
Die deutschen Kaderreiter ohne Weltcup-Bestrebungen und diejenigen Paare, die auf dem Sprung in den großen Sport sind, haben am Wochenende in Lier in CDI3* und -4*-Tour die Saison eröffnet. Darunter waren sowohl Mannschaftseuropameister als auch Louisdor-Preis Finalisten. Ein interessantes Wochenende also, bei dem zwei Paare herausstachen.
Das waren in der CDI3* Tour die Louisdor-Zweiten Thomas Wagner mit seinem Rheinländer Escolar’s Emil und in der CDI4*-Tour Katharina Hemmer mit Denoix.
Emil rockt in Lier
Fünfter im Nürnberger Burg-Pokal, Zweiter im Finale des Louisdor-Preises und nun internationaler Grand Prix-Sieger – der Rheinländer Escolar’s Emil hat mit seinem Ausbilder Thomas Wagner wirklich eine Bilderbuchkarriere gemacht. Dabei ist die noch lange nicht zu Ende. Vor elf Jahren kam Escolar’s Emil bei Antonius Schulze-Averdiek zur Welt, wenige Tage nachdem sein Reiter in Vidauban seinen ersten Nationenpreis gewonnen hatte. Die Siegerschleifen aus Frankreich blieben für Wagner die letzten auf internationalem Parkett, bis Emil so weit war. Dass das nun der Fall ist, zeigten die beiden bei ihrer CDI-Premiere in Lier mit Siegen in Grand Prix und Special. Letzterer war ebenfalls eine Premiere für den Wallach.
Im Grand Prix überzeugte Escolar’s Emil besonders in den Traversalen, Passagen und Pirouetten, wirkte aber noch etwas abgelenkt. 70,5 Prozent erhielten die beiden für ihre Runde. Sie waren im ersten Viertel der 41 (!) Starter dran und bis zum Schluss kam keiner an ihnen vorbei.
Noch überzeugender war der Auftritt der beiden im Grand Prix Special. Escolar’s Emil bringt von Hause aus ein hohes Maß an Elastizität und Taktsicherheit mit. Damit konnte er in den Übergängen zwischen starkem Trab und Passagen zu Beginn des Special richtig punkten. Alles in allem kamen die beiden auf 71,660 Prozent.
Weitere Platzierte
Nach einem fehlerbehafteten Grand Prix konnte sich Charlott-Maria Schürmann mit ihrer Dante Weltino-Tochter Dante’s Pearl im Special steigern und belegte mit 69,681 Prozent Rang zwei. Für die schöne Oldenburger Rappstute war es ebenfalls der erste Special. Sie wäre im vergangenen Jahr auch für den Louisdor-Preis qualifiziert gewesen, konnte dort aber wegen eines Infekts nicht an den Start gehen.
Überzeugende Auftritte gelangen Tobias Nabben und seinem Finest-Sohn Forster. Auch sie waren im Dezember in Frankfurt dabei und belegten einen tollen dritten Platz in der Einlaufprüfung. Im eigentlichen Finale war der leichtfüßige Rappe dann etwas von der Rolle und konnte seine Qualitäten nicht zeigen. Die liegen bei ihm unter anderem in der taktsicheren Piaffe-Passage-Arbeit. Rein, raus – in den Übergängen wie in den Bewegungen selbst hat Forster den Dreh einfach heraus. Die schwierigsten Lektionen bereiten ihm augenscheinlich keinerlei Mühe. Spannungsmomente und dadurch bedingte Fehler führten dazu, dass es in beiden Prüfungen jeweils knapp 70 Prozent wurden, was im Grand Prix Rang sieben und im Special Platz drei bedeutete.
Perfekter Saisoneinstieg für Hemmer und Denoix
Über einen rundum gelungenen Start in die Turniersaison 2026 konnten sich die Mannschaftseuropameister und Special-Mediallengewinner der Herzen freuen, Katharina Hemmer und Denoix. Der Oldenburger Destano-Sohn zeigte sich nach der Winterpause frisch und engagiert und war der Konkurrenz in beiden Prüfungen deutlich überlegen. Im Grand Prix siegten sie mit 75,587 Prozent vor Ingrid Klimke und Vayron (72,848). Im Special gab es 75,596 Prozent für das Duo Hemmer/Denoix. Diesmal bedeutete das Platz eins vor Fabienne Müller-Lütkemeier und Valencia (70,298).
Vayron war im Special nicht platziert. Bis zur Galopptour waren er und Klimke, die im letzten Jahr wie Hemmer und Denoix zur EM-Goldmannschaft in Crozet gehörten, gut unterwegs. Doch beim Aufnehmen aus dem starken Galopp schien der Vitalis-Sohn die Zunge stark hochgezogen oder übers Gebiss genommen zu haben. Jedenfalls hatte er von diesem Moment an große Anlehnungsprobleme, die zu Lektionsfehlern führten.
Stattdessen konnte sich Lisa Müller auf dem João Pedro Moreira ausgebildeten Zonik Hit über den dritten Platz freuen (69,787), gefolgt vom Louisdor-Siegerpaar von 2024, Carina Harnisch und Sheldon Cooper (69,745) und Anabel Balkenhol auf High Five (69,447).





