Weltmeister der jungen Springpferde 2025 bei den Siebenjährigen: Augustus Z unter Tim Brennan. Foto: FEI/Hippo Foto Media - Dirk Caremans
Weltmeister der jungen Springpferde 2025 bei den Siebenjährigen: Augustus Z unter Tim Brennan. Foto: FEI/Hippo Foto Media - Dirk Caremans

WM junge Springpferde: KWPN top, keine Medaille für Deutschland

Weltmeister der jungen Springpferde 2025 bei den Siebenjährigen: Augustus Z unter Tim Brennan. Foto: FEI/Hippo Foto Media - Dirk Caremans
Weltmeister der jungen Springpferde 2025 bei den Siebenjährigen: Augustus Z unter Tim Brennan. Foto: FEI/Hippo Foto Media – Dirk Caremans

Keine Medaille, kaum Platzierungen – den Verlauf der Weltmeisterschaften der jungen Springpferde 2025 hatten die deutschen Beteiligten sich ganz sicher anders vorgestellt. Spitzenklasse waren in Lanaken hingegen einmal mehr die Vertreter des KWPN. Kleiner Trost für deutsche Springsportfreunde: das Sires of the World Springen.

Sonntag ist traditionell Finaltag für alle Altersklassen in Lanaken. Dann treten alle im Hauptstadion des weitläufigen Platzes an, der Ratina Z Arena. Die Fünfjährigen machten den Anfang. 49 von ihnen hatten sich in den vorangegangen Qualifikationen für das Finale mit Stechen empfehlen können. Hier hatten Parcourschef Bernard Mathy und sein Team einen 1,30 Meter-Parcours aufgebaut. Über die Medaillenverteilung sollte gegebenenfalls ein Stechen entscheiden. Das war notwendig. 18 fehlerfreie Ritte im Umlauf zeigten, dass die Youngster den Aufgaben weit mehr als nur gewachsen waren.

Der Sieg ging schließlich an den KWPN-Wallach HHS Private Ryan v. El Barone-High Shutterfly (Z.: M. Van Der Velde) unter Michael Pender. Sie waren das letzte Paar im Stechen und wussten diese Chance in 38,23 fehlerfreien Sekunden zu nutzen. Für Pender war dies erneut der Titel nachdem er im vergangenen Jahr bei den Siebenjährigen triumphierte. Allerdings schrieb er sich den nicht selbst auf die Fahnen. „Ich reite dieses Pferd erst seit sechs Wochen. Von daher geht das Lob an all diejenigen, die dazu beigetragen haben, dass Private Ryan da steht, wo er heute steht.“ Seine Taktik? Sich auf sein Pferd verlassen: „Er ist von Natur aus sehr schnell und wir sind durch das Stechen geflogen, haben genau die gleiche Geschwindigkeit gehalten – nicht zu viel, nicht zu wenig, einfach stetig. Und das hat fantastisch funktioniert“, so Pender.

Silber ging an einen niederländischen Reiter auf Zangersheider Pferd, Doron Kuipers mit der Stute Olympic van’t Roosakker v. Minute Man-For Pleasure (Z.: Stoeterij Van Klee). Über Bronze freute sich ein weiterer Ire, nämlich Jason Foley, der mit Tysons Lady Lux v. Tyson-Lux Z auch ein irisches Pferd gesattelt hatte. Stolzer Züchter ist hier Shay Hesnan.

Zwei deutsche Pferde schafften es in die Platzierung bei den Fünfjährigen, beide ebenfalls ohne Abwurf. Das war zum einen die sechstplatzierte DSP-Stute Ollalla‘ v. Orplid-Lesotho aus dem Zuchtgebiet Brandenburg, für die allerdings leider kein Züchter verzeichnet ist. Sie geht unter dem Italiener Giuseppe Felici und steht im Besitz der Mag Horses. In der Lewitz kam die OS-Stute auf Rang neun zur Welt, die Diaron-Berlin-Tochter Diora PS unter Alexander McLean.

Sechsjährige

Anders als bei den Fünfjährigen war es bei den 40 Sechsjährigen nur ein einziges Paar, das zweimal fehlerfrei blieb und sich damit den Titel schnappte. Sieben Pferde und Reiter hatten es zuvor fehlerfrei durch den 1,40 Meter-Normalparcours geschafft. Gegen die Uhr war es dann eine weitere Vertreterin des KWPN, die ihre Kollegen überflügelte: Ortane v. Balou du Rouet-Quinar Z (C. Van De Linden, C. Van Der Heijden) mit Max van de Poll im Sattel. Die beiden waren bereits zweites Paar im Stechen und setzten die Konkurrenz mit flotten 42,26 Sekunden so unter Druck, dass sie am Ende die einzigen ohne einen weiteren Abwurf blieben.

„Es war das erste Mal, dass ich mich fürs Finale qualifizieren konnte“, berichtete Max später. „Ich will nicht sagen, dass ich keinen Plan hatte, als ich ins Stechen ging, aber ich habe Glück, dass ich auf die Vorsicht und Schnelligkeit von Ortane verlassen kann. Der Parcours war ziemlich anspruchsvoll und die Konkurrenz war groß. Aber sie hat so viel Qualität, dass ich mir darum keine Sorgen gemacht habe. Ich bin froh, es vor so einer unglaublichen Kulissen so gut gemacht zu haben.“

Silber ging an ein irisches Duo: Niamh McEvoy mit BP Othello (v. Ganesh Hero Z-Tygo, Z.: Ennisnag Stud). Aufs Bronzetreppchen konnte der neue belgische Mannschaftseuropameister Thibeau Spits steigen dank der selbstgezogenen BWP-Stute Touch of Joy Dwerse Hagen (v. Noxon van’t Meulenhhof-Casall).

