Feature Bild Gelände Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Feature Bild Gelände Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Friederike Paradies ist Deutsche Amateur Championesse und mehr

Feature Bild Gelände Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Foto: Sportfotos-lafrentz.de

Zum siebten Mal war die Familie Münkel auf ihrer Reitanlage in Langenhagen-Twenge bei Hannover Gastgeber der Deutschen Amateur Meisterschaft und des Deutschen Amateur Championats der Vielseitigkeitsreiter. Für die rheinischen Buschreiter hat sich der Ausflug definitiv gelohnt.

Sieg für Paradies mit Newcomerin

Die Deutschen Amateur Meisterschaften werden auf Drei-Sterne-Niveau ausgetragen, das Championat auf Zwei-Sterne-Niveau. Der Sieg im Championat ging an Friederike Paradies, die mit der von Helmut Bergendahl gezogenen Checkevina früher auch regelmäßig an den Deutschen Amateur Meisterschaften teilgenommen hat. Nun ist Checkevina in Rente und Friederike, Mitarbeiterin des Rheinischen Pferdesportverbandes, hat mit der erst achtjährigen Fallon B v. For Romance ein tolles Nachwuchspferd unter dem Sattel. Nach mehreren Platzierungen im CCI1*-Intro Bereich war dies der erste CCI2*-Einsatz, der mit einem Start-Ziel-Sieg endete. Nach einer super Dressur und fehlerfreiem Springen gingen sie mit 24,7 Minuspunkten ins Gelände und konnten sich hier die 4,4 Zeitfehler locker leisten, ohne ihren Sieg zu gefährden. Mit 29,1 Minuspunkten sprangen sie auf Anhieb ganz nach vorn. Da war die Freude groß! „Lola (Fallon B) möchte immer alles richtig machen, ist jedoch generell ein sehr vorsichtiges Pferd. Das ist erst ihre zweite Vielseitigkeitssaison und die erste Zwei-Sterne-Prüfung überhaupt. Dass an diesem Wochenende alles so geklappt hat und es zum Titel gereicht hat, freut mich umso mehr. Ich bin sehr stolz auf sie!“, so Paradies im Gespräch mit der FN.

Bronze an Johanna Voelkel-Hilbrich

Friederike Paradies war nicht die einzige Rheinländerin auf dem DAC-Treppchen. Über Bronze konnte sich Johanna Voelkel-Hilbrich im Sattel des sechs Jahre jungen Alf PH freuen. Der Alaba-Sohn stammt aus familieneigener Zucht und ist ein rheinisches Reitpferd (Mutter v. Louis Le Bon). Altersentsprechend ist dies Alfs erste internationale Buschsaison. Nachdem er sein Talent bereits in drei Intro-Prüfungen mit Voelkel-Hilbrich sowie Pia Leuwer unter Beweis gestellt hatte, war dies nun seine Zwei-Sterne-Feuer-Taufe – Ergebnis: bestanden mit Auszeichnung! In der Dressur hatten sie genau 30 Minuspunkte, 70 Prozent. Im Springen kamen 0,8, im Gelände 5,2 Zeitfehler hinzu. Das ergab 36 Minuspunkte und die Bronzemedaille in der DAC-Wertung.

Silber sicherte sich die Tierärztin Dr. Bernadette Kögel aus Warmsen auf ihrer Hannoveraner Schimmelstute Coco Diki (v. Clinton). Die beiden beendeten das Turnier mit ihrem Dressurergebnis von 33,5 Minuspunkten.

Die Prüfung war nicht nur für die DAC-Teilnehmer ausgeschrieben, sondern ein offener CCI2*-S. In der offenen Wertung war Pardies Vierte, Voelkel-Hilbrich 17. und Dr. Bernadette Kögel Elfte. Siegerin des CCI2*-S wurde – ebenfalls in einem Start-Ziel-Sieg Anna Siemer mit der achtjährigen Stute Kiss Me (23,9 Minuspunkte) vor Pietro Grandis mit Zucker (27,6 Minuspunkte) und Ben Leuwer mit Christ William (29,1). Letzterer ist die Nachwuchshoffnung von Milla Staade.

DAM-Bronze an Christel Heyl

Analog zum Deutschen Amateur Championat wurde auch die Deutsche Amateur Meisterschaft im Rahmen einer offenen Wertung entschieden und es gab zwei Abteilungen. Neue Deutsche Amateur Meisterin ist Sophie Vogg aus Tasdorf in Schleswig-Holstein. Mit dem Contendro-Sohn Guy de Beauvallon, den sie von ihrer Schwiegermutter Danièle Vogg zur Hochzeit geschenkt bekam, beendete sie die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis von 34,2 Minuspunkten und holte sich somit neben dem Titel auch noch Platz sieben in der offenen Wertung.

