
Vier Tage lang stand am vorletzten Augustwochenende auf dem Xantener Tünglerhof der Familie Julia und Stefan Miß der Springsport im Mittelpunkt. Vom 20. bis 23. August trafen sich auf der Reitanlage an der Urselerstraße Reiterinnen und Reiter aus der Region und darüber hinaus zu einem Turnier, das mit einem abwechslungsreichen Prüfungsangebot, anspruchsvollen Parcours und einer besonderen familiären Atmosphäre aufwartete. „Es war ein Turnier zum Wohlfühlen. Quasi von einer Reiterfamilie für die Reiterfamilie. Bei großem Teameinsatz haben sich die Reiter auf dem Platz ebenso wohlgefühlt, wie die Gäste auf den Schattentribünen bei Bierchen und Wein und die Kinder zwischen Eis und Hüpfburg. Kurzum, da geht man gerne hin, trifft sich und konnte parallel sogar noch die Reit-WM in Aachen gucken“, fasst die Keppelnerin Andrea Franken die Veranstaltung zusammen. Dabei hatte die große Resonanz bereits im Vorfeld dafür gesorgt, dass aus dem ursprünglich dreitägig geplanten Turnier kurzfristig eine viertägige Veranstaltung wurde.
Und so boten sich den Teilnehmern auf dem 45 mal 70 Meter großen Springplatz hervorragende Bedingungen. Das Ebbe-Flut-Sand-/Vlies-System gewährleistete auch bei wechselnden Witterungsverhältnissen optimale Voraussetzungen. Für die anspruchsvollen Parcours zeichneten sich Monika Becker und Georg Broeckmann verantwortlich, die mit ihren Aufgabenstellungen sowohl Pferde als auch Reiter immer wieder vor interessante Herausforderungen stellten.
Sportlich hatte das Turnier einiges zu bieten. Insgesamt 18 Prüfungen führten von den Nachwuchs- und Aufbauprüfungen bis in die schwere Klasse. Bereits zum Auftakt am Donnerstag standen junge Pferde und Nachwuchsreiter im Mittelpunkt, ehe sich das sportliche Niveau im Verlauf der vier Turniertage kontinuierlich steigerte. Stark die Vorstellung des in den Niederlanden gezogenen Wallachs Petron Keyserhof mit dem Keppelner Tobias Thoenes im Sattel in der Springpferdeprüfung der Klasse M. Mit einer Wertnote von 8,8 bewerteten Hermann Capell und Andrè Kolmann die Vorstellung des Paares bezüglich Rittigkeit und Springmanier. Ebenso sehenswert der Ritt der Xantenerin Janine Tönnissen, die mit Santorino R (0/65,23) die erste Abteilung des M-Springens gewinnen konnte, deren zweite Abteilung Julia Muth (Edarco, 0/65,79) von der RSG Niederrhein anführte.
Weiterer Höhepunkt, die Stilspringprüfung der Klasse S. Hier bekamen die Zuschauer eindrucksvoll vor Augen geführt, wie viel Präzision, Geschick und Vertrauen zwischen Pferd und Reiter notwendig sind, um einen anspruchsvollen Parcours fehlerfrei zu bewältigen. Goldschleife für Carolin Bone (Wodan Damm) mit Duchesse H (8,5) vor Nina Oertel-Spreis (Wodan Damm, Classy Casalida, 7,9) und Britta Theußen, Veen (7,8), deren Hindernisfehler von Arcento sie den zweiten Platz kostete. Auch die Punktespringprüfung der Klasse S ein weiterer Höhepunkt für Zuschauer und Reiter. Hier war es der Keppelner Kai Terhoeven-Urselmans, der auf Dominelli Z (77/57,79) auf das Siegerpodest sprang.
Spannung auch am letzten Turniertag. So auch in der Qualifikationsprüfung zum Spring Club Rheinland, einem Zwei-Phasen-Springen der Klasse A**, die von Catrin Krause, Asperden-Kessel, auf Chef (0/25,64) vor Veronika Eberhard, Veen, mit Maracija (0/29,07) gewonnen wurde. Den sportlichen Schlusspunkt setzte schließlich das M**-Springen mit Siegerrunde. Hier siegte die Gocher Amazone Franziska Tönnißen (Arabella,0/39,52) vor Viviane Matenar (Barlo, Lector, 43,65) und Lena Scheepers, Eversael, auf La Mum, fehlerfrei in 43,87 Sekunden.
Stephan Derks
Foto: Familie Miß