Mit Tom Schewe schaffte es zwar ein deutscher Reiter in die Platzierung, allerdings saß er im Sattel eines Zangersheider Hengstes, nämlich dem von Outsider H.J. Z v. Oklahoma van de Zelm-Indorado. Die beiden belegten Rang neun. Die deutschen Pferde hatten alle sieben Strafpunkte und mehr. Das waren Arne van Heels Holsteiner Wallach Nightwish (7), Alexander McLeans OS-Stute Miss Contoulonia PS (8), Harm Lahdes Holsteiner Hengst Don de Amor (8) und die Hannoveraner Stute Show me Love unter Tobias Clara (9).

Siebenjährige

Ein All In, eine Gazelle, ein Clooney und viele mehr – sie alle fanden den Weg in den Großen Sport über die Weltmeisterschaften der siebenjährigen Springpferde. So ist dies auch traditionell die letzte Entscheidung am WM Wochenende in Lanaken am Sonntagnachmittag. Die 40 besten Paare der Qualifikationen hatten sich im Finale eingefunden, wo Bernard Mathy ihnen 1,45 Meter hohe Aufgaben in den Weg gestellt hatte. Genau ein Viertel der Teilnehmer schaffte es ins Stechen. Das zumindest für den Parcourschef schon mal nach Plan.

Der Ire Eoin Brennan kennt seinen selbst gezogenen Zangersheider Wallach Augustus Z v. Aganix du Seigneur Z-Vigo d’Arsouilles so gut, dass er schon auf der ersten Linie ein Risiko eingehen und sechs statt sieben Galoppsprünge fehlerfrei reiten konnte. Sie waren das einzige Paar, dem das gelang. Ihre Topzeit hielt bis zum Ende des Stechens. „Ich und mein Team, wir könnten nicht stolzer sein auf Augustus Z“, strahlte Brennan nach seinem Sieg und erzählte dann auch gleich noch die bewegte Geschichte des Wallachs: „Als er dreijährig war, hatte er einen Unfall in der Führmaschine. Er zog sich eine Nervenschädigung zu, aber glücklicherweise hat er sich davon erholt und es hat ihn nie gestört. Sein Sprung war immer super. Darum haben wir angefangen, ihn Turniere zu reiten und er war für mich immer ein unglaubliches Pferd!“

16 Jahre jung ist Niels van Rossem, ein belgischer Teenager, der eine Medaille holte, nämlich die aus Silber und das auf einem von der Familie selbstgezogenen Pferd, nämlich Speedy van Klapscheut (v. Chaiton F Z-Peppermill). Das Publikum war aus den Häuschen. Bronze ging nach Frankreich, an Thibault Thenevon im Sattel des Selle Français-Hengstes ICI et la Courcelle (v. Cocktail de Palma-Kashmir van Schuttershof, Z.: Yves Chauvin).

Auch die Platzierung der Siebenjährigen verlief ohne deutsche Beteiligung. Beziehungsweise mit Angelique Böckmann (geborene Rüsen) war eine deutsche Reiterin am Start, aber sie saß im Sattel einer Zangersheider Stute, nämlich der von ihrem Chef Christian Ahlmann gezogenen Alisha Z v. Aganix du Seigneur-Caretello B. Sie waren schnellstes Vier-Fehler-Paar im Umlauf, Rang elf.

Das einzige (!) deutsche Pferd, das es ins Finale geschafft hatte, war der OS-Wallach Diatasio, ein weiterer Sohn des Ex-Bundeschampions Diaron aus einer Centadel-Mutter. Auch er kam in der Lewitz zur Welt. Vorgestellt wurde er vom zweifachen Derby-Sieger Marvin Jüngel, der sich allerdings zwei Abwürfe anrechnen lassen musste.

Sires of the World

Sehr viel besser lief es für die deutsche Pferdezucht am Freitag im Sires of the World-Springen, dem Klassiker, einem Großen Preis für gekörte Hengste über 1,50 Meter. Hier gingen die Plätze eins bis vier an Pferde aus Deutschland. Sieger wurde der neunjährige westfälische Hengst For Chacco v. For Pleasure-Chacco Blue (Z.: Wilhelm Schwenker) mit Marien Smit-Hoekstra für das Team Nijhof, also einen holländischen Stall.

Acht Jahre jung ist der OS-Hengst Chaloubino PS OLD aus der Zucht und im Besitz des Gestüts Lewitz. Patrick Stühlmeyer ritt den Chacoon Blue-Sohn aus einer Centadel-Mutter auf den zweiten Platz. Rang drei ging an einen weiteren westfälischen Hengst, Untouched LB v. United Touch S-Cornet Obolensky, die große Zukunftshoffnung von Christian Ahlmann aus der Zucht und im Besitz von Lena Bieler zusammen mit Thomas Verhufen bzw. dem Gestüt Zangersheide.

Beim Holsteiner Verband konnte man sich über den vierten Platz von United Way v. Uriko-Concerto II freuen. Mit Maximilian Lill war es zwar ein deutscher Reiter auf Rang fünf, der hatte mit Romeo C v. Casall-Cassini allerdings einen BWP-Hengst gesattelt.

Patrick Stühlmeyer hatte in dieser Prüfung nicht nur Zeitdruck, weil es gegen die Uhr ging, sondern weil er zwei Pferde fürs Stechen qualifiziert hatte. Auch der 14-jährige Baloutaire PS (v. Balou du Rouet-Chacco Blue) hatte es fehlerfrei durch den Umlauf geschafft. Gegen die Uhr war er zwar mit Abstand der schnellste, hatte aber einen Abwurf, Rang sieben.

Alle Ergebnisse aus Lanaken finden Sie hier.

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