
Drei Tage lang wehte auf dem Heisterfeldshof in Bedburg-Hau ein Hauch von internationalem Flair, als dort erstmals ein Poloturnier ausgetragen wurde. Beim 1. Polopark Heisterfeldshof Cup vom 19. bis 21. September standen sich vier Mannschaften in einem spannenden „Jeder-gegen-jeden“-Modus gegenüber.
Polo gilt als eine der ältesten Mannschaftssportarten der Welt und wird oft als „Schach hoch zu Pferde“ bezeichnet. Gespielt wird in sogenannten Chukkern, Spielabschnitten von jeweils siebeneinhalb Minuten netto. Zwei Teams mit je vier Reitern versuchen, einen kleinen, harten Ball mit langen Schlägern zwischen die gegnerischen Torstangen zu schlagen. Rasante Richtungswechsel, präzise Schläge und perfekte Abstimmung zwischen Reiter und Pferd machen den besonderen Reiz dieser Disziplin aus – und verlangen nicht nur sportliches Können, sondern auch feines Gespür für das Pferd.
Das Premieren-Turnier in Bedburg-Hau bot den Zuschauern hochklassigen Sport: An drei Turniertagen wurden jeweils zwei Partien ausgetragen, insgesamt also sechs Spiele mit jeweils vier Chukkern. Im Finale der Gesamtwertung hatte das Chilli Polo Team knapp die Nase vorn: Mit zwei Siegen und einer Niederlage verwiesen sie das punktgleiche Team Heisterfeldshof auf Rang zwei – dank des direkten Vergleichs, den Chilli für sich entscheiden konnte. Mit insgesamt 72 Poloponys war auch für ausreichend Pferdestärke gesorgt – und zur Freude aller blieben sämtliche Vierbeiner gesund. Neben den beiden Heisterfeldshof-Teams (RPA und PPH) waren Gäste aus Frankfurt und Bremen angereist. Für internationales Flair sorgten Spielerinnen und Spieler aus Deutschland, den Niederlanden, Argentinien und Südafrika.
Das erste Poloturnier am Heisterfeldshof war mehr als nur eine sportliche Premiere: Es war ein Signal. Denn das „zarte Pflänzchen Polo“, wie es viele Besucher nannten, hat das Potenzial, in der Region zu wachsen und sich fest im Veranstaltungskalender zu etablieren. Ronja Wolf vom Organisationsteam zog nach dem gelungenen Auftakt ein positives Fazit: „Wir wollten zeigen, dass Polo auch am Niederrhein funktioniert – und die Resonanz hat uns überwältigt. Die Zuschauer waren begeistert, die Spieler hochmotiviert und unsere Pferde in Bestform. Wir sind überzeugt, dass dies erst der Anfang ist.“ Die gelungene Organisation, die sportliche Qualität und die Begeisterung der Zuschauer haben gezeigt, dass der traditionsreiche Reitsport am Niederrhein auf offene Türen stößt. Der Auftakt ist gemacht – und wenn das Interesse anhält, dürfte der Polopark Heisterfeldshof Cup schon bald zu einem festen Highlight im niederrheinischen Sportjahr werden.
Stephan Derks
Foto: Julius Wolf





