Die rheinischen Voltigierer haben bei den Deutschen Meisterschaften in Münster einmal mehr ihre nationale Spitzenstellung unterstrichen. Allen voran setzte das Team NORKA Automation des VV Köln-Dünnwald seine außergewöhnliche Erfolgsserie fort und sicherte sich zum sechsten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel im Gruppenvoltigieren.
Hinzu kamen Silber für Leon Hüsgen im Herren-Einzel und Bronze für die Mannschaft des RSV Neuss-Grimlinghausen. Mit Gianna Ronca, Bela Lehnen und Thomas Brüsewitz erreichten zudem weitere rheinische Athleten vordere Platzierungen in den Einzelentscheidungen.

Team NORKA verteidigt seinen Titel
Als amtierender Weltmeister war das Team NORKA Automation des VV Köln-Dünnwald mit hohen Erwartungen nach Münster gereist. Diesen wurde die Mannschaft an der Longe von Alexandra Knauf auf Ecuador NRW von Beginn an gerecht.
Bereits in der Pflicht setzte sich das Team mit 8,362 Punkten an die Spitze. In der ersten Kür folgte mit 9,260 Punkten die nächste starke Vorstellung. Besonders die künstlerische Gestaltung überzeugte die Richter: Gleich zweimal wurde dafür die Höchstnote 10,0 vergeben.
Vor der abschließenden Runde musste die Mannschaft ihre Kür allerdings kurzfristig umstellen. Bela Lehnen war bei seinem vorherigen Einzelstart beim Abgang unglücklich gelandet und verzichtete anschließend vorsichtshalber auf seinen Einsatz in der Gruppe. Damit gingen die Kölner lediglich zu fünft in ihre letzte Kür. Trotz der kurzfristigen Veränderungen und eines unfreiwilligen Abgangs blieb der Vorsprung groß genug. Mit einer Endnote von 8,745 Punkten verteidigte das Team seinen Deutschen Meistertitel und setzte damit eine bemerkenswerte Serie fort: Bereits zum sechsten Mal hintereinander ging DM-Gold im Gruppenvoltigieren nach Köln-Dünnwald.

Bronze für Neuss-Grimlinghausen
Auch die zweite rheinische Medaille im Gruppenvoltigieren ging an eines der etablierten Teams des Landesverbandes. Der RSV Neuss-Grimlinghausen I sicherte sich auf Calypso an der Longe von Stefanie Eggink den dritten Platz.
Nach einer soliden Pflicht steigerte sich die Mannschaft insbesondere im weiteren Verlauf des Wettbewerbs. In der zweiten Kür konnte das Team noch einmal zulegen und schloss die Deutsche Meisterschaft schließlich mit einer Gesamtwertung von 7,822 Punkten ab. Damit ging neben dem Titel für Köln-Dünnwald eine weitere Mannschaftsmedaille ins Rheinland.

Leon Hüsgen wird Deutscher Vizemeister
Eine weitere rheinische Medaille gab es im Herren-Einzel durch Leon Hüsgen. Der Neusser bestätigte damit seine Entwicklung in der nationalen Spitze eindrucksvoll. Nachdem er bei den Deutschen Meisterschaften im Vorjahr bereits Bronze gewonnen hatte, rückte er in Münster einen weiteren Platz nach vorne und sicherte sich Silber.
Hüsgen voltigierte auf dem 16-jährigen San Felice Z, der von Christina Ender longiert wurde. Auch eine schwierige Situation im Technikprogramm brachte das Trio nicht entscheidend aus dem Konzept. San Felice Z fiel zwischenzeitlich in den Trab, dennoch behauptete Hüsgen mit 8,133 Punkten in dieser Teilprüfung seine Position im Vorderfeld.
In der abschließenden Kür zeigte der Rheinländer noch einmal eine sehr saubere Vorstellung. Mit einer Gesamtwertung von 8,564 Punkten stand am Ende der zweite Platz und damit die Deutsche Vizemeisterschaft fest.
Bela Lehnen verpasst das Podium nur knapp
Nur knapp hinter den Medaillenrängen landete Bela Lehnen. Der Moerser hatte bereits bei der Weltmeisterschaft in Aachen nicht auf seinem regulären Pferd antreten können und musste auch bei der Deutschen Meisterschaft auf eine Alternative zurückgreifen. Er voltigierte auf dem Schimmelwallach Max.
Ganz an die Leistung aus Aachen konnte Lehnen in Münster nicht anknüpfen. Dennoch hielt er sich während der gesamten Konkurrenz in unmittelbarer Reichweite der Medaillenplätze. Mit einer Endnote von 8,463 Punkten belegte er schließlich Rang vier – lediglich 0,020 Punkte hinter dem Bronzerang.
Sein Einzelwettbewerb blieb jedoch nicht ohne Folgen für den weiteren Verlauf des Wochenendes. Bei seinem Abgang landete Lehnen unglücklich. Aus Sicherheitsgründen verzichtete er deshalb anschließend auf seinen geplanten Einsatz für das Team NORKA, das seine Finalkür daraufhin kurzfristig umbauen musste.

