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Glamdale und Conthargos stellen Mecklenburger Siegerhengste

Der weitaus größte Teil der zur 35. Mecklenburger Körung in Redefin angetretenen Hengste erhielt ein positives Körperteil. Im Dressurlot ragte der einzige Sohn des 2024er Vize-Dressurpferdeweltmeisters Glamdale heraus. Das Springlot wurde dominiert durch den früh verstorbenen OS-Hengst Conthargos.

Der Mecklenburger Kommission gehörte erstmals Dr. Thomas Nissen an, der frühere Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes. An seiner Seite beurteilten Jörg Kotenbeutel, Armin Spierling, Springreiter Thomas Kleis und Dressurreiter Ronald Lüders die Junghengste.

Fast 80 Prozent der Dressurhengste wurden gekört, 27 von 35 Kandidaten. Zwölf wurden zudem prämiert. Als Siegerhengst stellte die Kommission einen Oldenburger Sohn des Glamdale heraus. Der Rappe kam maskulin und nobel daher, ähnlich wie sein Vater, der auf der Station Rüscher-Konermann wirkt und seinerseits ein Sohn des Glamourdale aus einer Vollschwester zum Bonhomme-Hengst Maracanà ist. Der elegante Rappe hatte Bronze beim Bundeschampionat auf dem Reitpferdeviereck gewonnen und wurde fünfjährige Vize-Weltmeister der jungen Dressurpferde. Lothar Ackermann hatte den Rappen für seine selbst bis zur Klasse M erfolgreiche Filia Aurica v. Foundation-Donnerhall-Argentan ausgewählt. Das Ergebnis, das nun zum Mecklenburger Siegerhengst gekürt wurde, steht inzwischen in gemeinschaftlichem Besitz der Schockemöhle Hengsthaltung GmbH und der Morningstar GmbH & Co. KG und war nicht verkäuflich.

Auch der Reservesieger gehört der Hengsthaltung Schockemöhle. Die hat ihren Sitz zwar in Mühlen, dennoch ist Redefin für die Schockemöhle-Pferde quasi eine Hofkörung, denn die Lewitz liegt nur ca. 30 Minuten Fahrzeit entfernt. Insgesamt stammten elf Hengste der Dressurkollektion aus der Zucht des Gestüts Lewitz. Bei den Springhengsten waren es drei.

Zwei Reservesieger

Besagter Reservesieger der Schockemöhle Hengsthaltung war der einzige Dynamic Dream-Sohn des Lots, ein Hannoveraner aus einer Dancier-Worldly-Wendenburg-Mutter, der bei Carolin Kapp in Clüversborstel zur Welt kam.

Der zweite Reservesieger kam bei Volker Kückelhaus zur Welt und wurde von der Pferdezucht Kückelhaus ausgestellt, hatte aber einen Schockemöhle-Hengst zum Vater: Total Diamond PS, hier in Anpaarung mit einer Fürst Wilhelm-Ehrentusch-Rivellino xx-Mutter.

PS-geprägtes Prämienlot

Von den weiteren neun Prämienhengsten stammten fünf von Hengsten aus Mühlen ab. Das waren zum einen die beiden Söhne des Bundeschampions Escanto PS, die auch beide in der Lewitz gezogen wurden. Der eine stammte aus der Secret-Tochter Secret Zone PS, deren Mutter Zantana v. Zonik-Sir Donnerhall mit Marieke van der Putten für die Niederlande bei der EM in Crozet am Start war und die wiederum eine Halbschwester zu unter anderem Total U.S. ist. Diese Zantana brachte auch die gekörten Fürst Zonik PS und Debütant PS.

Prämienhengst Nummer zwei vom Escanto PS ist ebenfalls in der Lewitz geboren und hat eine Vitalis-Hotline-Classiker-Mutter. Aus dem Stamm kommt unter anderem das Dressurpferd Weltclassiker von Bianca Kasselmann.

Starvererber Vitalis selbst stellte auch einmal mehr einen Prämienhengst, einen Oldenburger aus einer For Romance-Lauries Crusador xx-World Cup I-Mutter, der bei Beate und Berthold Schmidt in Herleshausen zur Welt kam und von Heinrich Ramsbrock in Redefin präsentiert wurde. Aus dem Stamm gingen unter anderem Wolfgang Schmitz-Heinens Grand Prix-Pferd Gucci sowie zahlreiche gekörte Hengste hervor.

Der nun zehnjährige Fürst Toto stellte einen Nachkommen, der ebenfalls zum Kreis der Prämienhengste zählte. Wie sein Vater kam auch er in der Lewitz zur Welt. Die Mutter Charming Girl PS v. Charmeur-Sandro Hit kommt aus dem gleichen Mutterstamm wie der prämierte Escanto PS-Vitalis-Sohn, dem Hannoveraner Stamm der Dodo.

Einmal tauchte Totilas noch als direkter Vater eines Junghengstes auf. Der wurde prämiert und war damit die Nummer sechs mit Schärpe für das Gestüt Lewitz, hier in Anpaarung mit der Morricone-Tochter My Diva PS, die schon mehrere gekörte Hengste vorweisen kann und ihrerseits aus der Bundeschampionesse Special Diva v. Sir Donnerhall-Diamond Hit stammt.

Prämienhengst Nummer sieben für die Lewitz war ein Sohn des Aushängeschildes von der bayerischen Station Wadenspanner, Va Bene. Die Mutter des eleganten Oldenburger Youngsters, Fine Gesina PS v. Foundation, ist eine Tochter der Gesina, die auch den S***-erfolgreichen Starvererber For Romance, die Bundeschampionesse Fasine, Siegerhengst Feinrich, die Oldenburger Siegerstute Fürstin Gesine und andere brachte.

