Die Top drei im Großen Preis von Gahlen 2026: Benjamin Wulschner, Sören Suppert und Toni Haßmann. Foto: PM/Welp
Die Top drei im Großen Preis von Gahlen 2026: Benjamin Wulschner, Sören Suppert und Toni Haßmann. Foto: PM/Welp

Benjamin Wulschner gewinnt Großen Preis von Gahlen

Die Top drei im Großen Preis von Gahlen 2026: Benjamin Wulschner, Sören Suppert und Toni Haßmann. Foto: PM/Welp
Die Top drei im Großen Preis von Gahlen 2026: Benjamin Wulschner, Sören Suppert und Toni Haßmann. Foto: PM/Welp

Zum inzwischen 30. Mal läutete der Reitverein Lippe-Bruch Gahlen mit seinem großen nationalen Springturnier das Jahr und die neue Pferdesportsaison ein. Sieben S-Springen standen auf dem Programm sowie diverse weitere Prüfungen für Nachwuchsreiter und -pferde sowie Amateure. Der große Gewinner des Wochenendes war Benjamin Wulschner.

Der Große Preis von Gahlen des Private Bankings der Vereinten Volksbank wurde am Samstagabend im Rahmen eines S***-Springens mit Stechen entschieden – und zwar zugunsten von Benjamin Wulschner und seiner irischen Stute Castle Camiro. Sieben Paare hatten sich mit einer fehlerfreien Runde im Normalparcours für den zweiten Umlauf gegen die Uhr empfohlen, vier blieben erneut ohne Abwurf.

Toni Haßmann, der in 2014 in Gahlen die Ehrenrunde angeführt hat, setzte für den Großen Preis auf den Mylord Carthago-Sohn Hero, der seinem Namen alle Ehre machte und in 40,24 Sekunden die Führung übernahm. Doch Haßmanns Freude währte nicht lange. Direkt im Anschluss war das Paar an der Reihe, das 2025 die Ehrenrunde angeführt hatte: Sören Suppert mit Can Tici. Der Holsteiner Cornet Obolensky-Sohn legte auch dieses Jahr wieder ein atemberaubendes Tempo vor, ohne dass er auch nur in die Nähe einer Stange gekommen wäre. Ergebnis: fehlerfrei, 39,11 Sekunden, neue Führung.

Doch auch Sören Supperts Jubel fand ein jähes Ende als Wulschner und Castle Camiro ins Ziel schossen: 38,20 Sekunden. Das bedeutete schlussendlich den Sieg für den Vertreter des Reit- und Fahrvereins Schwetzingen vor Vorjahressieger Suppert und Toni Haßmann.

Wulschners erster Streich

Eingestimmt hatte Wulschner sich auf den Großen Preis bereits am Samstagnachmittag mit einem Sieg in dem S*-Springen, für das er die gerade erst achtjährige Hermantico-Tochter Nina BH gesattelt hatte. Auch hier entschied ein Stechen über Sieg oder Niederlage und Wulschner setzte sich mit rund eineinhalb Sekunden Vorsprung gegen Kai Terhoeven-Urselmans im Sattel von Dominelli Z durch. Dritter wurde der Deutsche Meister der Berufsreiter von 2019, Martin Sterzenbach vom gastgebenden Reitverein im Sattel von Cascorado.

S**-Sieg für Jona Jolie Schwamborn

Gahlen war auch die Gelegenheit, bei der die 17 Jahre junge Jona Jolie Schwamborn von der RTG Silberberghof einmal mehr ihr Ausnahmetalent demonstriert hat. Als jüngste Teilnehmerin sicherte sie sich das S**-Springen über 1,45 Meter, das dem Großen Preis vorausgegangen war. Zur Seite stand ihr dabei der ebenfalls erst achjährige Holsteiner Zuccero-Sohn Zafon aus der Erfolgszucht von Hanno Böhnke, bei dem auch der Vater sowie dessen jüngst in Holstein zum Siegerhengst ernannte Bruder hervorgegangen waren. Seit einem halben Jahr hat Jona Zafon nun unter dem Sattel. Er ist das Pferd, mit dem die 17-Jährige dieses Jahr gerne bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und im Preis der Besten angreifen möchte – und dann vielleicht dann ja sogar bei den Europameisterschaften. Dass die beiden das Zeug dazu haben, zeigten sie gestern mit zwei fehlerfreien Runden und blitzschnellen 38,40 Sekunden im Stechen. Keiner der vielen anwesenden Profis konnte das unterbieten.

Wie sie nach nur sechs Monaten der Partnerschaft ein derart perfektes Stechen in die Gahlener Halle zaubern konnten? Laut Jona Jolie Schwamborn, die mit 13 ihr erstes S-Springen ritt und mit 15 ihr Goldenes Reitabzeichen hatte, ist das ganz einfach: „Er vertraut mir, ich vertraue ihm und wir geben beide einfach immer unser Bestes.“

30 Jahre Springturnier des Reitvereins Lippe-Bruch Gahlen

2026 war Jubiläum, das 30. Mal hatte der Reitverein Lippe-Bruch Gahlen e.V. zum Springturnier zum Jahresauftakt geladen. Möglich machen das rund 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die alles geben, um im Parcours genauso perfekte Bedingungen zu schaffen wie im Gastrobereich, oder auch auf dem Parkplatz. „Das Herz der Veranstaltung sind unsere ehrenamtlichen Helfer. Sie stehen für eine gelebte Gemeinschaft“, sagt die erste Vorsitzende des Reitvereins, Christiane Rittmann.

Damit schaffen diese 100 Ehrenamtler jene Atmosphäre, die nach der Einschätzung von Rittmann der Grund ist, warum Gahlen Jahr für Jahr so viele Reiter anlockt. „Die Reiter genießen die Stimmung hier in Gahlen. Ich glaube einfach, dass das familiäre Ambiente in Kombination mit dem Profi-Sport unser Turnier ausmacht.“

Ebenso wichtig wie die freiwilligen Helfer, sind die Partner, die dazu beitragen, dass inzwischen Prüfungen bis Klasse S*** ausgerichtet werden können. „Viele unserer Sponsoren sind schon sehr lange dabei. Die Sparkasse Vest ist seit dem ersten Turnier an unserer Seite – das ist nicht selbstverständlich“, weiß Christiane Rittmann das Engagement zu schätzen.

Heiner Nachbarschulte hat den Verein und das Turnier über viele Jahre entscheidend
geprägt. Heute ist er Ehrenvorsitzender. Wie seit der „Uraufführung“ 1995 (ausgefallen ist es nur während der Corona-Pandemie) aus dem Turnier ein Klassiker wurde, ist schnell erklärt: „Wir haben damals Top-Reiter gefragt, worauf es ankommt – und das umgesetzt.“ Das erklärt, warum die Großen alle schon in Gahlen am Start waren, Beerbaum, Ahlmann, Ehning, Nagel, hier sind sie alle schon geritten. Auch Markus Renzel ist Stammgast und lobt unter anderem den guten Boden, der dafür sorgt, dass die Reiter auch ihre besten Pferde an den Start bringen. Er ist wohl nicht der einzige, der aus genannten Gründen Gahlen auch die nächsten Jahre fest in seiner Saisonplanung integriert hat.

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