Unter schwierigen Bedingungen mussten heute die vierjährigen Reitponyhengste bei den Bundeschampionaten antreten. Viele Noten in den Ergebnislisten spiegeln ganz klar nicht das Potenzial der Vierbeiner wieder. Den Richtern war dabei allerdings kein Vorwurf zu machen. Sie fühlten sie sicherlich genauso unwohl in dieser Prüfung wie die Ponys selbst.
Das Thema Tierwohl war wohl das am meisten besprochene in den Wochen vor den Bundeschampionaten und auch während der Veranstaltung selbst. Man muss sich aber ganz klar die Frage stellen, ob der richtige Ansatz gewählt wurde, um Dieses zu verbessern. Wenn es dem Veranstalter nicht möglich ist, eine Prüfungsumgebung zu schaffen in der junge Ponys ihr Potenzial ohne ständige Störung von außen zeigen können, dann muss das unbedingt kritisch hinterfragt werden. Mikrofone ohne Windschutz, wehende Bandenwerbung, wackelnde Pavilons und einiges mehr sind offensichtlich keine ideale Voraussetzung, um die besten Nachwuchsponys Deutschlands gegeneinander antreten zu lassen. Ja – es war windig, aber eben auch nicht stürmisch und da wäre es schön, wäre der Veranstalter eines solch wichtigen Turniers entsprechend vorbereitet. Die Richter der Prüfung machten nach dem letzten Pony klar deutlich, dass das Richten dieser Prüfung eine echte Herausforderung war. Mit dem entsprechenden Feingefühl und Verständnis agierend mussten sie die Hengste aufgrund der gezeigten Störung deutlich härter bewerten, als ihnen lieb gewesen wäre. Eine mehr als unglückliche Situation für alle Beteiligten.
Für die vierjährigen Reitponys (Hengste und Stuten/Wallache) kann man klar sagen: Das neue Konzept ist nicht aufgegangen. Statt harmonischerer Bilder, sah man einige überforderte Ponys, die vermutlich im ursprünglichen Format besser aufgehoben gewesen wären. Natürlich kann man nun den Wind als Verursacher der Probleme für schuldig befinden, vielleicht kann man aber auch konstruktiv hinterfragen, wie man das neue Format so überarbeitet, dass auch die äußeren Umstände dafür sorgen, dass die Vierbeiner sich in Warendorf wohl fühlen. An schlechtem Reiten oder Richten hat es dieses Mal nicht gelegen.
Gold für Danny deVito

Danny de Vito war es am Ende, der unter Nazila Nathascha Lotz am besten mit den Gegebenheiten umzugehen wusste. Der Sohn des FS Daddy Cool nahm sich dabei vielleicht den Namen seines Vaters zum Vorbild und absolvierte seine Aufgabe auf dem Viereck mit entsprechender Gelassenheit. Mit drei gleichmäßig guten Grundgangarten zeigte er eine sichere Prüfung. Seine Reiterin verstand es, genau das richtige Maß an Risiko und Sicherheit zu wählen. Am Ende gewannen sie den Titel mit einer abschließenden Bewertung von 8,34.
Deejay sichert sich Silber

Auch Deejay behielt unter Rebekka Rösler die Fassung. Auch ihm merkte man an, dass er lieber bei seinen Kollegen auf dem Abreiteplatz gewesen wäre, aber er riss sich zusammen und konzentrierte sich auf seine Reiterin. Mit 8,01 gewannen die Beiden die Silbermedaille.
Golden Hunter LR gewinnt trotz der Umstände Bronze

Golden Hunter LR aus der rheinischen Zucht von Carolyne Liebrecht konnte zwar seine gute Grundveranlagung als Dressurpony zeigen, aber mit einer Durchlässigkeitsnote von 6,7 kann man in Warendorf normalerweise keine Medaille gewinnen. Dass diese Note aber sicherlich nicht die Grundrittigkeit des Hengstes widerspiegelt, sah man dann in den nachfolgenden Darbietungen. Und so platzierte Golden Hunter R sich mit einer Gesamtnote von 7,53 unter Jacqueline Bartz an Dritter Stelle.