Fynch Hatton stellte zwei Nachkommen für das Mecklenburger Körlot, beide wurden gekört, einer prämiert. Das war jener aus der der Westfalen-Stute Reidun, die eine Trakehner Abstammung hat (Millennium-Cadeau-Benz) und der Vollblutfamilie entspringt, die zum Beispiel auch die für die Warmblutzucht bedeutenden Hengste Windeis xx, Barsoi xx, Galahad xx und Mordskerl xx brachte. Zur Welt kam dieser Prämienhengst bei Hedda Ottmann-Droege, ausgestellt wurde auch er durch Heinrich Ramsbrock.

Der auf der Station Reesink beheimatete Oldenburger Morricone I-Sohn McLaren lieferte ebenfalls einen Prämienhengst, einen Oldenburger aus einer Bordeaux-Di Versace-Figaro-Mutter, der in den Niederlanden zur Welt kam und in Redefin von der Besitzergemeinschaft Teichert aus Wildeshausen ausgestellt wurde. Aus dem Stamm kam unter anderem der Vitalis-Sohn Veneno von der Hengststation Schult.

Matthias Alexander Raths 2023er EM-Partner Thiago kann nun ebenfalls auf einen prämierten Nachkommen verweisen. Der ging aus der Anpaarung mit der Rassolini-Benvenuto-Rubinstein-Tochter Rico’s Deneres hervor, für die Rico Sahlke verantwortlich zeichnete. Ausgestellt wurde der Hannoveraner Fuchs von der Dressage Horses – Christian Heinrich GmbH.

Stempelhengst Conthargos

Von den 24 Springhengsten wurden 17 gekört und sieben prämiert. Prägender Hengst des Lots war der verstorbene Conthargos. Er stellte den Siegerhengst, den 1. Reservesiegerhengst und war zudem Muttervater des 2. Reservesiegers.

Anfang 2023 musste Conthargos im Alter von 19 Jahren wegen Hufrehe eingeschläfert werden. Der Converter-Nachkomme zählt nach aktuellem Stand Kinder, die im ganz großen Springsport, also auf 1,60 Meter-Niveau unterwegs sind. Hinzu kommen 78 (!) gekörte Söhne. Und wie man in Redefin gesehen hat: Es werden immer noch mehr.

Zum Siegerhengst ernannte die Körkommission den mit großen Linien ausgestatteten blutgeprägten Braunen aus einer Lordanos-Quattro B-Mutter. Cinzia Beyer aus der Schweiz ist die Züchterin des OS-Youngsters. Die Esselin Sporthorses in Lastrup stellte ihn aus, hat den Hengst aber in die Auktion gegeben, die am 10. Dezember online zu Ende geht. Aus dem Stamm ging beispielsweise Simone Böckmanns Erfolgspferd Bantu hervor.

Reservesieger wurde ein Youngster, der bereits einen Namen hat: Conthalou de Zélande Z v. Conthargos-Balou du Rouet-Kannan. Der bunte Fuchs kam in den Niederlanden zur Welt und ist auf dem Zuchthof Tebbel zuhause. Der Mutterstamm verspricht einiges für die Zukunft. Es ist einer der erfolgreichsten Springstämme Belgiens, der BWP-Prestatiestam 34, der neben Klassepferden wie Toupie de la Roque (Pieter Devos) Zucht- und Sportgrößen wie Kasanova de la Pomme für Belgien und Million Dollar für Holstein hervorgebracht hat.

Der zweite Reservesieger stammt aus Lewitzer Zucht und vereint Conthargos auf der Mutterseite mit einem anderen verstorbenen erfolgreichen Schockemöhle-Springvererber auf der Vaterseite: Chacoon Blue. Die Mutter Conthina war selbst mit Patrick Stühlmeyer im Sport erfolgreich. In ihrem Pedigree geht es weiter mit Armitage und Baloubet du Rouet. Aus dem ursprünglichen Holsteiner Stamm ging unter anderem Starvererber Calido hervor und in jüngerer Zeit die mit Philip Rüping und Patrick Stühlmeyer erfolgreichen Chaccothage Blue PS und Chaccothargos PS.

Prämienhengste Springen

Die vier Prämienhengste stammten ab von Congress, Maverik Z, Emerald van’t Ruytershof und Valensky.

Der Congress-Sohn ist ein Mecklenburger und stammt aus der Zucht von Mathias Wandschneider in Lützow. Aussteller war die BG Lützow & Maack. Die Mutter Barcelone ist eine Brantzau-Catoki-Landgraf-Tochter. Die Landgraf-Stute brachte mehrere S-erfolgreiche Springpferde.

Ebenfalls als Mecklenburger eingetragen ist der Maverik Z-Sohn aus Zucht und Besitz der Schmidt & Schmidt GbR in Werder. Die Mutter Columbine v. Cellestial-Capriol-Mistral II ist die Vollschwester zum S-erfolgreichen, gekörten Cucaracha sowie der Mecklenburger Siegerstute Clementine.

Drei Weltklassehengste in Folge finden sich im Pedigree von Prämienhengst Nummer drei: Emerald van’t Ruytershof-Uricas van de Kattevennen-Comme il faut. Gezogen wurde der Zangersheider Fuchs in den Niederlanden. Ausgestellt wurde er vom Zuchthof Tebbel in Emsbüren. Die Großmutter Colibelle Hero Z ist selbst auf Fünf-Sterne-Niveau erfolgreich mit Darragh Kenny (IRL). Aus dem niederländischen Stamm 260 kommen Hengste wie Gerco Schröders London, Mumbai, Picobello van’t Roosakker und andere.

Last but not least erhielt der Hannoveraner Viko v. Valensky-Qualito-Iberio-Foxhunter aus der Zucht der ZG Deegen eine Prämie.

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