Hinter Silbermedaillengewinnerin Anika Möritz aus Sachsen im Sattel ihrer selbstgezogenen Jamira (v. Donauklang), die mit genau 38 Minuspunkten Rang 16 im offenen CCI3*-S belegten, musste sich Christel Heyl ganz knapp geschlagen geben. Die Diätassistentin aus Uedem stellte die neunjährige beim Anglo European Studbook eingetragene Emery THC vor, eine Tochter des Holsteiners Caruso de Trebox, die Heyl dreijährig in der Thüringeti entdeckt und selbst ausgebildet hat. Es ist nicht der erste DAM-Erfolg der beiden. Vor zwei Jahren hatten sie in Langenhagen Silber gewonnen. Diesmal mussten sie sich nur um einen Zehntelpunkt geschlagen geben.

Sieg für Baumgart

Das waren nicht die einzigen rheinischen Erfolge in Langenhagen. Die offene Wertung des CCI3*-S wurde zur Beute von Antonia Baumgart auf ihrem zehnjährigen Holsteiner Adagio de Talma-Sohn Ris de Talm. Ihrem Dressurergebnis fügten sie lediglich 0,4 Zeitfehler im Gelände hinzu. Das bedeutete den Sieg mit 30,3 Minuspunkten. Eine Überraschung war das nicht. Der Schimmel hatte seine Klasse dieses Jahr unter anderem schon mit einem neunten Platz im CCI4*-S in Luhmühlen demonstriert, was den beiden eine Starterlaubnis für den CHIO Aachen bescherte. Ihre Premiere in der Soers feierten sie mit einer hindernisfehlerfreien Geländerunde. Das war der letzte Einsatz des Wallachs, ehe er sich nach einer kurzen Sommerpause nun frisch und siegreich zurück im Geschehen meldete.

Zudem hatte Antonia noch zwei weitere Eisen im Feuer. Mit ihrer siebenjährigen Nachwuchshoffnung Blaya d’Ha Z v. Brunetti belegte sie mit ihrem Dressurergebnis Rang fünf (32,9). Ihren 15-jährigen Routinier Lamango aus der Bergendahl’schen Erfolgszucht ritt sie ebenfalls unter die Top Ten, in diesem Fall auf Platz acht (34,2).

Zweite des CCI3*-S wurde Felicia von Baath im Sattel von Donna Fiderella, die ebenfalls ihr Dressurergebnis ins Ziel brachten. Mit 30,9 Minuspunkten mussten sie sich Antonia Baumgart und Ris de Talm knapp geschlagen geben.

Rang drei ging an ein bekanntes Pferd mit neuer Reiterin: den elfjährigen Trakehner Promising Pete TSF v. Hirtentanz. Er war von Felix Etzel in den Sport gebracht worden, nahm mit ihm zweimal an den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde teil und hat Top drei-Platzierungen bis Vier-Sterne-Niveau vorzuweisen. Seit dieser Saison sitzt die ehemalige Junioren-Doppeleuropameisterin Smilla Maline Philipp in seinem Sattel. Vor wenigen Wochen waren sie bereits Sechste im CCI3* in Luhmühlen, nun wurde es mit dem Dressurergebnis von 31,6 Minuspunkten der dritte Platz.

Weitere rheinische Erfolge

Nicht nur die erste, auch die zweite CCI3*-Abteilung ging ins Rheinland. Hier waren es Pia Leuwer und Jard, die ihr Dressurergebnis von 26,6 Minuspunkten nach Hause brachten und damit der Konkurrenz ein Schnippchen schlugen. Julia Krajewski und Tullabeg Platinum haben mit 29 Minuspunkten – ebenfalls aus der Dressur – das Nachsehen.

Für eine weitere rheinische Top Ten-Platzierung sorgten Arne Bergendahl und Call Me Pucky, eine siebenjährige Westfalen-Stute v. Crusoe aus einer Lenz xx-Mutter. Sie geht seit vergangenem Jahr international mit Bergendahl. Dies war die zweite Drei-Sterne-Prüfung. Nach Platz 21 Anfang Juni in Westerstede wurde es nun Rang acht mit einer sehr ordentlichen Dressur (29,7), fehlerfreiem Springen und 4,8 Zeitfehlern im Cross.

Es ging noch weiter mit den rheinischen Siegen. Die zweite Abteilung des CCI2*-S ging an Anna Lena Schaaf im Sattel des siebenjährigen französischen Wallachs Idem du Landran. Der Grafenstolz-Sohn gehört Felix Vogg, der ihn bis Mai auch noch selbst vorgestellt hat. Mit Anna Lena Schaaf war dies die dritte Prüfung, und die zweite auf Zwei-Sterne-Niveau, die sie beendet haben. Beziehungsweise nicht nur beendet, sondern gewonnen. Nach der Dressur waren die beiden mit ihren 28,4 Minuspunkten Zweite. Nachdem im Parcours und Gelände keine weiteren Strafpunkte hinzukamen, setzten sie sich an die Spitze.

Den neunjährigen Iren Kilcooley Kalbarri ritt Schaaf zudem auf Platz vier. Er hatte nach der Dressur mit 27,7 Minuspunkten in Führung gelegen, verspielte diese aber durch einen Abwurf im Parcours. Im Gelände waren sie null und in der Zeit.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Artikel teilen

Empfohlene Artikel