „Auf der Strecke hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. DJ ist vom ersten bis zum letzten Sprung toll gesprungen, und es hat einfach riesigen Spaß gemacht. Es gab eigentlich keinen Moment, in dem ich mich unsicher gefühlt habe, es war bisher definitiv unsere beste Geländerunde.“ Zusätzlich habe das Publikum das Paar angespornt: „Es waren unfassbar viele Zuschauer da, fast wie bei einem kleinen Volksfest. Die Stimmung war großartig und es hat sich bisschen angefühlt, wie in Aachen zu reiten.“

Respekt vorm Springen

Auch wenn sich Teresa Leowald mit dem souveränen Geländeritt auf Rang eins vorarbeiten konnte, hatte sie Respekt vorm anschließenden Springen: „Ich weiß eigentlich, dass DJ ein sehr zuverlässiger Springer ist, aber er ist auch keine Maschine und Fehler können immer passieren. Auch ich hatte Respekt davor, vielleicht eine Distanz nicht optimal zu reiten oder gar den Parcours zu vergessen“, schmunzelt sie. „Da ich relativ spät gestartet bin, hatte ich viel Zeit zur Vorbereitung und habe mir im LKW nochmal Videos von unseren letzten Turnieren und Trainings, die immer null waren, angeschaut.“ Das gab der Nachwuchsreiterin Sicherheit: Sie erreichte ohne Fehler das Ziel. „Parcours war ich überraschend ruhig und konnte den Ritt sehr genießen. Ich wusste, dass die Zeit sehr knapp bemessen war, da viele vor mir Zeitfehler hatten.“ Dann kam schließlich die Gewissheit: Mit unveränderten 28,1 Punkten gewann sie souverän nicht nur den Preis der Besten, sondern auch die Gesamtwertung der CCI2*-S-Prüfung.

Teresa Leowald gewinnt mit den Preis der Besten in der Altersklasse Junioren. Foto: Wetzel Media

Stolz auf DJ

„Ich bin einfach nur unendlich glücklich“, freute sie sich im Anschluss. Besonders stolz sei sie aber auf ihr Pferd: „Wenn man bedenkt, dass DJ Anfang letzten Jahres seine erste A-Dressur und sein erstes Gelände gegangen ist, ist seine Entwicklung wirklich beeindruckend.“ Den Erfolg habe sie auch ihrem Onkel Karl zu verdanken, der ihr den Wallach gekauft hatte, und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Trainer, Familie und Freunde.

Hinter ihr ging es in der Platzierung denkbar knapp zu: Karlotta Annabelle Walla belegte mit dem erfahrenen Clever Man WAF Rang zwei (29,0 Punkte). Isabelle Grom sicherte sich mit Halma den dritten Platz (28,7 Punkte).

Milla Staade auf Platz sechs und sieben

Aus rheinischer Sicht ebenfalls bemerkenswert waren die Leistungen von Milla Staade in ihrem ersten Juniorenjahr. Mit Christ William lag sie nach Dressur und Gelände jeweils auf Rang vier (28,6 Punkte), fiel jedoch nach dem Springen mit 32,6 Punkten auf Platz sechs zurück. Mit Cascablanca begann sie auf Rang neun (28,8 Punkte), verbesserte sich im Gelände auf Platz sechs und beendete die Prüfung nach dem Springen mit 32,8 Punkten auf Rang sieben.

Pita Schmid siegt bei Jungen Reitern

Im CCI3-S der Jungen Reiter blieb es bis zum Schluss spannend: Nach der Dressur lag Pita Schmid mit der zehnjährigen Stute Favorita V (31,4 Punkte) zunächst auf Rang drei, konnte sich jedoch mit einer starken Geländerunde an die Spitze setzen und gab diese auch nach dem Springen nicht mehr ab (35,0 Punkte). Zweite wurde Silva Kelly mit Calypso (40,7 Punkte) vor Matti Garlichs mit Ludwig auf Rang drei (42,4 Punkte).

Justus Hayessen bester Ponyreiter

Für besondere Dynamik sorgte der Preis der Besten der Ponyreiter (CCIOP2-S), in dem sich das Klassement im Verlauf der Prüfung drastisch veränderte. Justus Hayessen und Miss Windsor lieferten eine beeindruckende Aufholjagd. Nach einer Dressur mit 31,8 Punkten noch auf Rang 40 platziert, arbeitete sich das Paar im Gelände mit einer Nullrunde bis auf Rang zwei vor und übernahm nach dem Springen mit 32,2 Punkten sogar die Führung. Damit sicherte sich Hayessen als erster männlicher Sieger seit mehreren Jahren den Titel in dieser Altersklasse. Zweite wurde Lea Brügger mit Golden Girl’s Nelly (34,0 Punkte), Dritte Greta Marie Löhr mit Rathcline Dream (42,3 Punkte).

Die Ponyprüfung wurde im Rahmen eines Nationenpreises ausgetragen. Der Gesamtsieg ging an eine italienische Reiterin, während die deutschen Teams die Plätze zwei und drei belegten.

In der offenen Wertung der Drei-Sterne-Prüfung setzte sich die Schwedin Louise Romeike mit Caspian durch, vor Michael Jung und Nina Schultes. Gleichzeitig wurden in dieser Prüfung die ersten Punkte für den von Professor Dr. Bernd Heicke unterstützten U25-Förderpreises Vielseitigkeit vergeben. Sieg und Platz zwei der Sonderwertung gingen an die Pita Schmid und Silva Kelly, der dritte Platz an Linus Weiss mit Astrello.

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