Emotionaler Abschied für Thomas Brüsewitz
Für Thomas Brüsewitz hatte die Deutsche Meisterschaft eine besondere Bedeutung. Der Kölner bestritt in Münster den letzten Wettkampf seiner Karriere.
Auch für ihn verlief die Vorbereitung auf die Einzelentscheidung alles andere als planmäßig. Wie sein Vereinskollege Bela Lehnen musste Brüsewitz kurzfristig das Pferd wechseln und trat schließlich ebenfalls mit Max sowie Sarah Krauß an der Longe an.
Vor allem in der Pflicht machte es ihm das ungewohnte Pferd zunächst nicht leicht. Im weiteren Verlauf des Wettbewerbs fand das Trio jedoch immer besser zusammen. Brüsewitz steigerte sich von Runde zu Runde und konnte seine lange Karriere schließlich mit einer gelungenen Kür beenden.
Das Publikum würdigte seinen letzten Auftritt mit Standing Ovations. Mit einer Gesamtwertung von 8,129 Punkten belegte Brüsewitz bei seiner letzten Deutschen Meisterschaft Rang fünf.

Gianna Ronca auf Rang vier
Auch bei den Frauen war das Rheinland im Spitzenfeld vertreten. Gianna Ronca aus Monheim gehörte während des gesamten Wettbewerbs zu den Kandidatinnen für eine Medaille.
Auf dem zwölfjährigen Fantomas, vorgestellt von Alexandra Knauf, lag Ronca nach den ersten beiden Teilprüfungen in aussichtsreicher Position. Während ihre Konkurrentin Alina Roß in der Pflicht etwas besser abgeschnitten hatte, konnte Ronca im Technikprogramm Boden gutmachen und hielt damit den Kampf um Bronze bis zur abschließenden Kür offen.
Dort gelang der Rheinländerin jedoch nicht ganz die Sicherheit, die sie benötigt hätte, um auf das Podium vorzurücken. Mit einer Gesamtwertung von 8,260 Punkten belegte sie dennoch einen starken vierten Platz und verpasste Bronze nur knapp.

Bronze für Düllmann und Ring im Doppel
Auch im Doppelvoltigieren durfte sich das Rheinland über eine Medaille freuen. Jana Düllmann aus Köln und Fabio Ring aus Bergisch Gladbach sicherten sich bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft im Seniorenbereich auf Anhieb Bronze.
Das Kölner Doppel ging mit dem zwölfjährigen Fantomas an den Start, der von Alexandra Knauf longiert wurde und selbst noch vergleichsweise wenig Turniererfahrung mitbrachte: Für den Wallach war die DM erst der fünfte Wettkampf. Düllmann und Ring ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Nach einer ersten Kür mit 7,858 Punkten lagen sie bereits aussichtsreich im Rennen um den dritten Platz. Im zweiten Durchgang gelang dem Duo noch einmal eine deutliche Steigerung auf 8,417 Punkte. Mit einer Gesamtwertung von 8,193 Punkten behaupteten die beiden damit den Bronzerang vor Gisa Sternberg und Linda Otten aus Hannover.





